afgh minenopfer

Das typische Minenopfer

  • Ein Zivilist: Etwa 70 Prozent der heimtückischen Waffen treffen unschuldige Opfer.
  • Ein Kind, das die Mine auf dem Schulweg, auf dem Spielplatz, auf der Suche nach Feuerholz verstümmelt hat.
  • Die Mutter von drei Kindern, die in Bosnien beim Sammeln von Kräutern auf eine Mine getreten ist.
  • Der Familienvater in Afghanistan, dem die Mine beide Beine und die Fähigkeit, seine Kinder zu ernähren, geraubt hat.
  • Bauern, deren Land von Minen verseucht und für die Bewirtschaftung verloren ist.
  • Flüchtlinge, deren verminte Häuser eine Heimkehr unmöglich machen.
  • Jeder, der im falschen Land zur falschen Zeit einen Fuß auf die Erde setzt.

Antipersonen-Minen: Verbotene Waffen

 

In der Ottawa-Konvention haben sich 156 Länder der Welt verpflichtet, den Einsatz von Antipersonen-Minen zu verbieten. 

 

Österreich verbot die heimtückischen Waffen als eines der ersten Länder weltweit. Maßgeblich dafür war eine Kampagne, die das Österreichische Rote Kreuz 1996 startete.

 

Bis 2009 sollten laut Konvention die Minen in allen 156 Ottawa-Staaten geräumt sein.

 

Dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne: Im Jahr 2007 verzeichneten einige Länder erneute Verminung. Konflikte in Afghanistan, Kolumbien, Georgien oder Sri Lanka haben dazu beigetragen, die Liste der verminten Staaten auf 70 zu verlängern.

Gute Nachrichten gab es 2008 in  Frankreich, Malawi und Swaziland: Diese Länder haben ihre Minenfelder geräumt.  

 

Hintergründe zur Ottawa-Konvention (Factbook, Teil 2)

 

 

Tödliches Erbe

danger mines

 

Über 100 Millionen Antipersonenminen sind weltweit vergraben und weitere 200-250 Millionen werden in Militär-Depots vermutet.

 

Die Anzahl der Menschen, die durch diese tödlichen Apparate verletzt oder getötet werden, ist glücklicherweise rückläufig: Waren es 2003 noch zwischen 15.000 und 20.000 Menschen, so lag die Zahl 2008 bereits unter 10.000.

 

Werden Landminen nicht geräumt, stellen sie lange nach dem Ende eines militärischen Konflikts eine permanente Gefahr dar. Sie verhindern Wiederaufbau, Versöhnung und Rückkehr von Flüchtlingen.

 

Der Einsatz von Antipersonenminen ist vergleichsweise günstig. Eine Mine kostet etwa drei US-Dollar, ihre Verteilung per Hubschrauber ist schnell und flächendeckend. 

 

 

 

Langwierig, gefährlich und teuer ist es allerdings, sie wieder loszuwerden. Minen altern nicht, also müssen sie geräumt werden. Nach Expertenmeinung kostet die Räumung eines Quadratmeters zwischen ein und zwei US-Dollar.

 

 

Lesen Sie mehr: Landminen - das tödliche Erbe der Kriege (Factbook, Teil 1)

Soziale und wirtschaftliche Folgen

Täglich werden 70 Menschen auf der Welt durch Minen verstümmelt oder getötet. Eine Mine zu verlegen dauert drei Sekunden und kostet drei Dollar. Eine zu räumen dauert drei Stunden und kostet 30 Dollar. Der Job der Minenräumer ist sehr gef

Das wahre Ausmaß des Minenproblems lässt sich nicht ausschließlich an der Zahl der Opfer bemessen. Diese Waffen ohne Ablaufdatum haben in vielen Ländern gravierende wirtschaftliche und soziale Langzeitfolgen.

 

Sie beeinträchtigen oder verhindern den Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Infrastruktur, behindern die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen und gefährden das Personal von humanitären Hilfsorganisationen.

 

Antipersonenminen sind außerdem bewusst so konstruiert, dass sie nicht unbedingt töten, sondern schwere Verletzungen zufügen, die in der Regel zu Amputationen führen und mit der Versorgung und Betreuung der Minenopfer zusätzliche Ressourcen binden.

 

Lesen Sie mehr im Factbook (Teil 3)

 

Das Rote Kreuz hilft:

 

  • Minenaufklärung und die Information der Bevölkerung gehört in stark betroffenen Ländern wie Afghanistan oder auch Bosnien zum Standardprogramm des Roten Kreuzes.
  • In orthopädischen Kliniken erhalten Minenopfer Prothesen und Rehabilitationstraining.
  • Microkredite sichern betroffenen Familien oft den Neustart in ein unabhängiges Leben.
     
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