Arbeit an der Nachhaltigkeit

Uganda 2017 - ERU WASH
©ÖRK/Christine Widmann

In den 1990er-Jahren haben die Vereinten Nationen (UN) acht Millennium-Entwicklungsziele für die am wenigsten entwickelten Länder definiert. Bis 2015 wurde einiges erreicht - zum Beispiel die Verringerung der weltweiten Armut -, viele globale Probleme sind jedoch nach wie vor ungelöst.

Nachhaltige Entwicklungsziele

Die UN haben darauf reagiert und 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ("Sustainable Development Goals" - SDGs) gesteckt, die bis 2030 erreicht werden sollen - in allen Staaten der Erde. Neben sozialen sind es auch wirtschaftliche und Umweltziele. Im Ziel Nummer 16 geht es um Frieden und Gerechtigkeit. Denn wo kriegerische Konflikte und Gewalt herrschen und fragile Staaten ihre eigenen Bürger nicht schützen können, kann es keine Entwicklung geben. Außerdem hat Österreich beim "World Humanitarian Summit" im Mai 2016 zugesagt, den Respekt für das humanitäre Völkerrecht in bewaffneten Konflikten und insbesondere den Schutz von Zivilisten zu fördern.

Globaler Gesellschaftsvertrag


"In einer Welt mit globalen Herausforderungen und erdumspannenden gegenseitigen Abhängigkeiten kann nur ein globaler Gesellschaftsvertrag eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder sichern. Dieser Auftrag geht an uns alle, insbesondere an die Regierungen, aber auch an Hilfsorganisationen, an jeden Einzelnen", sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des ÖRK.

Österreichs Beitrag

Im September 2015 wurden die Ziele von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Auch Österreich hat sich damit verpflichtet, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umzusetzen und dafür eine nationale klimasensible Strategie mit Umsetzungsplan und transparenter Berichterstattung zu erstellen. In diesen Prozess sollen alle Stakeholder, darunter das Parlament, der Rechnungshof und vor allem die Zivilgesellschaft, eingebunden werden.

Werner Kerschbaum sieht hier Nachholbedarf: "Österreich muss sich bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UN stärker engagieren, mit klarer Verantwortlichkeit auf höchster politischer Ebene und einer Gesamtstrategie zur Umsetzung." Als Beispiel nennt der Rotkreuz-Generalsekretär Deutschland. Im Jänner 2017 wurde dort die Nachhaltigkeitsstrategie unter Federführung des Bundeskanzleramts überarbeitet und neu aufgelegt. Grundlage war ein öffentlicher Dialog zu den SDGs. Kerschbaum fordert: "Österreich sollte Anstrengungen unternehmen, um für die nachhaltige Entwicklung bei uns und weltweit Ziele partizipativ und transparent zu entwickeln und konsequent umzusetzen."

socialshareprivacy info icon