13.10.2016 12:35

Haiti: Den Ausbruch einer zweiten Katastrophe verhindern

Audio-Interview mit dem Rotkreuz-Wasserexperten Werner Luttenberger, der in Haiti hilft, eine Cholera-Epidemie zu vermeiden.

Haiti: Den Ausbruch einer zweiten Katastrophe verhindern

Werner Luttenberger ist ein sehr erfahrener Rotkreuz-Delegierter, der schon in vielen Hilfseinsätzen unterwegs war. "Man kommt in den Einsätzen direkt nach einer Katastrophe zwar dem Leid der Menschen sehr nahe, kann aber auch sehr unmittelbar helfen", sagt der Steirer über seinen Job.

 

Heute wird der Trinkwasser-Experte nach Haiti entsendet, um dort gemeinsam mit lokalen Rotkreuz-Helfern und in einem internationalen Team den Ausbruch einer zweiten Katastrophe durch wasserbedingte Krankheiten zu verhindern. "Der Hurrikan Matthew hat in Haiti zu massiven Überschwemmungen geführt. Dadurch verunreinigtes Trinkwasser oder defekte Abwassersysteme und zerstörte Sanitäranlagen sind ideale Brutstätten für Krankheiten wie Cholera," warnt Luttenberger. Neben der baulichen Wiederherstellung zerstörter Infrastruktur und der Verteilung von Chlortabletten zur Trinkwasserreinigung werden auch Hygieneschulungen für die Menschen eine zentrale Rolle spielen. Seit dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 gab es immer wieder Cholera-Fälle in Haiti.

 

Genaue Auskunft über sein Aufgabengebiet gibt Werner Luttenberger im Audiointerview kurz vor seiner Abreise.

 

Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Schweden wird Werner Luttenberger im schwer betroffenen Südwesten des Landes, in Jérémie, arbeiten. Der 49-jährige gelernte Informatiker aus Graz ist zunächst für vier Wochen im Einsatz. 

 

Werner Luttenberger war für das Rote Kreuz zuletzt in den Flüchtlingslagern in Nordgriechenland im Einsatz. Auch dort lag der Schwerpunkt bei der Versorgung der Camps mit sanitären Anlagen und sauberem Trinkwasser. Erfahrung in der Bekämpfung von Seuchen sammelte er auch im Vorjahr bei einem Einsatz im Ebola geplagten Sierra Leone. Auch nach dem Taifun auf den Philippinen war Luttenberger als Trinkwasser-Experte gefragt, ebenso wie nach den Überschwemmungen in Bosnien.




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