Hilfe für Kinder mit Behinderungen



Wie in allen anderen Gebieten Weißrusslands ist auch ein Großteil der EinwohnerInnen in der Oblast von Grodno arm. Insgesamt lebt fast die Hälfte der weißrussischen Bevölkerung an der Armutsgrenze und muss mit ungefähr 2 US-Dollar pro Tag auskommen. Zu den am stärksten von Armut betroffen Bevölkerungsgruppen zählen Familien mit behinderten Kindern:  Wegen nicht vorhandener Betreuungseinrichtungen können pflegende Elternteile keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Besonders Frauen und Mütter, die traditionell mit der Betreuung älterer oder kranker Familienangehöriger betraut sind, gestaltet sich der Lebensalltag sehr schwierig. Staatliche Gelder zur Familienbeihilfe sind äußerst gering und Förderangebote für Kinder mit Behinderungen beschränken sich weitgehend auf Spezialschulen und Rehabilitationszentren.

So hilft das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK)

Durch ein Kooperationsprojekt innerhalb des internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondnetzwerks zwischen dem Weißrussischen, Slowakischen und Österreichischen Roten Kreuz wird ab Januar 2009 die Qualität der sozialen und pflegerischen Betreuung von 1.000 Kindern mit Behinderung in der Oblast von Grodno verbessert. Auf der Basis des Konzepts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu community based health care wird behinderten Kindern zielgruppengenau und individuell geholfen. Mütter werden nicht nur durch zusätzliche und externe Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder psychisch und physisch entlastet, sondern können auch wieder in ihr Berufsleben einsteigen. Folgende Kapazitäten des Gemeinwesens werden durch den 4-gliedrigen Projektansatz des Roten Kreuzes aufgebaut bzw. gestärkt:

  • Aufbau eines mobilen multidisziplinären Betreuungsteams
  • Einrichtung einer Tagesbetreuung
  • Einbindung von Familienmitgliedern und Freiwilligen des Roten Kreuzes in Pflege und Betreuung
  • Stärkung von Selbsthilfegruppen


Das Österreichische Rote Kreuz greift bei der Projektdurchführung auf die Erfahrung der weißrussischen Schwestergesellschaft, die landesweit die einzige Anbieterin mobiler Pflegedienste ist zurück und erweitert sein langjähriges Engagement im Gesundheitsbereich in Weißrussland. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird von der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit kofinanziert.

 

Das Projekt wird kofinanziert von:

 

Icon Drucken