Japan: Ein Land nach drei Katastrophen
Von der Nothilfe zum Wiederaufbau
Tausende Menschen, die durch das Erdbeben, den Tsunami oder den Atomunfall ihre Häuser verloren haben, werden in den Notunterkünften und Evakuierungszentren vom Japanischen Roten Kreuz (JRCS) betreut. Besonderes Augenmerk wird auf ältere Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und psychosoziale Unterstützung für Traumatisierte gerichtet.
Daneben nimmt die Konzentration auf den Wiederaufbau zu. Schwerpunkte in der Übergangsphase zum Wiederaufbau sind psychosoziale Aktivitäten, medizinische Nachbetreuung und soziale Dienste sowie die Unterstützung von Evakuierten bei der Umsiedlung in Übergangsunterkünfte.
Die japanische Regierung baut derzeit 90.000 Übergangshäuser in den drei am schwersten betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima. Das Japanische Rote Kreuz stellt für die 90.000 Häuser eine Grundausstattung an elektrischen Geräten zur Verfügung. 360.000 Menschen profitieren von dieser Hilfe.
"Wir haben viele Spenden von anderen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften auf der ganzen Welt erhalten", sagt Atsuhiko Hata, Sprecher des Japanischen Roten Kreuzes. "Wir wollen diese Spenden verwenden, um die Bedürfnisse der Tsunami-Überlebenden zu erfüllen. Die elektrischen Geräte bieten das erforderliche Minimum, um ein neues Leben beginnen." Die Geräte, darunter Warmwasserboiler, Reiskocher und Waschmaschinen helfen dabei aus den Übergangshäusern ein Zuhause zu machen.
Hilfsangebote aus der ganzen Welt
Die Katastrophe hat weltweit Solidarität und den Wunsch zu helfen ausgelöst. Weder Japan noch das Japanische Rote Kreuz haben bisher ein internationales Hilfsersuchen gestellt. Dennoch unterstützt jede Spende direkt die Rotkreuz-Hilfsaktivitäten in Japan.
Rotkreuz-Gesellschaften aus aller Welt - so auch das Österreichische Rote Kreuz - leiten die bei ihnen eingegangenen Spendengelder direkt an das Japanische Rote Kreuz weiter. Bisher sind auf diesem Weg etwa 180 Millionen US-Dollar nach Japan geflossen.
Mit diesen Geldern werden sowohl Soforthilfe-Aktivitäten als auch die erste Phase des Wiederaufbaus finanziert.
Hilfe des Japanischen Roten Kreuzes
Die Heilung der seelischen Wunden bildet einen Schwerpunkt der Rotkreuz-Hilfe. In den drei am schwersten betroffenen Regionen sind 467 Rotkreuz-Psychologen im Einsatz. Über 9.000 Menschen haben bis jetzt psycho-soziale Untersütztung bekommen.
Insgesamt wurden 790 medizinische Teams des Japanischen Roten Kreuzes mit Experten (Mediziner, Pflegepersonal) rotierend in die Krisenregion entsandt, sie haben bisher 75.642 Personen betreut.
Errichtung und Betrieb von Spitälern und Ausbildung von Krankenschwestern und Pflegepersonal. In der Stadt Ishinomaki (130.000 Einwohner) ist das RK Spital die einzige funktionierende Gesundheitseinrichtung.
Unterstützung der Behörden bei der Betreuung von Betroffenen in Notquartieren (Schwerpunkt: Gesundheit, psychosoziale Betreuung, Hilfsgüter – Decken, Notfalls- Pakete, Matratzen/Pölster, Lebensmittel, Berge-/ und Aufräumwerkzeug) außerhalb der nuklearen Gefahrenzone.
Verstärkte Arbeit an der Verbesserung der Lebenssituation in den
Evakuierungszentren durch erweiterte Verteilung von Hilfsgütern (Kleidung, Schlafutensilien, Hygienematerial, Lebensmittel)
Familienzusammenführung: 5.619 Personen (davon 1.432 Japaner) haben sich bereits registrieren lassen.
Aktuelle Meldungen zu Japan
Die Katastrophe
Am 11. März 2011 bebt die Erde vor Japans Nordost-Küste mit einer Stärke von 9.0. Das Erdbeben löst einen zerstörerischen Tsunami aus, der die Pazifik-Küste überrollt. Der Atomreaktor Fukushima Daiichi hält den Erschütterungen nicht stand - eine atomare Katastrophe vergleichbar mit Tschernobyl ist die Folge.
Anfang Mai sind 14.704 Tote bestätigt, knapp 11.000 Menschen gelten noch als vermisst.


