zecke

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird von Zecken übertragen. Alles über Erreger, Symptome, Risikogebiete und die Therapie, die es eigentlich nicht gibt. Außerdem: Wie man eine Zecke richtig entfernt!

Allgemeines:

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Virusinfektion, die fast ausschließlich von infizierten Zecken ausgeht. Die kleinen Blutsauger übertragen den Erreger, wenn sie einen Menschen stechen, mit ihrem Speichel. Das Virus greift in der Folge das zentrale Nervensystem des Menschen an.
In bestimmten Regionen Österreichs ist eine Infektion wahrscheinlicher als in anderen – sie gelten als FSME-Risikogebiete. Dies sind beispielsweise Flussniederungen vor allem entlang der Donau von Passau bis Linz, in der Wachau, in St. Pölten und Wien bis zur slowakischen Grenze. Risikogebiete sind auch in Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland –besonders entlang der slowenischen und ungarischen Grenze – zu finden. In den letzten Jahren wurden einzelne neue Herde in Vorarlberg und Salzburg nachgewiesen.
Als Prophylaxe gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung. Sie wird Personen in Risikogebieten empfohlen. Österreich ist das Land mit der höchsten Durchimpfungsrate (ca. 90 %). Die jährlichen Erkrankungszahlen sind in den letzten Jahren deshalb deutlich zurückgegangen.

 

nach oben

Symptome:

Bei der Mehrzahl aller mit dem FSME-Virus infizierten Personen (70 %) bildet die Erkrankung keinerlei Symptome aus. Besonders Kinder leiden seltener unter Krankheitsausbrüchen als Erwachsene. Bei den restlichen 30 Prozent kommt es in der Regel zu einem zweiphasigen Krankheitsverlauf.
Die ersten Anzeichen der FSME zeigen sich im Durchschnitt sieben Tage bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich und dauern ca. eine Woche an. Die Betroffenen haben grippeartige Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – die FSME kann deshalb auch leicht mit einer normalen Grippe verwechselt werden. Nach einer kurzfristigen Besserung bekommen die Patienten einige Tage später erneut Fieber, dann oft mit hohen Temperaturen. Jetzt kommt es zu neurologischen Beschwerden. Hirnhäute und Gehirn können sich entzünden, in manchen Fällen ist auch das Rückenmark betroffen. Je nach Schwere der Erkrankung kann es zu starken Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen kommen. Als Folge – vor allem bei einer Entzündung des Gehirns und Rückenmarks – kann es fünf bis zehn Tage nach dem Abfiebern zu Lähmungserscheinung kommen.

 

nach oben

Diagnose:

Im Gespräch mit dem Patienten versucht der Arzt die Beschwerden genau zu erörtern. Er fragt vermutlich nach Zeckenstichen und Aufenthalten in FSME-Risikogebieten. Oft reicht das für einen Verdacht auf eine FSME aus. Eine körperliche Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung von neurologischen Auffälligkeiten ist der nächste Schritt. Die finale Diagnose von FSME ermittelt der Arzt anhand der Laborergebnisse von Blut und Gehirnflüssigkeit (Liquor). Mit dem Nachweis von speziellen Antikörpern (IgG und IgM), die das Immunsystem gegen die FSME-Viren gebildet hat, fällt der Befund meist eindeutig aus und andere Infektionskrankheiten können ausgeschlossen werden. In besonders schweren Fällen der FSME und bei unklarer Diagnose kann zusätzlich eine Magnetresonanztomografie angeordnet werden. Damit kann schon drei Tage nach dem Beginn der zweiten Krankheitsphase der Befall bestimmter Gehirngebiete nachgewiesen werden.

 

nach oben

Therapie:

Eine spezielle Therapie, die den Erreger selbst unschädlich macht, gibt es bei einer FSME-Infektion bis heute nicht. Die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. Patienten sollten im Bett bleiben, können in Absprache mit dem Arzt Schmerztabletten einnehmen. Bei Lähmungserscheinungen ist es vernünftig, schon früh eine Physiotherapie zu beginnen. Aufgrund des Fehlens einer Therapie ist es besonders wichtig, dieser Krankheit vorzubeugen. Zum einen sollte man versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden (siehe Gesundheitstipps). Zum anderen kann man sich durch eine Impfung vor FSME schützen. Der Totimpfstoff besteht aus nicht mehr vermehrungsfähigen FSME-Viren und führt im Organismus zur Bildung von Antikörpern.

 

nach oben

Gesundheitstipps:

Einen hundertprozentigen Schutz vor Zecken gibt es nicht. Trotzdem kann man den Stichen vorbeugen:

  • Insektenabwehrmittel werden auf die Haut aufgetragen und bieten für etwa zwei bis drei Stunden einen gewissen Schutz. Am besten fragen Sie in Ihrer Apotheke nach dem für Sie am besten geeigneten Produkt.
  • Auf heller Kleidung sieht man die Zecken besser als auf dunkler.
  • An glatten Stoffen können sich die Winzlinge schwerer festhalten.
  • Am Waldrand, im Wald und auf Wiesen sollten Sie das Gehen mit offenen Schuhen oder barfuß vermeiden.
  • Nach einem Ausflug Haut und Kleidung sorgfältig nach Zecken absuchen. Ein Haustier, das sich viel im Freien aufhält, sollte ebenso abgesucht werden, denn oft hängen die Zecken nur im Fell und können so leicht auf den Menschen überspringen.

 

 

nach oben

socialshareprivacy info icon