Das Österreichische Rote Kreuz richtet anlässlich der Regierungsbildung eine To-Do-Liste an die neue Regierung. Das Rote Kreuz möchte, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, damit sich die Zivilgesellschaft entfalten kann. Hören Sie Teil 1 der 6-teiligen Serie über die Forderungen aus dem Bereich Gesundheits- und Soziale Dienste.
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Das Österreichische Rote Kreuz richtet anlässlich der Regierungsbildung eine To-Do-Liste an die neue Regierung. Das Rote Kreuz möchte, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, damit sich die Zivilgesellschaft entfalten kann. Hören Sie Teil 1 der 6-teiligen Serie über die Forderungen aus dem Bereich Gesundheits- und Soziale Dienste.


Das erste Ziel – und damit die erste Forderung an die Regierung – kann nur lauten: Pflege und Gesundheit müssen aus einer Hand kommen. Darüber hinaus ist Pflegebedürftigkeit – genau wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit – ein solidarisch zu tragendes Risiko. Pflege und Betreuung zählen zur Daseinsvorsorge und müssen solidarisch finanziert werden.


Statt unterschiedlicher Dienstleistungen braucht Österreich Standards, das sind bundesweit gültige Definitionen und Kriterien für Sozialdienstleistungen. Auf Basis dieser zu schaffenden Standards soll auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingegangen werden, damit jeder im Rahmen der Standards die für ihn optimale Pflege bekommt. Entscheidend dafür ist auch die Kommunikation zwischen den Nahtstellen, wie sie bereits 2005 festgelegt, aber noch nicht umgesetzt worden ist.


Unsere Forderungen gehen aber über die bestmögliche Betreuung der Patienten hinaus. Denn diese kann nur gewährleistet werden, wenn auch die betreuenden Personen die nötige Unterstützung bekommen. Das sind in erster Linie die pflegenden Angehörigen. Unersetzlich für das Pflege- und Betreuungssystem und daher auch sozialversicherungsrechtlich abzusichern durch kostenlose Mit- und Weiterversicherung und durch die Möglichkeit einer Pflegekarenz.


In der professionellen Pflege wollen wir eine Aufwertung der Tätigkeiten durch bessere Ausbildung in diesem Bereich. Dies erfordert eine Veränderung der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung. Sie sollte zukünftig auf Fachhochschulen stattfinden. Zudem sollen „Aufschulungen“ von Heimhilfen zu Pflegehilfen und zu Sozialbetreuern oder zu diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen finanziell besser gefördert werden.


Dem gesellschaftlichen Potenzial älterer Menschen wird derzeit zuwenig Beachtung geschenkt, es herrscht ein überwiegend an Verleugnung und Defiziten orientiertes Altersbild vor. Daher gilt es Projekte und Programme zu fördern, welche die Teilhabe älterer Menschen an der Gesellschaft unterstützen sowie den Erhalt und die Entwicklung ihrer Interessen fördern.

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