Südsudan

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg, der rund 2,5 Millionen Menschenleben forderte, erlangte der Südsudan am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit.

 

Allerdings war die an und für sich friedliche Loslösung vom Norden in den letzten Monaten von Gefechten in den Grenzgebieten überschattet und führte zur Flucht von zehntausenden Menschen aus Südkordofan, Abyei und Blue Nile in den Südsudan.

 

Der junge Binnenstaat, der wirtschaftlich nach wie vor stark vom Norden abhängig ist, sieht sich durch Flüchtlingsströme und interne Konflikte mit enormen Belastungen konfrontiert. Fehlende, bzw. zerstörte Gesundheitseinrichtungen sowie kaum Zugang zu sauberem Wasser erinnern an das Erbe des langen Bürgerkriegs.

 

Armutsreduktion

 

Vor diesem Hintergrund hat das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) im Jahr 2009 mit einem Wasserversorgungsprojekt seine Arbeit in Unity State aufgenommen und im Rahmen einer Kooperation mit dem Schweizer Roten Kreuz (SRK) einen Beitrag zur Armutsreduktion in Mayendit County geleistet.

 

Dank der Förderung des Amtes für humanitäre Hilfe (ECHO) konnte das ÖRK eine neue Wasserversorgungseinheit ("WatSan Kit") in Bentiu bereitstellen, mit der im Katastrophenfall Wasser für 5.000 Personen aufbereitet werden kann. Kampagnen wie der World Water Day dienten dazu, das Bewusstsein der Menschen für wasserinduzierte Krankheiten und die Wartung von Handpumpen zu schärfen.

 

Wasser und Siedlungshygiene

 

Unity State umfasst eine Fläche von 42.000 km². Der Zugang zu sauberem Trinkwasser wird auf 12% geschätzt; 31% der bestehenden Handpumpen sind defekt.


Mit der Instandsetzung von 60 Handpumpen und 12 water yards sowie der Errichtung von 8 neuen Wasserstellen, wodurch der Trinkwasserbedarf von 58.000 Menschen gedeckt wird, trägt das ÖRK gemeinsam mit dem Südsudanesischen Roten Kreuz zur Erreichung der Entwicklungsziele 4 & 5 (Gesundheit) sowie 7 (verbesserter Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen) bei.


Der Arbeitsschwerpunkt liegt dabei auf der Schulung von Gemeinden zur Wartung der Wasserstellen. Da Wasserholen Frauensache ist und Frauen besonders betroffen sind, wenn es an Wasser fehlt, sind Frauen gleichberechtigt in den Wasserkomitees vertreten. Mit Hilfe der PHAST (Participatory Hygiene and Sanitation Transformation) Methode lernen die Menschen Probleme mangelnder Hygiene zu analysieren und selbst Maßnahmen zu ergreifen, um wasser-bedingten Krankheiten beizukommen.

 

Projektlaufzeit: Dez. 2011 - Nov. 2014
Kosten: € 1.678.000,-

 

Das Projekt wird kofinanziert von: