Das Rote Kreuz zeigt auch in der Hospizarbeit Engagement

Das Österreichische Rote Kreuz sieht es als eine seiner Aufgaben, sich Menschen in der letzten Lebensphase zu widmen. Es betreibt zu diesem Zweck in Salzburg ein stationäres Hospiz: das Helga Treichl Hospiz. Unter dem Motto „Lindern, wo Heilung nicht mehr möglich ist“ werden Patienten, die unheilbar krank sind, ganzheitlich betreut und begleitet.
Neben dem stationären Hospiz kommen auch mobile Hospizteams des Roten Kreuzes zum Einsatz.

 

Das Haus des Roten Kreuzes

Helga Treichl Hospiz in Salzburg

Das Pflegeheim „Haus des Roten Kreuzes“ liegt am südlichen Rand der Stadt Salzburg. Ein kleines Haus mit großem Engagement. Familiäre Atmosphäre in Verbindung mit professioneller Betreuung liegt dem Hospiz sehr am Herzen. 2002 konnte das Helga Treichl Hospiz seine erste Patientin stationär aufnehmen.


Die Station bietet zehn geräumige Einzelzimmer mit südseitigen Terrassen, ein Wohnzimmer mit Kochmöglichkeit, ein Gästezimmer für Angehörige und Praktikanten, einen „Raum der Stille“ und einen separaten Seminarbereich. Das Gebäude ist von einer großzügigen, ruhigen Gartenanlage umgeben.

Das multiprofessionelle, palliativmedizinisch ausgebildete Team aus Medizinern, Pflegepersonen, Psychotherapeuten und Sozialarbeitern wird durch Seelsorger, Physiotherapeuten und Kunsttherapeuten unterstützt. Erstmals in Österreich kommt auch ein sogenanntes Brückenteam zum Einsatz. Die Mitarbeiter kümmern sich um die „großen“ Themen wie Schmerzbehandlung, Symptomlinderung und Trauerbegleitung ebenso wie um die „kleinen“ Themen, die für die Lebensqualität so wichtig sind und sorgen dafür, dass auch der Humor in diesem schwierigen Lebensabschnitt nicht verloren geht (mehr zum Angebot des Helga Treichl Hospiz).

Mobile Hospizteams

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Der mobile Hospizdienst des Österreichischen Roten Kreuzes ist eine Lebens- Sterbe- und Trauerbegleitung auf mobiler Basis. Das heißt, das Team kommt zu den unheilbar kranken Menschen – entweder nach Hause, ins Krankenhaus oder ins Pflegeheim. Die Mitarbeiter versuchen, den Patienten in seiner letzten Lebensphase zu begleiten. Ebenso werden die Angehörigen in dieser schwierigen Lebensphase unterstützt. Der mobile Hospizdienst ist dabei völlig unabhängig von jeder religiösen oder politischen Zugehörigkeit. Er wird derzeit in den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Oberösterreich und Niederösterreich angeboten.


Hauptsächlich besteht die Arbeit eines mobilen Hospizteams darin, dem Schwerkranken und Sterbenden zu zeigen, dass man Zeit für ihn hat. Oft geht es bei den Gesprächen um die Bewältigung der kleinen Probleme, für die im Stationsalltag oder daheim keine Zeit mehr bleibt. Wie immer dieses „Zeithaben“ ausschaut, richtet sich ganz nach dem Patienten und seinen individuellen Bedürfnissen. Da die mobilen Hospizteams keine therapeutischen oder pflegerischen Aufgaben zu erledigen haben, sind sie in diesem Bereich sehr flexibel.

Ehrenamtliche Begleiter machen die mobilen Hospizteams erst möglich. Die Teammitglieder sind Frauen und Männer, die der Schweigepflicht unterliegen. In speziellen Ausbildungen lernen die Teilnehmer, wie sie die trauernden Menschen im Alltag bestmöglich unterstützen können. Der Umgang mit den eigenen Gefühlen, die Form der Gesprächsführung sowie jene des Zuhörens spielen dabei eine wesentliche Rolle. „Unser Angebot beinhaltet auch die umfassende Beratung und Koordination zur optimalen Versorgung von unheilbar kranken Menschen. Ziel ist es, Angehörige zu entlasten und ihnen mit professionellen Ratschlägen zur Verfügung zu stehen. Dabei arbeiten wir natürlich eng mit Ärzten, Krankenhäusern, Pflegeheimen und mobilen Diensten zusammen“, so Sabine Greimel vom mobilen Hospizteam der Rotkreuz-Bezirksstelle Kirchdorf.

Aufgaben

  • Begleitung und Unterstützung von Menschen in kritischen Lebensphasen (Krankheit, Tod, Trauer)
  • Trauerbegleitung
  • Unterstützung und Beratung von Angehörigen und Institutionen
  • Durchführung der notwendigen Dokumentation


Der Erstkontakt kann über den Betroffenen selbst oder durch Familienmitglieder hergestellt werden. Das Kennenlernen zwischen der Familie und dem Hospiz- bzw. Trauerbegleiter findet meist im Beisein des jeweiligen Bezirkskoordinators statt. Bei diesem Erstgespräch geht es vor allem um die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Klienten sowie Angehörigen und Bezugspersonen. Nähere Informationen erhalten Interessierte bei den jeweiligen Rotkreuz-Bezirksstellen bzw. in der Abteilung für Gesundheits- und Soziale Dienste. Die Trauerbegleitung des mobilen Hospizdienstes ist kostenlos.

Lesen Sie im letzten Teil des Rotkreuz-Factbooks zum Thema Hospiz ein Interview mit dem wirtschaftlichen Leiter und der medizinischen Leiterin des Helga Treichl Hospizes.

 

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