World Humanitarian Summit

Der erste "World Humanitarian Summit" fand am 23. und 24. Mai 2016 mit über 9.000 Teilnehmern in Istanbul statt. Regierungsvertreter aus aller Welt, UN-Organisationen und NGOs wie das Rote Kreuz sowie Wissenschaftler und Vertreter des Privatsektors trafen sich, um die Effizienz humanitärer Hilfe zu steigern. Das Resultat ist die "Agenda for Humanity" mit 32 Verpflichtungen zu fünf Kernthemen.

Ein Zeitalter, in dem Naturkatastrophen und Konflikte häufiger, intensiver und komplexer werden, braucht die humanitäre Hilfe alle Akteure - so die Vision von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der mit dieser Vision den ersten "World Humanitarian Summit" ins Leben rief. "Über 60 Millionen Menschen sind gezwungen worden, ihre Heimat aufgrund von Konflikten und Gewalt zu verlassen. Bei diesem Gipfeltreffen werden sich humanitäre Partner aus der ganzen Welt sich zu konkreten Handlungen, um dieses Leid zu lindern, verpflichten", kündigt der stellvertretende UNO-Generalsekretär Jan Eliasson an.

An zwei Tagen trafen sich in Istanbul über 9.000 Teilnehmer, darunter 55 Staats- und Regierungschefs, 180 UNO-Mitgliedsländer, Vertreter aus Krisenregionen, Hilfsorganisationen, Vertreter der Privatwirtschaft und Wissenschaftler. Die Delegation des Österreichischen Roten Kreuzes wurde von Generalsekretär Werner Kerschbaum angeführt.

Im Vorfeld des Gipfels ermittelten 23.000 Experten rund um die Welt die brennendsten humanitären Herausforderungen. Fünf Kernelemente sind in der "Agenda für Menschlichkeit" zusammengefasst: Konflikte beenden oder verhindern; die Regeln des Krieges - also das humanitäre Völkerrecht - respektieren; in humanitäre Hilfe investieren und sie, auch finanziell, ermöglichen; niemanden ohne Hilfe zurücklassen; das Leben der Menschen verändern - von Hilfsleistungen zum Ende der Bedürftigkeit gelangen.

Weltweit sind über 125 Millionen Menschen von humanitärer Hilfe abhängig. Jedes Jahr steigen die humanitären Bedürfnisse und mehr Menschen brauchen Hilfe über einen längeren Zeitraum. "Jene Vertreter von Staaten, UN und Hilfsorganisationen, die beim World Humanitarian Summit in Istanbul Verpflichtungen eingegangen sind, sehen sich vor gewaltigen Herausforderungen", sagt Rotkreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum. "Eine dieser Herausforderungen ist die Finanzierung der humanitären Hilfe. Rund 25 Milliarden US-Dollar werden weltweit im Jahr dafür aufgewendet. Die UN hat errechnet, dass 15 Milliarden Dollar fehlen, um allen 125 Millionen betroffenen Menschen ein würdevolles Überleben zu ermöglichen."

Über 30 der größten Geldgeber haben daher beim World Humanitarian Summit eine Vereinbarung getroffen, den sogenannten "Grand Bargain", der mit Effizienz- und Effektivitätssteigerung der humanitären Hilfe dafür sorgen soll, dass mehr Finanzmittel bei den bedürftigen Menschen ankommen.

Finanzfragen sind aber nur eine Stoßrichtung des Gipfels, wie oben angeführt, geht es am "World Humanitarian Summit" um nichts Geringeres als die Verhinderung menschlichen Leids und das Ende der Bedürftigkeit. "Kriege und Naturkatastrophen abzuschaffen wird uns leider nicht gelingen. Was gelingen muss, ist es unsere Regeln anzupassen, um menschliches Leid so gut wie möglich zu verhindern", fordert Werner Kerschbaum.

socialshareprivacy info icon