Äthiopien
Von Katastrophen gezeichnet
Äthiopien, eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt, leidet doppelt. Der internationale bewaffnete Konflikt zwischen 1998 und 2000 hinterlässt noch immer seine Spuren: Die Lage an der äthiopisch-eritreischen Grenze ist und bleibt angespannt. Im Osten des Landes, in der Somaliregion, tragen äthiopische Streitkräfte einen bewaffneten Konflikt mit der Ogaden National Liberation Front aus. Die prekäre Sicherheitslage im Land verschärft sich durch immer wiederkehrende Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen. In der ersten Jahreshälfte 2008 hat die Regierung auf Grund schlechter Ernten durch zu wenig Regen und einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise angekündigt, dass 4,5 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe benötigen.
So hilft das Österreichische Rote Kreuz
Unter der derzeitigen akuten Nahrungsmittelknappheit in Äthiopien haben Kinder am meisten zu leiden. Deshalb unterstützt das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) – neben anderen besonders verletzlichen sozialen Gruppen wie Frauen – mit seinem Nahrungsmittel-Projekt speziell Kinder unter fünf Jahren. Dieses Projekt wird mit der äthiopischen Schwestergesellschaft (Äthiopisches Rotes Kreuz) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften durchgeführt.
Gegen den Hunger
In der Zone Welayita im Süden Äthiopiens, der ÖRK-Projektregion und einer der dichtest besiedelten Gebiete Äthiopiens, sind die Preise für Getreide um 130-150 Prozent gestiegen. Die ärmste Bevölkerung kann sich keine Lebensmittel mehr leisten. Deshalb werden in den nächsten Monaten Bohnen und Ergänzungsnahrungsmittel an insgesamt 40.000 Bedürftige verteilt. Die Bereitstellung von Bohnensamen und Süßkartoffelstecklingen ermöglicht ÄthiopierInnen, Grundnahrungsmittel selbst anzubauen und somit nach und nach wieder für sich selbst zu sorgen. Das Projekt ist im Juni 2008 gestartet und soll bis Ende des Jahres umgesetzt werden.


