HIV/Aids: Anti-Diskriminierung als Gegenmittel
Das Rote Kreuz setzt in seinen weltweiten HIV/Aids-Programmen auf Linderung und medizinische Behandlung für die Betroffenen und die Bekämpfung der pandemischen Ausbreitung.
In vielen und vor allem ärmeren Ländern bildet die Kombination aus gesellschaftlicher Ausgrenzung,mangelnder Information, Armut und schlechter medizinischer Versorgung den Nährboden für die Ausbreitung von HIV/Aids.
In diesem Umfeld setzen rund um die Welt viele Rotkreuz-Hilfsprogramme an.
Südliches Afrika
Alleine im südlichen Afrika leben etwa 12 Millionen Waisenkinder, die ihre Eltern durch Aids verloren haben. Damit einher geht die Verarmung der Haushalte.
67 Prozent aller HIV-Infizierten leben südlich der Sahara und 75 Prozent aller Aids-Toten sterben dort.
Das Rotkreuz-Netzwerk unterstützt die betroffenen Kinder vor allem durch direkte Hilfe in ihren Dorfgemeinschaften. Mithilfe von Partnerschaften und Informationskampagnen werden die Kinder aufgefangen.
In Simbabwe hat das Rote Kreuz ein ganz besonders Projekt gestartet, um Aids-Waisen zumindest die Erinnerung an ihre Eltern zu bewahren. Dabei werden Fotos, Zeichnungen und Geschichten der Familie gesammelt, um den Kindern über den Verlust eines oder beider Elternteile hinwegzuhelfen und ihnen auch zu ermöglichen, die Vergangenheit besser zu verstehen.
In der Elfenbeinküste werden junge Obdachlose als Rotkreuz-Peers trainiert. Über Tanz, Musik und Kunstprogramme vermitteln sie Informationen über das Virus Kindern und Jugendlichen, die auf der Straße leben.
Osteuropa
Am schnellsten steigen die Infektionsraten in Indonesien und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
In Staaten wie der Ukraine und Weißrussland zählen Drogenkonsumenten zu einer gesellschaftlich ausgegrenzten Risikogruppe. "Das ist eine besonders verletzliche Gruppe am Rande der Gesellschaft, denen wir in ganz Europa mit erfolgreichen Programmen helfen, die Auswirkungen zu lindern", erklärt der österreichische Rotkreuz-Arzt Stefan Seebacher.
"Das Rote Kreuz heißt den Gebrauch von Drogen nicht gut. Aber indem wir Abhängigen saubere Spritzen und Nadeln und psychosoziale Unterstützung anbieten sowie permanente Aufklärungsarbeit leisten, helfen wir Menschen, die sich sonst nirgendwo hin wenden können," sagt Seebacher, der jahrelang in der Region gearbeitet hat.
Nikolais und Irinas Geschichte: Drogenabhängig in Weißrussland
Brennpunkt Kolumbien
Pamelas Geschichte: "Sie lieben uns in der Nacht, sie hassen uns den Rest der Zeit" - eine transsexuelle Prositutierte aus Kolumbien berichtet. In Kolumbien und zehn weiteren lateinamerikanischen Ländern richtet sich das Rote Kreuz mit seinen Hilfsprogramme speziell an Risikogruppen.
Die Aufklärungs- und Präventionsarbeit mit Jugendlichen sowie die Anti-Diskriminierung bilden bereits seit den 90er-Jahren einen Schwerpunkt in der internationalen Rotkreuz-Arbeit.

