Bluthochdruck

Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber
Zu hoher Blutdruck ist längst zur "Volkskrankheit" geworden. Bereits jeder zweite Österreicher über 60 Jahren ist betroffen. Was tun? Ein Interview mit Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber.
Wann spricht man von zu hohem Blutdruck, und worin liegen seine Ursachen?
Eine Hypertonie wird oftmals durch Zufall im Rahmen einer Routineuntersuchung beim praktischen Arzt entdeckt. Hoher Blutdruck beginnt bei wiederholt und zu unterschiedlichen Zeiten gemessenen Werten von über 140 (Systole) zu über 90 (Diastole) über einen längeren Zeitraum hinweg. Die definitive Ursache ist bei rund 95 Prozent der Patienten aber nicht zu erheben.
Welche Symptome weisen auf eine Hypertonie hin?
Es handelt sich um relativ unspezifische Symptome. Kopfschmerzen im Hinterkopfbereich, Unruhegefühl, Schwindel und Sehbeeinträchtigungen können zum Beispiel Anzeichen für zu hohen Blutdruck sein.
Gibt es Risikogruppen?
Ja, die gibt es: nämlich Patienten, die unter dem sogenannten metabolischen Syndrom leiden – also unter Übergewicht, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.
Welche Folgeerscheinungen kann zu hoher Blutdruck haben?
Die meisten Todesfälle werden als Folgekrankheiten eines zu hohen Blutdrucks verursacht: Herzinfarkt, Angina pectoris, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen
der Beine, Erkrankungen der Hauptschlagader (Aneurysmen), aber auch Hirnblutungen und Niereninsuffizienz, hervorgerufen durch Hypertonie, machen den Bluthochdruck somit zur „Volkskrankheit“.
Wie lässt sich Bluthochdruck senken? Wie kann man diesbezüglich
langfristig vorsorgen?
Entscheidend für die Blutdrucksenkung ist eine Änderung des Lebensstils, vor allem in Form von Gewichtsreduktion und einer Steigerung der körperlichen Fitness. Patienten werden im fortgeschrittenen Stadium der Hypertonie zudem mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt.
Zur Änderung des Lebensstils gehört auch die gesunde Ernährung?
Unbedingt. Gesunde, salzarme Ernährung mit möglichst wenig tierischen und gesättigten Fetten, das Erhalten des Idealgewichts, gemäßigter Alkoholkonsum, Verzicht auf Zigaretten, Vermeidung von Stress sowie regelmäßige körperliche Aktivität sind wichtige Faktoren. Jede einzelne dieser Maßnahmen hilft, den Blutdruck im normalen Bereich zu halten oder aber ihn zu senken.
Sprechstunde mit …
... dem Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes, Dr. Wolfgang Schreiber.
Er ist Oberarzt der Universitätsklinik für Notfallmedizin am Allgemeinen Krankenhaus in Wien und ao. Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Wien. Zu seinen wichtigsten Aufgaben im Roten Kreuz zählen die permanente Überprüfung und Anpassung der Lehrmeinung, der Inhalte und Kursformen für die „Erste Hilfe“ und die „Sanitätshilfe“.
Systole & Diastole
Der obere (systolische) Blutdruckwert entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut in die Blutgefäße pumpt, der untere (diastolische) Blutdruckwert zeigt die Entspannungsphase des Herzens an.
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