World Humanitarian Summit

Rund 5.200 Teilnehmer werden am ersten "World Humanitarian Summit", der heute und morgen in Istanbul tagt, erwartet. Regierungsvertreter aus aller Welt, UN-Organisationen und NGOs wie das Rote Kreuz treffen sich, um die Effizienz humanitärer Hilfe zu steigern.

 

Ein Zeitalter, in dem Naturkatastrophen und Konflikte häufiger, intensiver und komplexer werden, braucht die konzentriete humanitäre Hilfe aller Akteure - so die Vision von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der mit dieser Vision den ersten "World Humanitarian Summit" ins Leben rief. "Über 60 Millionen Menschen sind gezwungen worden, ihre Heimat aufgrund von Konflikten und Gewalt zu verlassen. Bei diesem Gipfeltreffen werden sich humanitäre Partner aus der ganzen Welt sich zu konkreten Handlungen, um dieses Leid zu lindern, verpflichten", kündigt der stellvertretende UNO-Generalsekretär Jan Eliasson an.

 

Bis zum 24. Mai treffen sich in Istanbul etwa 5.200 Experten, darunter 65 Staats- und Regierungschefs, 177 UNO-Mitgliedsländer, Vertreter aus Krisenregionen, Hilfsorganisationen und UNO-Agenturen. Die Delegation des Österreichischen Roten Kreuzes wird von Generalsekretär Werner Kerschbaum angeführt. 

 

Im Vorfeld des Gipfels ermittelten 23.000 Experten rund um die Welt die brennendsten humanitären Herausforderungen. Vier Kernelemente sind in der "Agenda für Menschlichkeit" zusammengefasst: Konflikte beenden oder verhindern; in humanitäre Hilfe investieren und sie - auch finanziell - ermöglichen; niemanden ohne Hilfe zurück lassen; das Leben der Menschen verändern - von Hilfsleistungen zum Ende der Bedürftigkeit gelangen.

 

Weltweit sind über 125 Millionen Menschen von humanitärer Hilfe abhängig. Jedes Jahr steigen die humanitären Bedürfnisse und mehr Menschen brauchen Hilfe über einen längeren Zeitraum. "Jene Vertreter von Staaten, UN und Hilfsorganisationen, die dieser Tage beim World Humanitarian Summit in Istanbul zusammenkommen, sehen sich also vor gewaltigen Herausforderdung", sagt Rotkreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum. "Eine dieser Herausforderungen ist die Finanzierung der humanitären Hilfe. Rund 25 Milliarden US-Dollar werden weltweit im Jahr dafür aufgewendet. Die UN hat errechnet, dass 15 Milliarden Dollar fehlen, um allen 125 Millionen betroffenen Menschen ein würdevolles Überleben zu ermöglichen."

 

Finanzfragen sind aber nur eine Stoßrichtung des Gipfels, wie oben angeführt, geht es am "World Humanitarian Summit" um nichts Geringeres als die Verhinderung menschlichen Leids und das Ende der Bedürftigkeit. "Kriege und Naturkatastrophen abzuschaffen wird uns leider nicht gelingen. Was gelingen muss, ist es unsere Regeln anzupassen, um menschliches Leid so gut wie möglich zu verhindern", fordert Werner Kerschbaum.

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