Was Sterbende brauchen
Die vier Dimensionen:
- Der wichtigste Wunsch sterbender Menschen (soziale Dimension) lautet: „Ich möchte nicht alleine sterben”. Damit ist der Wunsch gemeint, im Sterben von denen umgeben zu sein, die einem nahe stehen. Verbunden ist dies oft mit der Hoffnung, in vertrauter Umgebung sterben zu können.
- Der zweithäufigste Wunsch bezieht sich auf die körperliche Dimension und lautet: „Ich möchte ohne Schmerzen sterben.” Dies schließt die Hoffnung ein, ohne körperliche Belastungen, aber auch ohne Entstellungen und geistige Störungen sterben zu dürfen.
- Die dritte Gruppe der Wünsche bezieht sich auf die psychische Dimension und könnte so formuliert werden: „Ich möchte Dinge noch zu Ende bringen dürfen.” Es ist dies der Wunsch, genügend Zeit zu haben, um "letzte Dinge" noch regeln zu können, Beziehungen zu klären, um schließlich loslassen zu können und möglichst auch losgelassen zu werden.
- Schließlich gibt es noch die spirituelle Dimension der Wünsche. Es ist die Hoffnung, dem Sinn des eigenen Lebens und Sterbens nachgehen zu können – und sich auch die Frage nach dem Danach stellen zu dürfen. „Ich brauche Menschen, die es aushalten, wenn ich jetzt alles infrage stelle” ist der häufig geäußerte Wunsch.
Quelle: J. C. Student et al.: Soziale Arbeit in Hospiz und Palliative Care, Reinhardt 2007
Factbook Hospiz
1. (K)ein Tabu: Nichts ist so gewiss wie der Tod
1.1. Statistische Daten
1.3. Trauer wirkt heilend
1.5. Patientenverfügung
2. Der Hospizgedanke – eine Idee schreibt Geschichte
2.1. Cicely Saunders
2.3. Leitlinien im Hospizbereich
2.4. Sterbebegleitung statt Sterbehilfe
3. Palliative Care – Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun
3.1. Akuter, chronischer Schmerz
3.2. Demographischer Wandel
3.3. ÖRK-Positionspapier „Palliative Care” (PDF)
4. Interview mit Heinrich Treichl
5. Reportage: Ein letztes Glas Rotwein
6. Familienmitglieder beim Sterben begleiten
6.1. Familienhospizkarenz
6.2. Grenzen der häuslichen Versorgung
6.3. Grundkurs Betreuung und Pflege in der Familie
7. Wer den Mund spitzt: Die Rotkreuz-Angebote

