RÜCKBLICK: Fortbildungsveranstaltung für Blutdepotbeauftragte 2012

bsz

Die jährliche Fortbildungsveranstaltung für Blutdepotbeauftragte in der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland fand traditionell an 2 Terminen (15. Mai und 12. Juni 2012) statt. Wir konnten uns wieder über regen Besuch und eine hervorragende Bewertung freuen. Die zahlreichen Anregungen in den Evaluationsbögen werden wir bei der zukünftigen Programmgestaltung selbstverständlich berücksichtigen.

 

Prof. Dr. Renate Heinz hat heuer ein Thema gewählt, das zum Nachdenken anregen soll: Betrug in der Wissenschaft ist kein neues Phänomen. Doch der zunehmende Konkurrenzdruck um knapper werdende Mittel, der Publikationszwang, bei dem nur die Erstpublikation wissenschaftlichen Ruhm einbringt, ist für ehrgeizige WissenschaftlerInnen eine Herausforderung. Dazu kommt, dass die neuen Medien unseren Alltag verändern. Plagiate mittels Copy and Paste-Tastenkombination sind ebenso wie Downloads ohne Beachtung des Urheberrechts einfach- und vielfach fehlt das Unrechtsbewusstsein. Deshalb ist eine offene Diskussion und die „Awareness“ für die neu entstandene Problematik wichtig.

 

Dr. Johanna Haselböck (Medizinische Universitätsklinik Wien) gab einen kompetenten Überblick über die veränderten Guidelines zur Behandlung der Idiopathischen Thrombozytopenie.

 

Prof. Dr. Michaela Horváth (Medizinische Universitätsklinik Wien) fasste in ihrem Referat die Indikationen zur Gabe bestrahlter Blutprodukte unter besonderer Berücksichtigung der Situation im AKH zusammen.

 

Dr. Regina Reisner und Dr. Ernst Schlögl haben über Transfusionszwischenfälle – Erfahrungen aus dem Hanuschkrankenhaus berichtet. Es zeigte sich, dass TRALI trotz steigender Meldemoral im Gegensatz zur Anzahl der Publikationen zu diesem Thema in der Praxis eine Rarität ist. So wichtig ein funktionierendes Hämovigilanzsystem ist, so deutlich zeigt sich, dass Blut das sicherste Arzneimittel ist. Aber die Wachsamkeit darf natürlich nicht nachlassen!

 

Dr. Barbara Glock widmete deshalb ihren Vortrag dem Risikomanagement. Standardisierte Abläufe tragen zur Sicherheit bei. Wie immer verstand es Dr. Glock, die trockene Materie anschaulich darzustellen.

 

Dr. Elisabeth Schistal und Dr. Christof Jungbauer referierten über das Vorgehen bei Verdacht auf Antikörper gegen hochfrequente Antigene. Dieses für die Praxis relevante Thema stieß natürlich auf großes Interesse.

 

Nach dem Mittagessen konnte im Rahmen einer Führung der Einblick in die praktische Arbeit der Blutspendezentrale vertieft werden. Individuelle Probleme wurden im persönlichen Gespräch ausführlich diskutiert.

 

 

Alle Vorträge stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

 

Vortrag: Betrug in der Wissenschaft (Heinz)

Vortrag: Immunthrombozytopenie (Haselböck)

Vortrag: Indikation für bestrahlte Blutprodukte (Horvath)

Vortrag: Transfusionszwischenfälle – Erfahrungen aus dem Hanusch Krankenhaus (Reisner/Schlögl)

Vortrag: Risikomanagement (Glock)

Vortrag: Vorgehen bei Verdacht auf Antikörper gegen hochfrequente Antigene (Schistal/Jungbauer)

socialshareprivacy info icon