Das Österreichische Rote Kreuz richtet anlässlich der Regierungsbildung eine To-Do-Liste an die neue Regierung. Das Rote Kreuz möchte, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, damit sich die Zivilgesellschaft entfalten kann. Hören Sie Teil 3 der 6-teiligen Serie über die Forderungen aus dem Bereich Freiwilligkeit und Zivilgesellschaft.
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Das Österreichische Rote Kreuz richtet anlässlich der Regierungsbildung eine To-Do-Liste an die neue Regierung. Das Rote Kreuz möchte, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, damit sich die Zivilgesellschaft entfalten kann. Hören Sie Teil 3 der 6-teiligen Serie über die Forderungen aus dem Bereich Freiwilligkeit und Zivilgesellschaft.


Die Bereitschaft der Menschen in Österreich, freiwillig zu helfen, ist groß. Die gewaltigen Ergebnisse von Hilfsaktionen wie „Nachbar in Not“ oder die massenhafte Beteiligung an Projekten wie „Team Österreich“ belegen diese Einschätzung. Ausbaufähig ist dagegen die Wertschätzung, die freiwilliger Arbeit oder freiwilligen Spenden in Österreich entgegengebracht wird. Österreich ist eines von zwei Ländern in Europa, das keine steuerliche Absetzbarkeit von Spenden kennt. Ein Gesetzesentwurf liegt seit 2006 vor und wartet auf einen Parlamentsbeschluss.


Analog dazu fordert das Rote Kreuz auch eine Absetzbarkeit von Zeitspenden bei Tätigkeiten im öffentlichen Interesse. Der „menschliche Kitt“ in der Zivilgesellschaft braucht nicht nur symbolische, sondern auch materielle Anerkennung. Auf diese Weise könnte die Regierung zeigen, dass sie zum Konzept der Zivilgesellschaft nicht nur in Reden und bei Ordensverleihungen steht, sondern dafür auch konkrete Vorteile ermöglicht.


Die Situation des Rettungsdienstes beispielsweise ist schwierig, mancherorts prekär. Es ist schwer verständlich, dass das Rote Kreuz für eine Dienstleistung, in der so viele Freiwillige unbezahlt mitarbeiten, in manchen Bundesländern keinen kostendeckenden Ersatz bekommt. Eine erleichternde Maßnahme wäre die Befreiung von der Mineralölsteuer für den Rettungsdienst. Eine weitere Verkürzung des Zivildienstes wird vom Roten Kreuz abgelehnt. Eine Verkürzung oder Abschaffung des Zivildienstes hätte zur Folge, dass das System des Rettungsdienstes, so wie es jetzt betrieben wird, nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.


Neben der finanziellen Sicherung des Rettungsdienstes warten auch inhaltliche Fragen auf den Gesetzgeber: Österreich hat keine bundesweit gleiche Versorgung und braucht deshalb eine „Universaldienstrichtlinie Rettungsdienst“. Dazu gehört auch, dass der Krankenstransport österreichweit zur Pflichtleistung der Sozialversicherung wird und nicht mehr in deren Ermessen steht.


Bundesweite Grundregeln bei größtmöglicher individueller Flexibilität ist unser Anliegen in der Katastrophenhilfe. Gleiche Entschädigungen für gleiche Schäden sind in Österreich leider keine Selbstverständlichkeit.

Erste-Hilfe-Ausbildung sollte schon in der Schule beginnen – mit einem Pflichtfach in allen Schultypen samt lebenslanger Erneuerung alle fünf Jahre.
Eine so solide ausgebildete Bevölkerung wüsste dann auch die Defibrillatoren zu bedienen, die in jedem Aufzug und jedem größeren Betrieb zugänglich sein sollten.  Das ÖRK fordert daher, dass die Arbeitsstättenverordnung so geändert wird, dass in allen Betrieben mit mehr als 50 Arbeitnehmern ein Defibrillator einsatzbereit zur Verfügung steht.

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