Zika-Virus

Red Cross activities in the favelas of Rio are intended to enhance the access of residents to basic health services and to promote contact between family health specialists and the local population.

A resident working as a volunteer in a health-awareness

Anfang Februar hat die Weltgesundheitsorganisation WHO das Zika-Virus zur internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Der Ausbruch in Südamerika ist der bisher größte. Die WHO erwartet bis zu vier Millionen Fälle der Zika-Virus Erkrankung bis Jahresende 2016. Am stärksten betroffen sind Brasilien (geschätzte 1,5 Mio Erkrankte) , Kolumbien (18.000 Erkrankungen), El Salvador (6.000 vermutete Erkrankungen) und Venezuela (4.700 Fälle, inoffizielle Schätzungen bis zu 400.000). Insgesamt verzeichneten im Jänner 23 Länder bestätigte Fälle.

Allgemeines:

Das Zika-Virus wird von der ägyptischen Tigermücken (Aedes Aegypti) übertragen. Von den infizierten Personen entwickeln etwa ein 20 bis 25 Prozent auch die Symptome der Erkrankung. Grundsätzlich verläuft die Erkrankung mit Grippesymptomen harmlos und macht keine spezielle Medikation notwendig. Die Beschwerden klingen nach wenigen Tagen ab. Es gibt keinen Impfstoff.

 

Allerdings steht Zika in starkem Verdacht, bei Ungeborenen zu Missbildungen (Mikrozephalie) zu führen.
Auch die Zahl der Erkrankungen mit Guillain-Barré hat in betroffenen Ländern deutlich
zugenommen.

 

Die übertragenden ägyptischen Tigermücken (Aedes Aegypti) sind auch die Verbreiter von
Dengue, Chikungunya und Gelbfieber. Die Dengue-Zahlen in S-Amerika sind im Vorjahr
ebenfalls stark angestiegen.

Aedes Aegypti war bis vor kurzem in den Subtropen und Tropen verbreitet. Mittlerweile
konnte sie gebietsweise in Europa nachgewiesen werden (im mediterranen Raum). Das hat
aber derzeit noch keine große Bedeutung. Ein anderer tierischer Überträger ist nicht bekannt.
Die Mücken selbst können nicht ausdauernd weit fliegen, jedoch sind ihre Eier sehr
widerstandsfähig und können so verbreitet werden.

Es gibt einzelne bestätigte Fälle der Übertragung des Zika-Virus durch sexuellen Kontakt.

 


Die Maßnahmen gegen das Zika-Virus betreffen derzeit die Reduzierung der Brutstätten der
Mücken, Aufklärung der Bevölkerung und alle allgemeinen Ratschläge zur Vermeidung von
Mückenstichen (lange Kleidung, Moskitonetze, Mückensprays).

Im Blutspendewesen in Österreich müssen keine Zusatzmaßnahmen ergriffen werden, da
Personen aus den betroffenen Gebieten bereits durch das Risiko anderer Infektionen wie
Malaria für längere Zeiträume ausgeschlossen werden.

Gefahr in der Schwangerschaft:

Das Zika-Virus steht im starken Verdacht, Mikrozephalie auszulösen, an Nachweisen muss
jedoch noch geforscht werden. Mikrozephalie ist eine Entwicklungsbesonderheit, bei der der Kopf eine vergleichsweise geringe Größe aufweist und eine geistige Einschränkung zur Folge hat.


Ausgelöst werden kann es durch eine Viren-Infektion (Röteln, Cytomegalievirus) oder durch hohe
Strahlenbelastung während der Schwangerschaft, durch Chromosomenbesonderheiten oder
auch durch Schädigung auf Grund von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft.

 

Viele vom Zika-Ausbruch betroffene Länder melden erhöhte Mikrozephalie-Fälle. In Brasilien
wurden seit Oktober 2015 mehr als 4.000 Fälle von Mikrozephalie gemeldet (davon 76
Todesfälle). Im Jahr 2014 wurden 147 Fälle dokumentiert.

Guillain-Barré-Syndrom (GBS):


In einigen von Zika betroffenen Ländern wurde ein Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms
gemeldet. (Beispiel Kolumbien: 242 Fälle pro Jahr, bereits 86 Fälle innerhalb der letzten fünf
Wochen bis Ende Jänner 2016).

 

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine seltene Entmarkungserkrankung von den aus dem
Rückenmark hervorgehenden Nervenwurzeln und dazugehörigen Nervenabschnitten, im
Zusammenhang mit einer Infektion. Es gibt keine Hinweise auf besonders gefährdete
Bevölkerungsgruppen.


Es treten aufsteigende Lähmungserscheinungen und damit drohende Beatmungspflicht auf.
Schneller Anstieg oder Abfall des Blutdrucks/der Herzfrequenz, vermehrtes Schwitzen, Blasenund
Darmstörung sind Nebenerscheinungen.


Das Syndrom kann vollständig geheilt werden, wenn eine Diagnose rechtzeitig gestellt wird.
Jedoch kann die Erkrankung sehr schwer verlaufen, dauerhafte Schäden hinterlassen und
auch zum Tod führen.


Die genaue Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Bei zwei Dritteln der Erkrankten lässt sich
jedoch eine vorangegangene virale oder bakterielle Infektion nachweisen (Magen-Darm-Trakt
oder Atemwege).

Maßnahmen und Rotkreuz-Aktivitäten

In Südamerika bemühen sich die lokalen Rotkreuz-Gesellschaften durch Aufklärung um Prävention. Lokale Gemeinden und Dörfer erhalten Informationen über die Vermeidung von Brutstätten der Mücke und über Symptome und Verbreitung der Erkrankung. Das Österreichische Rote Kreuz hat Tropenmedizin- und Seuchenexperten zur Entsendung nach Südamerika angeboten.

Videoinfo Zika-Virus

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