Lage im Südsudan verschärft

Jeder zweite Mensch in Südsudan ist von humanitärer Hilfe abhängig.©Conor Ashleigh

Im Südsudan hat sich die ohnehin sehr prekäre Lage seit den Konflikten im Juli 2016 verschlechtert. Die UNO rief zum ersten Mal nach Jahren eine Hungersnot aus, - nämlich im Gebiert Unity wo die Sicherheitslage am schlechtesten ist. Bei einer Gesamtbevölkerung von zwölf Millionen Menschen ist über die Hälfte auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Fast zwei Millionen Menschen sind intern vertrieben, über 1,7 Millionen sind ins Ausland geflüchtet. Hauptakteur des Roten Kreuzes im Südsudan ist nach wie vor das IKRK.

Auch heuer konnten diese Aktivitäten vom Auslandskatastrophenfonds des Bundesministeriums finanziell mit 1,5 Millionen Euro unterstützt werden, wodurch über 7.760 Familien lebensnotwendige Hilfsgüter bekommen. Das ÖRK unterstützt das Südsudanesische Rote Kreuz (SSRC) seit 2011 vorwiegend im WASH ("Water, Sanitation and Hygiene") Bereich. Ziel ist nicht nur der Aufbau der Wasserversorgung, sondern auch das Bewusstsein der Menschen für Hygienefragen zu schärfen. Das von der Austrian Development Agency (ADA) und vom Landesverband Steiermark unterstützte Projekt "Gesündere Gemeinden 2" in der nördlichen Bahr El Gazhal Region, erfüllt beides.

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Südsudan: Ein Staat mit holpriger Geschichte

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Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg, der rund 2,5 Millionen Menschenleben forderte, erlangte der Südsudan am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit. Der junge Binnenstaat, der wirtschaftlich nach wie vor stark vom Sudan abhängig ist, sieht sich durch Flüchtlingsströme und interne Konflikte mit enormen Belastungen konfrontiert. Fehlende, bzw. zerstörte Gesundheitseinrichtungen sowie kaum Zugang zu sauberem Wasser erinnern an das Erbe des langen Bürgerkriegs.

Armutsreduktion durch Gesundheit, Wasser und Siedlungshygiene

Vor diesem Hintergrund hat das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) im Jahr 2009 mit einem Wasserversorgungsprojekt seine Arbeit in Unity State aufgenommen und im Rahmen einer Kooperation mit dem Schweizer Roten Kreuz (SRK) einen Beitrag zur Armutsreduktion in Mayendit County geleistet. Im November 2011 wurde ein umfangreiches Programm gestartet, durch das nicht nur Expertise für Wasserversorgung und Siedlungshygiene im Südsudanesischen Roten Kreuz (SSRK) aufgebaut wird, sondern auch rund 58.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser und Hygienemaßnahmen versorgt werden.

Durch den im Dezember 2013 wiederaufgeflammten Konflikt im Südsudan mussten jedoch die Aktivitäten von Unity State nach Northern Bahr el Ghazal verlegt werden; ein Gebiet, das Vertriebene aufgenommen hat aber nicht von Kampfhandlungen betroffen ist. Dadurch wurde sichergestellt, dass wie geplant insgesamt 58.000 Menschen bis Ende März 2015 mit Zugang zu sicherem Trinkwasser und Hygieneschulungen erreicht werden. Die WASH (Water, Sanitation and Hygiene) Aktivitäten werden zusammen mit dem SSRK und dem Finnischen Roten Kreuz im den Jahren 2016 und 2017 in Aweil (Northern Bahr el Ghazal) weitergeführt. Der Arbeitsschwerpunkt liegt dabei auf der Schulung von Gemeinden zur Wartung der Wasserstellen. Da Wasserholen Frauensache ist, wird besonders darauf geachtet, dass Frauen gleichberechtigt in den Wasserkomitees vertreten sind.

Mit Hilfe der PHAST (Participatory Hygiene and Sanitation Transformation) Methode lernen die Menschen Probleme mangelnder Hygiene zu analysieren und selbst Maßnahmen zu ergreifen, um wasser-bedingten Krankheiten beizukommen. Seit Beginn 2016 wurde unter Anderen ein Projekt durch das IKRK zu Ernährungssicherheit und Lebensmittelhilfe gestartet. Das Projekt unterstützt 1.000 Familien (6.000 Personen) bei der Sicherung ihres Lebensunterhalts und der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. Die Familien werden dabei einen Monat lang mit Sorghumhirse und Bohnen unterstützt, um deren Basisversorgung zu gewährleisten und ihren Lebensunterhalt nachhaltig abzusichern. Dabei wird nicht nur Zugang zu Grundnahrungsmitteln sondern auch zu Material für den Fischfang und gesundheitlicher Versorgung geschaffen. Die Bevölkerung wird dadurch in ihrer Widerstandsfähigkeit im Fall von Katastrophen gestärkt.

Das ÖRK unterstützt hier die laufenden Projekte des Südsudanesische RK/RH gemeinsam mit dem Internationalen Komittee des Roten Kreuz. Die Projektdauer beträgt voraussichtlich ein Jahr und endet mit Ende 2016. Weitere Projekte zur Unterstützung des Südsudanesischen Roten Kreuz, zum Beispiel im Aufbau derer Kapazitäten und der Weitergabe von Know-How, laufen bis 2017

Bilder aus dem Südsudan

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