Weltweit werden Millionen Menschen vermisst. Die Angehörigen haben keine Information über den Verbleib ihrer Verwandten. Oftmals wissen sie nicht einmal den Grund für das Verschwinden. Täglich quälen sie Gedanken rund um das Schicksaal ihrer Liebsten. Das Rote Kreuz hat es sich zum Ziel gemacht, genau diesen Menschen zu helfen. Durch sein weltweites Netzwerk versucht es den Kontakt zwischen Getrennten Familienangehörigen zu knüpfen, sich auf die Suche nach Vermissten zu machen oder als neutraler Vermittler zwischen Konfliktparteien zu fungieren. Béatrice Mégevand-Roggo Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz: OT 2 „Für uns als humanitäre Organisation ist es die Aufgabe bis zur letzten vermissten Person zu kämpfen. Es ist ein sehr schwieriger Prozess, er ist auch sehr zeitaufwändig, es ist wahr, dass es verglichen mit der Menge an Menschen die nach Konflikten vermisst werden nur wenige Erfolge gibt, aber es ist den Versuch wert, es ist wert dafür zu Kämpfen, die Verantwortlichen zu überzeugen, Antworten zu geben. Denn meistens sind es sie, die die Antworten haben.“ Vor 10 Jahren waren die Augen der Welt auf den Konflikt im ehemaligen Jugoslawien gerichtet. Erschüttert waren die Menschen, als sie in den Medien von Massenhinrichtungen, Verschleppungen und den schrecklichen „Ethnischen Säuberungen“ gehört haben. Heute sind diese Eindrücke längst vergessen. Nicht so bei den Menschen im ehemaligen Krisengebiet. In Srebrenica beispielsweise ist der Verbleib von tausenden Menschen immer noch ungewiss: Mégevand-Roggo OT 1 „Ich denke, dass 10 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen in Srebrenica die Wunden immer noch sehr weit offen sind und es immer noch sehr schmerzhaft für die Familien der Vermissten ist. Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dass jeder versteht, das durch die Suche nach den Liebsten über 10 Jahre oder mehr hinweg es sehr schmerzhaft oder gar unmöglich ist, ein neues Leben anzufangen, nachdem so eine Tragödie passiert ist. Es ist unmöglich das einfach zu vergessen. Und ich denke, dass dies das Schwierigste für die Familien ist und das ist der Bereich in dem wir als internationales Komitee vom Roten Kreuz in den vergangenen 10 Jahren tätig waren und auch in Zukunft tätig sein werden.“ Das Rote Kreuz hilft indem es unter anderem die Umstände des Verschwindens aber auch Informationen über die Vermissten selbst genauestens ermittelt. Weiters nehmen die Mitarbeiter DNA Proben der Angehörigen und vergleichen sie mit Daten aus einer umfangreichen Datenbank. Immer wieder bringt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz das Book of Missing heraus. Es enthält die Namen von vermissten Personen. Außerdem werden die persönlichen Gegenstände die bei der Öffnung von Massengräbern geborgen werden im so genannten Book of Belongings abgedruckt. Verwandet sollen somit die Möglichkeit haben ihre Angehörigen dadurch zu identifizieren. Durch die Jahre lange Erfahrung in diesem Bereich hat das Rote Kreuz vieles gelernt. Béatrice Mégevand-Roggo: OT 4 „Ich glaube, wir haben vieles gelernt. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, die Familien nicht alleine zu lassen, bei ihnen zu sein, mit ihnen zu arbeiten. Für sie verfügbar zu sein und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie ihre Frustration und den Ärger über das Geschehene zeigen können, auch wenn wir nicht dafür verantwortlich sind, was passiert ist. Sie müssen darüber sprechen können, sie müssen wissen, dass sie unterstützt und begleitet werden und dass unsere Leute aktiv für sie arbeiten. Das ist die erste Lehrer die wir daraus gezogen haben. Und dann gibt es noch einige grundlegende Dinge, Dinge die man sofort nach Verschwinden einer Person unternehmen kann, um die Möglichkeit der Identifizierung und auch das Auffindens des Betreffenden zu verbessern.“ Das Rote Kreuz ist weltweit im Einsatz, um Angehörigen die Gewissheit über den Verbleib ihrer Liebsten zu geben. Und es wird wohl auch in Zukunft weiter suchen müssen. line
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Text des Podcasts

(Dieser Podcast wurde am 1.12.2006 Erstveröffentlicht)

Weltweit werden Millionen Menschen vermisst. Die Angehörigen haben keine Information über den Verbleib ihrer Verwandten. Oftmals wissen sie nicht einmal den Grund für das Verschwinden. Täglich quälen sie Gedanken rund um das Schicksaal ihrer Liebsten.
Das Rote Kreuz hat es sich zum Ziel gemacht, genau diesen Menschen zu helfen. Durch sein weltweites Netzwerk versucht es den Kontakt zwischen Getrennten Familienangehörigen zu knüpfen, sich auf die Suche nach Vermissten zu machen oder als neutraler Vermittler zwischen Konfliktparteien zu fungieren.
Béatrice Mégevand-Roggo Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz:

OT 2

„Für uns als humanitäre Organisation ist es die Aufgabe bis zur letzten vermissten Person zu kämpfen. Es ist ein sehr schwieriger Prozess, er ist auch sehr zeitaufwändig, es ist wahr, dass es verglichen mit der Menge an Menschen die nach Konflikten vermisst werden nur wenige Erfolge gibt, aber es ist den Versuch wert, es ist wert dafür zu Kämpfen, die Verantwortlichen zu überzeugen, Antworten zu geben. Denn meistens sind es sie, die die Antworten haben.“


Vor 10 Jahren waren die Augen der Welt auf den Konflikt im ehemaligen Jugoslawien gerichtet. Erschüttert waren die Menschen, als sie in den Medien von Massenhinrichtungen, Verschleppungen und den schrecklichen „Ethnischen Säuberungen“ gehört haben. Heute sind diese Eindrücke längst vergessen. Nicht so bei den Menschen im ehemaligen Krisengebiet. In Srebrenica beispielsweise ist der Verbleib von tausenden Menschen immer noch ungewiss: Mégevand-Roggo

OT 1


„Ich denke, dass 10 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen in Srebrenica die Wunden immer noch sehr weit offen sind und es immer noch sehr schmerzhaft für die Familien der Vermissten ist. Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dass jeder versteht, das durch die Suche nach den Liebsten über 10 Jahre oder mehr hinweg es sehr schmerzhaft oder gar unmöglich ist, ein neues Leben anzufangen, nachdem so eine Tragödie passiert ist. Es ist unmöglich das einfach zu vergessen. Und ich denke, dass dies das Schwierigste für die Familien ist und das ist der Bereich in dem wir als internationales Komitee vom Roten Kreuz in den vergangenen 10 Jahren tätig waren und auch in Zukunft tätig sein werden.“

Das Rote Kreuz hilft indem es unter anderem die Umstände des Verschwindens aber auch Informationen über die Vermissten selbst genauestens ermittelt. Weiters nehmen die Mitarbeiter DNA Proben der Angehörigen und vergleichen sie mit Daten aus einer umfangreichen Datenbank.
Immer wieder bringt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz das Book of Missing heraus. Es enthält die Namen von vermissten Personen.
Außerdem werden die persönlichen Gegenstände die bei der Öffnung von Massengräbern geborgen werden im so genannten Book of Belongings abgedruckt. Verwandet sollen somit die Möglichkeit haben ihre Angehörigen dadurch zu identifizieren.
Durch die Jahre lange Erfahrung in diesem Bereich hat das Rote Kreuz vieles gelernt.
Béatrice Mégevand-Roggo:

OT 4

„Ich glaube, wir haben vieles gelernt. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, die Familien nicht alleine zu lassen, bei ihnen zu sein, mit ihnen zu arbeiten. Für sie verfügbar zu sein und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie ihre Frustration und den Ärger über das Geschehene zeigen können, auch wenn wir nicht dafür verantwortlich sind, was passiert ist. Sie müssen darüber sprechen können, sie müssen wissen, dass sie unterstützt und begleitet werden und dass unsere Leute aktiv für sie arbeiten. Das ist die erste Lehrer die wir daraus gezogen haben.
Und dann gibt es noch einige grundlegende Dinge, Dinge die man sofort nach Verschwinden einer Person unternehmen kann, um die Möglichkeit der Identifizierung und auch das Auffindens des Betreffenden zu verbessern.“

Das Rote Kreuz ist weltweit im Einsatz, um Angehörigen die Gewissheit über den Verbleib ihrer Liebsten zu geben. Und es wird wohl auch in Zukunft weiter suchen müssen.

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