Das Informationsgespräch der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland am 23. November 2013 fand erstmals im Parkhotel Schönbrunn statt. Dieser Tagungsort wurde als große Verbesserung begrüßt.

 

RA Dr. Monika Ploier hat in ihrem Referat rechtliche Aspekte der Transfusionsmedizin anschaulich dargestellt. Ihr Schwerpunkt lag bei der vorbildlichen Gesetzgebung, die das Spendewesen in Österreich regelt. Klinische Situationen, die Anlass zu Rechtsstreitigkeiten geben, sind selten. Durch eine anschauliche Dokumentation kann die Kommunikation zwischen Juristen und Ärzten erleichtert werden.

 

Univ.-Prof. Dr. Dieter W. M. Schwartz berichtete über die Entwicklung des Ausbildungskonzeptes für Transfusionsmediziner. Trotz ambitionierter Zielsetzung ist wahrscheinlich auch im nächsten Jahr noch kein Abschluss in Sicht. Die Auswirkungen der Veränderungen in der medizinischen Ausbildung sind derzeit sehr schwer abschätzbar.

 

Univ.-Prof. Dr. Josef Neumüller hat sich auch im Ruhestand seine jugendliche Begeisterung für sein Spezialgebiet die Thrombozyten bewahrt. Er zeigte die neuesten Aufnahmen mit den Rasterelektronenmikroskop. Die zahlreichen Aufgaben der Blutplättchen, die weit über die Blutstillung hinaus für den Organismus wichtig sind, sind so dokumentiert, dass das Betrachten der Bilder ein Vergnügen ist.

 

Univ.-Prof. Dr. Nina Worel gab eine umfassende Übersicht über den derzeitigen Stand der Therapie mit hämatologischen Stammzellen. Die unterschiedlichen Herkunftsquellen - Knochenmark, peripheres Blut und Nabelschnur – müssen differenziert betrachtet werden. In Zukunft werden vermehrt ältere Patienten Therapien mit Stammzellsupport erhalten. Damit wird aber auch die Möglichkeit einen gesunden Geschwisterspender zu finden abnehmen. Deshalb und auch wegen der Migration gewinnt der Aufbau von Zellbanken immer mehr an Bedeutung.

 

Dr. Christof Jungbauer konnte bei den Problemen, die durch Migration auf das Blutspendewesen zukommen, anknüpfen. In seinem Vortrag über die Kryokonservierung seltener Bluttypen beschrieb er Kosten und Nutzen dieser aufwändigen Lagerung.

 

Dr. Elisabeth Schistal krönte die Veranstaltung mit immunhämatologischen Fallbeispielen, die bei allen, die an praxisnaher Fortbildung interessiert sind, besonders beliebt sind. In der täglichen Routine sind diese ausgewählten Fälle selten. In Notfällen und unter Zeitdruck muss das anstehende transfusionsmedizinische Problem gelöst werden.

 

Vorträge zum Download:

Rechtliche Aspekte in der Transfusionsmedizin

Ausbildungskonzept Transfusionsmedizin

Die Multifunktionalität des Thrombozyten

Stammzellentransplantation: Cordblood, Stammzellen-Apherese, Knochenmark

Kryokonservierung von seltenen Bluttypen

Immunhämatologische Fallbeispiele

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