Die Zusammensetzung unseres Blutes

Blutplaettchen

Blut setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen, der Blutflüssigkeit (= Blutplasma) und den festen Bestandteilen, den verschiedenen Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen). Alle Blutzellen werden im Knochenmark gebildet. Darüber hinaus enthält Blut viele weitere kleine Teilchen, die jedes für sich eine für das Leben notwendige Funktion haben. Blut kann nur vom Körper selbst gebildet werden und ist deshalb durch nichts zu ersetzen.

Unser Blut setzt sich zusammen aus:
49,5 % Wasser (Blutflüssigkeit oder Blutplasma)
1,09 % Fett, Zucker, Kochsalz
4,4 % Eiweiße (Proteine)
42,8 % rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
0,07 % weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
2,14 % Blutplättchen (Thrombozyten)

Die meisten: rote Blutkörperchen (Erythrozyten)

Schematische Darstellung von roten Blutkörperchen

Bis zu 30 Billionen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) besitzt der Mensch. Sie sind es, die den lebenswichtigen Sauerstoff durch den Körper transportieren (von der Lunge zu den Körperzellen) und Kohlendioxid zurück zu den Lungen schaffen. Rote Blutkörperchen enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der den Sauerstoff chemisch an sich bindet. Erythrozyten leben nur etwa drei Monate lang und sterben dann, vom Knochenmark werden allerdings pro Sekunde zwei Millionen neue Erythrozyten gebildet. In einem einzigen Tropfen Blut befinden sich fünf Millionen rote, aber nur 9000 weiße Blutkörperchen.

Jeder Mensch kann einen gewissen Blutverlust ausgleichen und verkraften. Ein gesunder Erwachsener kann bis zu 15 % seines Blutvolumens verlieren, ohne dass schwere Schäden auftreten. Der Körper kann jedoch die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen, wenn der Blutverlust 30 % des Blutvolumens übersteigt. In diesem Fall muss von außen Blut zugeführt werden, bis sich der Körper regeneriert. Bei schwereren Unfällen und Verletzungen, bei inneren Blutungen oder bei Krankheiten, bei denen der Körper nicht mehr selbst ausreichend Blut bilden kann, müssen die verloren gegangenen Erythrozyten so schnell wie möglich durch eine Bluttransfusion ersetzt werden.

Die Angreifer: weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

Schematische Abbildung weißer Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehören zum Abwehrsystem des Körpers. Sie sind in der Lage, körperfremde Gewebe und Zellen, also auch Krankheitserreger, zu erkennen: Lymphozyten, die "Klügsten", vergessen niemals einen Feind: Generationen dieser kleinen weißen Blutkörperchen "merken" sich Krankheitserreger. Wer etwa als Kind die Masern hatte, dessen Lymphozyten haben das Masern-Virus kennen gelernt. Sie finden und erkennen es immer, wenn es in den Körper eindringt, und zerstören es - auch noch mit 80 Jahren. Monozyten, die großen weißen Blutkörperchen, gehören ebenfalls zur Krankheitsabwehr des Körpers. Sie können sich sehr rasch bewegen und Krankheitserreger umzingeln und verschlingen, bevor sie tiefer in den Körper eindringen. Granulozyten schließlich sind die ersten Angreifer unter den Leukozyten, die darangehen, in den Körper eindringende Krankheitserreger sofort unschädlich zu machen.

Die Kleinsten: Blutplättchen (Thrombozyten)

Blutplaettchen

Blutplättchen (Thrombozyten) sind die kleinsten sichtbaren Zellen im Blut und zugleich die "klebrigsten" Blutzellen. Sie sind als eine Art "inneres Pflaster" wichtig für die Blutgerinnung und sammeln sich an Stellen, an denen eine Ader verletzt wurde, um die Öffnung wieder zu verschließen. Mit ihrer Hilfe gerinnt das Blut und bildet eine Kruste. Daher werden sie auch zur Transfusion bei sehr großen Blutverlusten und häufig für Patienten mit Blutkrebserkrankungen benötigt.

 

Fast nur Wasser: das Blutplasma

Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Darin enthalten sind allerdings wichtige Stoffe: Eiweiße, die für die Aufrechterhaltung der Flüssigkeitsmenge in den Adern wichtig sind (z. B. Albumin), Gerinnungsfaktoren (ebenfalls Eiweißverbindungen), die im Zusammenspiel mit den Blutplättchen an der Wundoberfläche für die Blutstillung notwendig sind. Wasser, Eiweiße, Salze und Säuren bilden zusammen das Blutplasma. Bei sehr großen Blutverlusten oder Operationen wird Plasma verabreicht (transfundiert), ebenso bei Blutungskomplikationen mit einer Störung der Blutgerinnung. Viele wichtige Medikamente, wie zum Beispiel Gerinnungspräparate für Bluter, Präparate für Intensivpatienten und Mittel gegen schwere Infektionen, werden aus Plasma hergestellt.

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