Katastrophenhilfe im Wandel der Zeit

 

Der Ungarnaufstand im Jahre 1956 bedeutete den ersten großen Katastropheneinsatz für den damals noch relativ jungen Landesverband Burgenland. In Mustergültiger Weise gelang es den Vorfahren der heutigen Katastrophen-Schnelleinsatzgruppe, eine immense Zahl an Flüchtlingen mit Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu versorgen. Nach diesem Ereignis war der Grundstein zu einer ständigen Vorsorge und Einsatzbereitschaft für Katastrophenereignisse geschaffen. In den darauffolgenden Jahren wurden materielle Reserven angelegt, was nach dem Neubau des Landesverbandsgebäudes (1977) in der Schaffung des Katastrophenmagazines seinen vorläufigen Höhepunkt fand.

Die moderne Katastrophenhilfe unterteilt sich in die Bereiche medizinische und soziale Katastrophenhilfe.
Schwerpunktmäßig wurde mehr auf lokalen Personal- und Materialressourcen in den Bezirken gelegt.
Die Schnelleinsatzgruppen (SEG) wurden geschaffen. Wie sinnvoll und notwendig die vor allem die personelle Bereitschaft ist, zeigte die DDR-Füchtlingswelle (Sommer 1989).
Kaum war der DDR-Flüchtlingsstrom vorüber, gab es zu Weihnachten 1989 einen Umsturz in Rumänien, wodurch zahlreiche Hilfstransporte und Hilfsaktionen erfolgten. Das burgenländische Rote Kreuz verlegte sich darauf, einen Beitrag zur "Hilfe als Selbsthilfe" zu leisten und errichtete in der rumänischen Stadt Teaca (Tekendorf) ein Kleinspital. Die Zentrale des Österreichischen Roten Kreuzes in Wien unterstützte dieses Projekt ebenso wie die Burgenländische Landesregierung, der ÖGB, die Kammer der gewerblichen Wirtschaft, die BEWAG und diverse Firmen. Im Herbst 1993 wurde das Gebäude im Rahmen eines Festaktes von Präsident Hofrat Dr. Edmund Zimmermann übergeben. 1991 erreichte der Krieg zwischen Serben und Kroaten seinen Höhepunkt. Tausende Kroaten flüchteten aus dem Kriegsgebiet, viele davon nach Österreich und speziell in das Burgenland.

 

Gerade in der Zukunft wird die Katastrophenhilfe ein wichtiges Thema sein und das burgenländische Rote Kreuz muss für den Ernstfall gerüstet sein.

Ab 1991 galt die Hauptsorge den ständig erforderlichen Auslandseinsätzen, dem Mangel an medizinischem Material, sowie fehlenden Richtlinien für die Bewältigung von Großschadensereignissen. Mit dem Beschluss der neuen Katastrophenvorschriften (1993) "Großschadensereignis" erfolgte ein umfangreiches Umdenken in vielen Bereichen der Katastrophenvorsorge. Die Einsatzbereitschaft der SEG ist heute durch den Ankauf von Gruppenrufempfängern Tag und Nacht raschest gewährleistet. - Auf "Knopfdruck" können in jeder Bezirksstelle die Ärzte und Sanitäter der Schnelleinsatzgruppen alarmiert werden. Diese Einsatzbereitschaft konnte in mehreren unangekündigten Alarmübungen überprüft werde. Ein schweres Eisenbahnunglück zwischen Neufeld/Leitha und Müllendorf im September 1995 stellte dann den Ernstfall dar. Die Rettungskette - Sanitätskraftwagen, Notarzt und Hubschrauber - bewährte sich in hervorragender Weise.

1994 wurde die Rotkreuz-Amateurfunkstation des Landesverbandes Burgenland (Eisenstadt) in Betrieb genommen werden. Da auch die Funkkommunikation ein Problem darstellt, wurde im Mai 1995 die erste "Mobile Leitstelle" (MLS) des Burgenlandes in Betrieb genommen. Dieses Fahrzeug soll in Zukunft als Leitstelle am Schadensort die Kommunikation wesentlich verbessern und wird für den Bereich Nordburgenland in Eisenstadt stationiert. Mit der Inbetriebnahme eines zweiten Fahrzeuges (1996), welches in Oberwart stationiert ist, soll die flächendeckende Funkversorgung gewährleistet sein.

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