27.04.2012 19:00

Enns: Ortsstellenversammlung

Rotes Kreuz Enns – Freiwillige Präsenz auf hohem Ausbildungsniveau

Die Beförderten und Ausgezeichneten

Nach wie vor Sorgen bereitet Bürgermeister Karlinger die geplante Schließung des Krankenhauses Enns. Für das Rote Kreuz und die Patienten bedeutet dies längere Transportwege und damit verbunden ansteigende Fahrtzeiten. „Schon jetzt spüren wir deutlich die Mehrbelastung, unsere Bevölkerung hat Anspruch auf eine Sicherstellung der Grundversorgung“, fordert Karlinger.

 

Bezirksstellenleiter HR Dr. Rudolf Doleschal erwähnte in seiner Rede eine kürzlich durchgeführte Studie zur Wertschätzung österreichischer Organisationen, in der das Rote Kreuz als Sieger hervor ging. Die entscheidenden  Kriterien waren dabei die fachlich versierten Mitarbeiter, die ständige Aus- und Weiterbildung sowie die breit gestreuten RK-Aufgabenbereiche wie etwa Gesundheits- & Sozialer Dienst (GSD), Krisenintervention (KIT) und Rettungs- und Krankentransporte (RKT). „Zukünftiger Schwerpunkt ist eindeutig der Ausbau des Sozialen Bereiches, wobei das Rot Kreuz-Team Enns bereits bestens aufgestellt ist“, so Doleschal. Beachtlich sind auch die Aktivitäten der Krisenintervention: Oberösterreichweit wurden im Jahr 2011 mehr als 3000 Menschen bestmöglich psychosozial betreut.

Ständig neue Rekorde bei Ausfahrten und Kilometern

Insgesamt wurden mit den drei Ennser Rettungsfahrzeugen nahezu 7.000 Ausfahrten für Einsätze und Krankentransporte absolviert und über 200.000 Kilometer abgespult, eine Steigerung von 12 Prozent zum Vorjahr. Damit hat sich in den letzten 15 Jahren das Aufkommen nahezu verdoppelt. „Am Tag verbringen die Mitarbeiter einen Großteil ihres Dienstes in den Fahrzeugen. Man kann sich vorstellen, dass diese Situation belastet. Zusätzlich rechnen wir – mit der zu erwartenden Schließung der internen Abteilung des Ennser Krankenhaus im Jahr 2013 – mit einer weiteren Verschlechterung der Situation“, so RK-Ortsstellenleiter Stellvertreter Martin Polak und stellt folgende Rechnung auf: „Basierend auf den Zahlen aus 2011 ist mit einem Anstieg der Transportzeit von rund 500 Stunden und 40.000 mehr an Kilometern zu rechnen. Momentan kann ein Ennser Einsatzwagen in 1,5 Stunden maximal drei Transporte erledigen. Aufgrund längerer Fahrtstrecken reduziert sich dies zukünftig auf nur mehr einen Transport.“

Wachsende Präsenz von Freiwilligen und Beruflichen

Trotz steigender Belastungen kann man sich beim Roten Kreuz Enns noch über Zuwachs freuen: alleine 14 freiwillige und ein hauptberuflicher Rettungssanitäter sind im letzten Jahr zum Team gestoßen, aktuell befinden sich weitere acht Freiwillige in Ausbildung. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter leisteten alleine im Rettungsdienst mehr als 30.305 Stunden. „Dieser höhere Personalstand ist auch unbedingt notwendig, um die ständig steigenden Anforderungen bewältigen zu können “, so Polak.

„Red Sharks“ – eine Rotkreuzjugend sie stolz macht

Die  35 Kinder starke Jugendgruppe trainierte mit ihren 10 Betreuern und zahlreichen Helfern fleißig für die Teilnahme am Bundesbewerb für Erste Hilfe. Nach dem Landessieg im Vorjahr erreichten die „Red Sharks“ 2011 beim Bundesbewerb in Dornbirn den hervorragenden dritten Platz. Und auch heuer sind sie schon wieder für den nächsten Landesbewerb fest am Trainieren. Zahlreiche öffentliche Vorführungen und „ein Tag beim Roten Kreuz“ sind so für die jüngsten Profis nur ein Klacks.

Mehr als Blaulicht und Folgetonhorn

Auch das 15 Personen starke Team der Krisenintervention war im abgelaufenen Jahr stark gefordert. Sie sind bei schwerwiegenden Ereignissen innerhalb kürzester Zeit am Einsatzort und leisten 2011 in 243 Fällen psychologische Erste Hilfe. In den sozialen Diensten führten die 36 ehrenamtlichen Mitarbeiter rund 500 Hausbesuche im Rahmen der Nachbarschaftshilfe durch und waren mit fast tausend freiwilligen Stunden doppelt so lange für unsere Mitmenschen im Einsatz als in den Vorjahren. Durchschnittlich 65 Personen wurden täglich nicht nur mit einem warmen Essen, sondern auch mit sozialer Wärme von „Essen auf Rädern“ versorgt.

 

 

Die Ortsstelle dankt allen Unterstützern und Mitarbeitern für ihr Engagement und gratuliert allen Beförderten und Ausgezeichneten.