Sri Lanka Quelle: Rotes Kreuz

Batticaloa, Sri Lanka. Der Tsunami hat ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land vollends lahmgelegt. Das Rote Kreuz fand die richtigen Schritte aus dem Desaster und half den Menschen, sich neu zu organisieren.

 

Schlechte Straßen, mangelnde Infrastruktur, geringe Bildungschancen – Bürgerkrieg, Armut und Landflucht. Das war Batticaloa, eine Stadt im Osten Sri Lankas. Ins Deutsche übersetzt bedeutet ihr Name „schlammige Lagune“ – nach dem verheerenden Tsunami wurde Batticaloa seinem Namen mehr als gerecht. Die Straßen waren unpassierbar und tausende Menschen hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Was der seit 20 Jahren schwelende Bürgerkrieg ganz gelassen hatte, wurde durch die Naturkatastrophe vollends zerstört. Die Bausubstanz der Häuser war so schlecht, dass nach der Flutwellen nicht einmal mehr Ruinen standen. Mit dieser Situation sahen sich die österreichischen Rotkreuz-Helfer, die nach dem verheerenden Tsunami die Bevölkerung beim Wiederaufbau unterstützen konfrontiert.

 

„Wir bauten insgesamt 1660 neue Häuser – natürlich in Gegenden, die nicht unmittelbar von weiteren Überflutungen gefährdet sind“, erklärt Michael Grabner, der ein Projekt des Österreichischen Roten Kreuzes koordinierte. Heute sind die pastellfarbenen Einfamilienhäuser der Stolz ihrer Besitzer und ein Markenzeichen der Region. „Das liegt auch daran, dass die Bewohner ihre Häuser selbst gebaut haben – von uns kam das Know-how und die finanzielle Unterstützung“, sagt Grabner.

 

Zum Leben gehört allerdings mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Entscheidend nach Naturkatastrophen sind Wasser und Hygiene. Die neuen Siedlungen wurden allesamt mit Brunnen, Abwassersystemen und Gesundheitseinrichtungen ausgestattet. „Die Gesundheitseinrichtungen haben einen hohen Stellenwert, weil das einzige Spital der Umgebung in einem schwer zugänglichen und abgelegenen Gebiet liegt“, berichtet Michael Grabner. Diese Gegend war lange Zeit von der kriegführenden tamilischen Organisation LTTE besetzt. „Das ist also kein Ort, an dem man gerne ein Kind zur Welt bringt. Ständig droht die Gefahr von gewalttätigen Auseinandersetzungen“, sagt der Rotkreuz-Mitarbeiter. „Jetzt gibt es allerdings zwei Mutter-Kind-Stationen in Batticaloa – wo es viel sicherer ist.“ Seine Kollegen und er freuen sich besonders, dass heute schwangere Frauen ihre Kinder in Sicherheit und Ruhe zur Welt bringen können.

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