Bilaterale Rotkreuz-Einsätze

2013 Ungarn - Rotkreuz-Einsatz beim Schneechaos in Ungarn, 15.3.
Das Österreichische Rote Kreuz half am 15./16. März 2013 zahlreichen Autofahrern in Ungarn, die im Schneechaos auf der Autobahn M1 feststeckten

Ähnlich wie die bilateralen Staatsabkommen zur gegenseitigen Hilfeleistung hat auch das Österreichische Rote Kreuz entsprechende Vereinbarungen mit anderen nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Im Katastrophenfall können die Schwesterngesellschaften direkt um Hilfe beim ÖRK ansuchen. Das ÖRK stellt dann nach Verfügbarkeit die entsprechenden Hilfseinheiten, Materialien und/oder Geld direkt zur Verfügung. Werden Rotkreuz-Einheiten der Landesverbände in das betroffene Land entsendet, so liegt die Leitung und Koordination dieser Einsätze beim ÖRK, in Absprache mit der betroffenen Gesellschaft.

Weltweite Koordination

Pakistan

Millionen freiwilliger Katastrophenhelfer sind in 186 Ländern der Welt im Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften engagiert. Die Koordination in Konfliktgebieten erfolgt durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Bei Naturkatastrophen wird die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgemeinschaften (IFRC) aktiv. Übersteigt das Ausmaß einer Katastrophe die nationalen Kapazitäten, wird über die Rotkreuz-Zentralen in Genf internationale Hilfe angefordert: finanzielle Unterstützung, Hilfsgüter, Personal.

Das Cluster-System der UN ist ein effizientes Mittel, um die Arbeit aller Akteure der internationalen Hilfsgemeinschaft zu koordinieren. Auch wenn es Unterschiede im regionalen Kontext gibt, hat jede Großkatastrophe Ähnlichkeiten: Menschen müssen untergebracht werden; sie benötigen sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel, medizinische Versorgung. Nach dem Tsunami in Südostasien im Jahr 2004 hat die UNO ein Cluster-System entwickelt. In diesen einzelnen Bausteinen sind Arbeitsbereiche wie Unterkunft, Wasser und Sanitärversorgung sowie Gesundheit gebündelt. Die Cluster-Leitung ist dauerhaft jeweils einer Hilfsorganisation zugeordnet. So leitet das Rote Kreuz den Cluster „Unterkunft“ nach Naturkatastrophen. In den Clustern treffen sich jene Organisationen, die im jeweiligen Arbeitsbereich aktiv sind, um die Arbeit zu koordinieren.

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