Bildung senkt Pflegebedarf
Rund 200.000 Menschen weniger mit gesundheitlicher Beeinträchtigung im Jahr 2050.
Heute in Bildung zu investieren bedeutet morgen Pflegekosten zu sparen. Insgesamt besteht kein Zweifel daran, dass sich mehr Bildung positiv auf Gesundheit und Langlebigkeit auswirkt, auch, wenn die Kausalitäten im Einzelnen nicht immer klar sind.
Bislang wird bei Vorausschätzungen über Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und damit über den Pflegebedarf allerdings nur nach Alter und Geschlecht differenziert. Aktuelle Simulationen des future.monitor berücksichtigen nun auch den Faktor Bildung.
Dabei zeigt sich: Selbst wenn sich Österreich bei den Bildungsabschlüssen in den kommenden Jahren nicht verbessert, steigt die Zahl der Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigung schwächer als bisher angenommen. Schafft es Österreich, bei mittleren und höheren Bildungsabschlüssen mit dem Klassenbesten Finnland gleichzuziehen, so würden im Jahr 2051 rund 200.000 Personen weniger als bislang geschätzt unter solchen Beeinträchtigungen leiden.
Später und kürzer pflegebedürftig
Bestätigt sich der Trend, dass ältere Menschen trotz steigender Lebenserwartung länger von funktionalen Einschränkungen und chronischen Beeinträchtigungen verschont bleiben („Kompression der Morbidität“) – also später und kürzer pflegebedürftig werden –, dann ginge die Zahl der Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis zum Jahr 2051 im Vergleich zu heute sogar um 150.000 zurück.
Der future.monitor ist ein von Industriellenvereinigung und Österreichischem Roten Kreuz (ÖRK) gemeinsam entwickeltes Prognoseinstrument. Es stellt in verschiedenen Szenarien dar, welche Auswirkungen die Bevölkerungsentwicklung auf den künftigen Lebensalltag (Daseinsvorsorge, Wirtschaftsleistung) hat.
Außerdem zeigt der Monitor, an welchen Stellschrauben zu drehen ist, damit die Wirtschaftsleistung und damit verbunden die sozialen Sicherungssysteme in Österreich auch künftig erhalten werden können. Die wissenschaftliche Leitung liegt beim Demografen und Wittgenstein-Preisträger Wolfgang Lutz.
Link: www.futuremonitor.at

