WatSan

1. WATSAN Modul 15
2. WATSAN Modul 40
3. MASS SANITATION Modul 20

Wie funktioniert eigentlich eine Trinkwasseraufgereitungs-Anlage (WatSan Modul 15)?: Die interaktive TWA (flash-Datei)

 

1. WATSAN Modul 15

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Wasser ist Leben. Ohne Wasser gibt es nicht nur kein Leben, Wasser ist außerdem eines der ersten dringend erforderlichen Hilfsmittel im Katastrophen-fall. Nicht nur der Durst fordert seine Opfer. So kann auch die medizinische Versorgung der Betroffenen nicht ohne ausreichend sauberes Wasser aufrecht erhalten werden.

Der Mensch kann längere Zeit ohne Nahrung überleben, jedoch bereits nach wenigen Tagen ohne sauberes Trinkwasser treten lebensbedrohliche Situationen für den Einzelnen ein. So ist das Ziel der Wassertechniker des Österreichischen Roten Kreuzes, die inzwischen international anerkannte Spezialisten auf diesem Gebiet sind, ausreichend "sicheres" Wasser zur Abdeckung der herrschenden Bedürfnisse für eine effiziente Verteilung bereitzustellen.

Seit 1995 arbeiten unsere Spezialisten im Rahmen des Internationalen Roten Kreuzes weltweit in den verschiedensten Einsatzgebieten. Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überflutungen, Wirbelstürme, Dürrekatastrophen, Flüchtlingsbetreuung nach Kriegshandlungen stellen an jeden einzelnen Wassertechniker höchste Anforderungen psychischer und physischer Art.

Das WATSAN Modul 15 besteht aus mindestens 3 Filtereinheiten inkl. umfassendem Zubehör (Pumpen, Generatoren, Schlauchsysteme, Wasserverteilungsstellen, u.v.a.) und einem Team, das sich aus einem Teamleader und bis zu 7 Technikern (in der Regel Mechaniker, Elektriker, Installateure und Chemiker) zusammensetzt. In der Anfangsphase wird das Team durch einen Logistiker und einen IT&Telekom-Techniker unterstützt. Ein Pool von mehr als 100 Spezialisten steht dem ÖRK für WatSan-Einsätze zur Verfügung

Wegen der hohen Ausbildungsqualität und der mit hoher Effizienz und Professionalität abgewickelten Einsätze heißt es inzwischen in vielen Katastrophenregionen der Welt ganz einfach „Call the Austrians“. Nicht nur einmal wurde z.B. die erzeugte Wasserqualität weltweit als die beste für die betroffenen Regionen eingestuft.

Wie arbeitet diese Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA)?

Jede Trinkwasseraufbereitungsanlage besteht aus mehreren Rohwasserbecken für das verunreinigte Wasser, einer Filtereinheit und einem Reinwasserbecken. Verschmutztes Wasser wird in die Rohwasserbecken eingefüllt und mit Chlor, Eisen-III-Chlorid (oder Aluminiumsulfat) und Aktivkohle versetzt. Auf diese Art werden Bakterien getötet, Schwebstoffe gebunden und an den Beckenboden abgesetzt. Anschließend wird das Wasser mit hohem Druck durch die Filtereinheit gepumpt und in das Reinwasserbecken abgeleitet. Das gefilterte Wasser wird getestet und für die Lagerung mit Chlor haltbar gemacht. Danach erfolgt eine chemische Untersuchung in einem mobilen Labor, um sicherzustellen, dass das so erzeugte Reinwasser auch als Trinkwasser nach den bestehenden WHO-Richtlinien geeignet ist.

Pro Stunde werden somit mit einer Anlage bis zu 10.000 Liter Wasser gewonnen, mit einem gesamten Modul können auf diese Weise täglich bis zu 225.000 Liter Trinkwasser erzeugt und damit bis zu 15.000 Personen versorgt werden. Latrinenbau und Seuchenvorsorge mittels Ungezieferbekämpfung stellen eine weitere wichtige Aufgabe dar.

2. WATSAN Modul 40

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Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überflutungen, Wirbelstürme, Dürrekatastrophen, Flüchtlingsbetreu-ung nach Kriegshandlungen ereignen sich jährlich in immer kürzeren Abständen auf unserer Erde. Sie treffen wie immer die Mittellosen und Hilfsbedürftigsten der einzelnen Regionen.

So haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, dass der Bedarf an sicherem Wasser in diesen Situationen enorm steigt und die Bedeutung der Bereitstellung von ausreichendem Trinkwasser immer mehr zugenommen hat.

Aus diesem Grund wird im Jahr 2001 durch das Österreichische Rote Kreuz eine zusätzliche hochleistungsfähige Trinkwasseraufbereitungsanlage in Betrieb gestellt werden. Diese Anlage ermöglicht die Gewinnung von bis zu einer 1/2 Million Liter Trinkwasser pro Tag! Zusätzlich wird über diese Einheit der Aufbau eines Wasserversorgungnetzes für die betroffene Bevölkerung im Einsatzgebiet vorgenommen.

Das WATSAN Modul 40 besteht aus mehreren Großtanks mit einem Fassungsvermögen von 70.000 - 95.000 Liter Wasser inkl. umfassendem Zubehör (Pumpen, Generatoren, Schlauchsysteme, Wasserverteilungsstellen, u.v.a.) und einem Team, das sich aus einem Teamleader und bis zu 7 Technikern (in der Regel Mechaniker, Elektriker, Installateure und Chemiker) zusammensetzt. In der Anfangsphase wird das Team durch einen Logistiker und einen IT&Telekom-Techniker unterstützt.

Wie arbeitet diese Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA)?

„Eine Linie“ Trinkwasseraufbereitungsanlage besteht aus mehreren Großbecken für Rohwasser (75.000 Liter) für das verunreinigte Wasser und einem Reinwasserbecken (95.000 Liter). Verschmutztes Wasser wird in die Rohwasserbecken eingefüllt und mit Aluminiumsulfat versetzt. Auf diese Art werden Schwebstoffe gebunden und an den Beckenboden abgesetzt. Anschließend wird das Wasser mittels Gravitation oder Pumpen in das Reinwasserbecken abgeleitet und zur Abtötung der Keime und Bakterien Chlor zugefügt. Im Anschluss erfolgt eine chemische Untersuchung in einem mobilen Labor, um sicherzustellen, dass das so erzeugte Reinwasser auch als Trinkwasser nach den bestehenden WHO-Richtlinien geeignet ist.

Pro Tag können somit mit „2 Linien“ dieser Anlage bis zu 600.000 Liter Wasser gewonnen und damit bis zu 40.000 Personen versorgt werden. Latrinenbau und Seuchenvorsorge mittels Ungezieferbekämpfung stellen eine weitere wichtige Aufgabe dar. (nach oben)

3. MASS SANITATION Modul 20

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Dieses Modul wurde aufgebaut, um die Sicherstellung von grundlegenden sanitären Einrichtungen für größere Menschenansammlungen nach Katastrophenereignissen zu übernehmen und leitet wesentliche umweltbeeinflussende Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ein.

Diese Einheit hat die Kapazität, um bis zu 20.000 Personen mit den grundlegenden sanitären Einrichtungen zu versorgen. Dazu werden Latrinenanlagen geplant, konstruiert und aufgebaut, Müllentsorgungsprogramme aufgestellt, Ungezieferbekämpfung und Seuchenvorsorge vorgenommen und die Absicherung von Trinkwasserstellen gegen Verunreinigung vorgenommen. Hygiene Promotion für die betroffene Bevölkerung stellt eine zusätzliche wesentliche Aufgabe dar.

Das Team besteht aus 3 Technikern (in der Regel 1 Bodenkulturtechniker oder Chemiker und 2 Umwelttechnikern).

 

Bisherige Einsätze WatSan:

  • Einsatz Tansania und Zaire (Juli 1994 bis Dezember 1995) Flüchtlingsbetreuung
  • ERU WatSan Einsatz Matanta / Uganda (Dezember 1996 bis Jänner 1997) Flüchtlingsbetreuung
  • ERU WatSan Einsatz Wroclaw / Polen (Juli bis August 1997) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Ica / Peru (Februar 1998) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Choluteca / Honduras (November 1998 bis Jänner 1999) Hurricane Mitch
  • Einsatz Shkodra / Albanien (April bis Juli 1999) Flüchtlingsbetreuung
  • ERU WatSan Einsatz Gölcük / Türkei (August bis November 1999) Erdbeben
  • ERU WatSan Einsatz Kassala / Sudan (August bis September 2003) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Bam / Iran (Jänner bis März 2004) Erdbeben
  • ERU WatSan Einsatz Banda Aceh / Indonesien (Jänner bis Mai 2005) Tsunami
  • ERU WatSan Einsatz Kashmir / Pakistan (Oktober 2005 bis Jänner 2006) Erdbeben
  • ERU WatSan Einsatz Dadu / Pakistan (August 2007 bis Oktober 2007) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Chengdu / China (Mai 2008 bis Juli 2008) Erdbeben
  • ERU WatSan Einsatz Yangon / Myanmar (Mai 2008 bis Juni 2008) Zyklon
  • ERU WatSan Einsatz Harare, Gweru, Mutare, Kadoma / Zimbabwe (Dezember 2009 bis März 2009) Cholera-Epidemie
  • ERU WatSan Einsatz Caprivi / Namibia (Mai 2009 bis Juni 2009) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Leogane / Haiti (Jänner 2010bis Juli 2010) Erdbeben
  • ERU WatSan Einsatz Kilosa, Dadoma / Tanzania (Jänner 2010 bis März 2010) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Dadu, Thatta, Muzaffargarh / Pakistan (August 2010 bis Dezember 2010) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Nawbsha, Sakrant, Shapur / Pakistan (Oktober 2011 bis Jänner 2012) Hochwasser
  • ERU WatSan Einsatz Port-au-Prince / Haiti (Dezember 2012 bis Februar 2013) Cholera-Epidemie
  • ERU WatSan Einsatz Cebu, Takloban / Philippines (November 2013 bis Jänner 2014) Taifun
  • ERU WatSan Einsatz Torit / Süd Sudan (Juli 2014 bis Oktober 2014) Cholera-Epidemie
  • ERU WatSan Einsatz Nyarugusu / Tanzania (Mai 2015 bis September 2015) Flüchtlingsbetreuung
  • ERU WatSan Einsatz Thessaloniki / Griechenland (März 2016 bis Juli 2016) Flüchtlingsbetreuung
  • ERU WatSan Einsatz Jeremie / Haiti (Oktober 2016 bis Dezember 2016) Hurricane Matthew

(nach oben)

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