Ungarnhilfe 1956, Rotes Kreuz Burgenland, Das Rote Kreuz hilft den Ungarnflüchtlingen
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Ungarnhilfe 1956, Rotes Kreuz Burgenland, Das Rote Kreuz hilft den Ungarnflüchtlingen, Präsident Adalbert Riedl mit Mitarbeitern der Ungarnhilfe
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Ungarnhilfe 1956, Rotes Kreuz Burgenland, Das Rote Kreuz hilft den Ungarnflüchtlingen, Foto vom 6.11.1956
Ungarnhilfe 1956, Rotes Kreuz Burgenland, Das Rote Kreuz hilft den Ungarnflüchtlingen, Ausspeisung in der Rheinlandsiedlung in Eisenstadt
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Ungarnhilfe 1956
Ungarnhilfe 1956, Rotes Kreuz Burgenland, Das Rote Kreuz hilft den Ungarnflüchtlingen, Feldküche

Das Jahr 1956 stellte die bislang größte Herausforderung für das Burgenländische Rote Kreuz dar.

 

„Als sich im November 1956 der Flüchtlingsstrom aus Ungarn über das Burgenland ergoss, sah sich das Land vor schier unlösbare Probleme gestellt. Die Einsatzbereitschaft des Roten Kreuzes, das unermüdliche Wirken des Personals und die Fülle der vom Roten Kreuz aufgebrachten Mittel haben wesentlich zur Bewältigung dieser Probleme und damit zum Gelingen eines Werkes beigetragen, das im Urteil der Weltöffentlichkeit höchste Anerkennung gefunden hat. In diesen Leistungen haben die Ideale des Roten Kreuzes eine würdige Verwirklichung gefunden. Zeugen dieser einmaligen Leistungen sind tausende und abertausende Flüchtlinge, die das Rote Kreuz vor der ärgsten, materiellen und seelischen Not befreite.“ (Landeshauptmann Johann Wagner)

 

 

Was damals geschah

 

Die ungarische Bevölkerung war mit ihrer kommunistischen, moskau-treuen Regierung im höchsten Maße unzufrieden und zeigte in mehreren Demonstrationen ihren Unmut gegen die politische Elite. Schließlich kam es zu bewaffneten Kämpfen, welche am 23. Oktober 1956 im Zuge einer Großdemonstration in Budapest ihren Ausgang nahmen. Bald schien es, als ob die oppositionellen Kräfte unter Imre Nagy das Regime gestürzt hätten. Die sowjetischen Streitkräfte zogen sich am 31. Oktober 1956 aus Budapest zurück. Am nächsten Tag verkündeten die Ungarn ihre Neutralität. Überall im Land wurde gefeiert. Die Siegesfreude währte aber nur wenige Tage, denn bereits am 4. November begann die zweite Intervention des sowjetischen Militärs, und die Rote Armee brachte durch einen massiven Truppeneinsatz die Lage wieder unter ihre Kontrolle. Vor allem in Westungarn dauerte der Widerstand aber noch weitere zwei Wochen an.

 

 

Eine Flüchtlingswelle ungeahnten Ausmaßes

 

Im November 1956 flohen innerhalb weniger Wochen rund 180.000 Ungarn über die burgenländische Grenze nach Österreich. Allein auf dem Eisenstädter Bahnhof kamen am 4. November 5.000 Flüchtlinge an. Vor allem jene, die am Aufstand beteiligt gewesen waren, sahen darin das einzige Mittel zur Rettung. Einzelpersonen, Familien, Frauen, Männer und Kinder – sie alle nahmen die beschwerliche Flucht auf sich, um sich ins sichere Nachbarland zu retten. Dann wurde die Grenze durch die sowjetischen Soldaten komplett abgeriegelt und es gab keine Möglichkeit mehr zur Flucht.

 

 

Das Rote Kreuz hilft, wo es kann

 

In den ersten Tagen galt es vor allem, spontan Hilfe zu leisten. Unterstützung ungeahnten Ausmaßes kam dabei von der Bevölkerung unseres Bundeslandes. Die Burgenländische Landesregierung und das Burgenländische Rote Kreuz waren jedoch nicht in der Lage, die notwendige Hilfeleistung allein für längere Zeit aufrecht zu erhalten.

Entlang der Grenze wurden unverzüglich „Auffanglager“ installiert und mit Schlaf- und Kochmöglichkeiten ausgestattet. Allein in Rechnitz wurden beispielsweise bis zu 370 Flüchtlinge pro Tag versorgt. Öffentliche Gebäude wie Schulen, aber auch ehemalige militärische Gebäude, wurden als provisorische Unterkünfte eingerichtet. Auch zahlreiche Privathaushalte nahmen Flüchtlinge auf.

 

„Am 4.11.1956 waren auf dem Eisenstädter Bahnhof auf einmal 5.000 Flüchtlinge. Sie mussten innerhalb kürzester Zeit ausgespeist werden. Alle Leute wurden bestürmt und überall Brot und Wurst aufgekauft. Drei Monate hindurch war das burgenländische Rote Kreuz alleiniger Erhalter des Eisenstädter Lagers. Erst dann schaltete sich der Staat ein und gab Geld her. Bis dahin wurde alles vom Roten Kreuz finanziert und organisiert. So gab es in diesen Monaten Situationen, die immer und überall einen ganzen Mann erforderten.“ (Aus einem Bericht des Roten Kreuzes)

 

In Eisenstadt und Kaisersteinbruch wurden zwei große Lager vom Roten Kreuz betreut.

 

 

Internationale Solidarität

 

Insgesamt 20 Rotkreuz-Gesellschaften boten ebenfalls ihre Hilfe an und entsandten Hilfslieferungen ins Burgenland. Zahlreiche Regierungen wurden vom Hochkommissar der Vereinten Nationen ersucht, so viele Ungarn wie möglich aufzunehmen. Viele westeuropäische Länder erklärten sich unverzüglich dazu bereit, sodass innerhalb von 2 Wochen immerhin 7.000 Ungarn Österreich verlassen konnten. Die internationale Hilfe lief an. Die Arbeit der verschiedenen Mannschaften wurde dabei von der Liga der Rotkreuz-Gesellschaften (heute IKRK – Internationales Komitee vom Roten Kreuz) koordiniert.

 

 

Als Zeichen des Dankes für die Leistungen des Roten Kreuzes errichteten Ungarn-Flüchtlinge einen Gedenkstein vor dem Landesverband in Eisenstadt, welcher bis heute an die Ereignisse des Jahres 1956 erinnert.

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