Unsere Zivildienstleistenden über ihre Tätigkeit

Erfahrungen von Zivildienstleistenden

 

Genug der „grauen Theorie“: Lassen wir jene zu Wort kommen, die es am besten wissen müssen. Wir haben einige Zivildienstleistende zu ihren Erfahrungen rund um ihre Tätigkeit befragt.

 

Christian Reiterer, Bezirksstelle Oberwart

Warum hast Du Dich dazu entschieden, Zivildienstleistender beim Roten Kreuz zu werden?

Der Grund für meine Entscheidung war, dass ich, das Arbeiten mit Menschen, welche Hilfe und Betreuung brauchen, für sinnvoll finde. Weiters fand ich die Arbeiten im Rettungswesen sehr interessant.

 

Fühlst Du Dich wohl beim Roten Kreuz?

Ja, da bei uns auf der Dienststelle ein angenehmes Arbeitsklima herrscht. Außerdem verstehe ich mich mit allen anderen auf der Dienststelle sehr gut.

 

Was findest Du an dieser Arbeit besonders bereichernd?

Ich lerne während meiner Zeit als Zivildiener mit Menschen umzugehen bzw. auf die Menschen einzugehen. Auch die Gespräche mit den Patienten finde ich für sehr wichtig.

 

Glaubst Du, dass Dir die Erfahrungen aus Deiner Tätigkeit später nützlich sein können?

Da ich in Zukunft auch mit Menschen arbeiten will, wird mir der Umgang mit anderen Menschen um einiges leichter fallen, als vor meinem Zivildienst.

Auch das Wissen über den Rettungsdienst werde ich in Zukunft gut gebrauchen können.

 

Christian Schur, Bezirksstelle Eisenstadt:

Als jüngster von drei Brüdern stand schon während deren Präsenzdienst für mich fest, dass ich mich nach meinem Schulabschluss für den Zivildienst entscheiden werde. Für mich war der Zivildienst eine Zeit, in der ich sehr viel gelernt habe. Beim Umgang mit älteren Menschen aber auch bei Unfällen musste ich kühlen Kopf bewahren. Vor meinem Zivildienst dachte ich, dass die Hauptaufgabe vom Roten Kreuz hauptsächlich das Versorgen von Unfallopfern ist. Während meines Zivildienstes wurde ich hauptsächlich für Krankentransporte eingesetzt. Auch meinen Kollegen passierte es eher selten, dass sie zu schweren Unfällen gerufen wurden. Ich bereue es nicht, dass ich mich für den Zivildienst entschieden habe. Für mich war es sehr wichtig, diese Phase des Helfens zu erleben.

Die zwölf Monate sind für mich sehr schnell vergangen und ich würde mich noch einmal für den Zivildienst entscheiden. Die Erfahrungen, welche ich in diesem Jahr sammelte, waren derart wertvoll für mich, dass ich dem Roten Kreuz Burgenland, Bezirksstelle Eisenstadt, als freiwilliger Mitarbeiter weiterhin zur Verfügung stehe.

 

Hannes Jandrisovits:

Mein Name ist Hannes Jandrisovits, ich bin 18 Jahre alt und arbeite als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Wie jeder Jugendliche, auf dessen Musterungsbescheinigung das Wort „tauglich“ zu lesen ist, musste auch ich mich entscheiden, ob ich zum Bundesheer gehen oder Zivildienst leisten sollte. Anfangs war ich nicht ganz sicher, aber nachdem ich die Vor- und Nachteile abwog, war meine Entscheidung klar.

Ich wollte eine Arbeit verrichten, die mir sinnvoll erscheint und bei der ich Menschen helfen kann. Außerdem war es mir wichtig, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu handeln. Es sollte eine Arbeit sein, durch die ich etwas lernen würde und von der ich auch später noch profitieren würde.

Aufgrund dieser Überlegungen fiel meine Wahl auf den Zivildienst als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz.  Während meiner Dienstzeit begegne ich Menschen, die aus verschiedensten Gründen Hilfe benötigen. Meine Aufgabe ist es, genau diesen Leuten, soweit es mir möglich ist, Hilfe zuteil werden zu lassen. Das erfordert oft nicht nur Wissen, sondern auch ein gutes Gespür für Menschen und die Situationen, in denen sie sich befinden. Deshalb ist meine Arbeit auch äußerst abwechslungsreich, da ich mich ständig neuen Situationen stellen muss. Das betrifft sowohl schwierige Rettungseinsätze, als auch „einfache“ Krankentransporte. Diese Art von Arbeit bringt natürlich auch ein hohes Maß an Verantwortung mit sich.

Um auf  meine Tätigkeit als Rettungssanitäter nicht unvorbereitet „losgelassen“ zu werden, wurde ich drei Wochen lang in Theorie unterrichtet und anschließend etwa einen Monat lang praktisch geschult. Während dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, mich auf meine Arbeit einzustellen und alle Kollegen kennen zu lernen.

Die Erfahrungen, die ich durch die verschiedensten Erlebnisse gemacht habe und noch machen werde, sind eine Bereicherung für mich und etwas, das mir später wahrscheinlich sehr hilfreich sein wird. Seit sich die finanzielle Situation der Zivildiener gebessert hat, ist auch die Verpflegung sehr viel einfacher geworden. 

 

Da mir meine Arbeit sehr viel Freude bereitet und ich mir sicher bin, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, stört es mich absolut nicht, dass mein Dienst drei Monate länger als der Dienst beim Bundesheer dauert. Alles in allem ist der Zivildienst beim Roten Kreuz eine Erfahrung, durch die ich sehr viel gelernt habe und die ich nicht missen möchte.

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