Armut gibt es auch in einem „reichen“ Land wie Österreich: Fast eine Million Menschen in Österreich verfügen über ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Und Armut bedeutet mehr als ein niedriges Einkommen. Armut verursacht Isolation, eine Verschlechterung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes und schränkt Möglichkeiten sowie die Zukunftschancen stark ein. 300.000 Menschen in Österreich haben monatlich nicht mehr als 600 Euro zur Verfügung. Etwa ein Viertel der in Armut lebenden Menschen sind Kinder. Frauen sind stärker als Männer von Armut betroffen, ebenso Erwerbslose, Zugewanderte und Alleinerziehende sowie jene Menschen, die von ihrer ausgeübten Arbeit nicht leben können. Armut kann jeden treffen – denn die Gefahr, durch das soziale Netz zu fallen ist größer geworden. Plötzliche Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit, Verschuldung sowie ein Mangel an Bildung – Armut kann viele Ursachen haben. Geringe Qualifikation verschlechtert die Chance, Arbeit zu finden. Auch Familien mit mehreren Kindern sind häufig armutsgefährdet. Die Informationen zu Einkommen und Lebensumständen in Privathaushalten werden in den EU-Mitgliedsstaaten und anderen europäischen Ländern durch SILC – Statistics on Income and Living Conditions – gesammelt. Die Ergebnisse dieser jährlichen Erhebung bilden eine relevante Grundlage für sozialpolitische Entscheidungen der teilnehmenden Länder. In Österreich waren im Jahr 2008 12,4 % Prozent – das sind rund eine Million Menschen - armutsgefährdet. 492.000 Menschen lebten 2009 in akuter Armut oder sozialer Ausgrenzung. Akute Armut bedeutet ein Einkommen unter der Grenze des Median-Pro-Kopf-Einkommens. Dieses liegt in Österreich bei 951 Euro/Monat. Dazu kommt dann das Leben in einer Substandardwohnung, zahlungsschwierigkeiten bei Miete oder Krediten, kein Geld für die Heizkosten oder sich grundlegende Dinge des täglichen Lebens wie Kleidung oder Lebensmittel nicht mehr leisten zu können. Das Rote Kreuz weißt derzeit mit einer Factbook Serie auf akute Armut in Österreich. In mehreren Teilen werden auf der Internetseite www.roteskreuz.at Themen aufgezeigt und verschiedene Projekte vorgestellt. Das Rote Kreuz selbst unterstützt armutsgefährdete im In- und Ausland beispielsweise mit der individuellen Spontanhilfe oder dem Projekt Amber-Med wo Menschen ohne Krankenschein eine medizinische Versorgung erhalten.
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Armut

 

Armut gibt es auch in einem „reichen“ Land wie Österreich: Fast eine Million Menschen in Österreich verfügen über ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Und Armut bedeutet mehr als ein niedriges Einkommen. Armut verursacht Isolation, eine Verschlechterung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes und schränkt Möglichkeiten sowie die Zukunftschancen stark ein.

 

300.000 Menschen in Österreich haben monatlich nicht mehr als 600 Euro zur Verfügung. Etwa ein Viertel der in Armut lebenden Menschen sind Kinder. Frauen sind stärker als Männer von Armut betroffen, ebenso Erwerbslose, Zugewanderte und Alleinerziehende sowie jene Menschen, die von ihrer ausgeübten Arbeit nicht leben können.


Armut kann jeden treffen – denn die Gefahr, durch das soziale Netz zu fallen ist größer geworden. Plötzliche Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit, Verschuldung sowie ein Mangel an Bildung – Armut kann viele Ursachen haben. Geringe Qualifikation verschlechtert die Chance, Arbeit zu finden. Auch Familien mit mehreren Kindern sind häufig armutsgefährdet.

 

Die Informationen zu Einkommen und Lebensumständen in Privathaushalten werden in den EU-Mitgliedsstaaten und anderen europäischen Ländern durch SILC – Statistics on Income and Living Conditions – gesammelt. Die Ergebnisse dieser jährlichen Erhebung bilden eine relevante Grundlage für sozialpolitische Entscheidungen der teilnehmenden Länder. In Österreich waren im Jahr 2008 12,4 % Prozent – das sind rund eine Million Menschen - armutsgefährdet.

 

492.000 Menschen lebten 2009 in akuter Armut oder sozialer Ausgrenzung. Akute Armut bedeutet ein Einkommen unter der Grenze des Median-Pro-Kopf-Einkommens. Dieses liegt in Österreich bei 951 Euro/Monat. Dazu kommt dann das Leben in einer Substandardwohnung, zahlungsschwierigkeiten bei Miete oder Krediten, kein Geld für die Heizkosten oder sich grundlegende Dinge des täglichen Lebens wie Kleidung oder Lebensmittel nicht mehr leisten zu können.

Das Rote Kreuz weist derzeit mit einer Factbook Serie auf akute Armut in Österreich. In mehreren Teilen werden auf der Internetseite www.roteskreuz.at Themen aufgezeigt und verschiedene Projekte vorgestellt. Das Rote Kreuz selbst unterstützt armutsgefährdete im In- und Ausland beispielsweise mit der individuellen Spontanhilfe oder dem Projekt Amber-Med wo Menschen ohne Krankenschein eine medizinische Versorgung erhalten.

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