Wie viel Blut hat ein Mensch?
Ein durchschnittlich schwerer, gesunder, erwachsener Mensch hat ungefähr ein Blutvolumen von acht Prozent seines Körpergewichts. Ein zirka 70 Kilogramm schwerer Mensch hat also etwa fünf bis sechs Liter Blut. Diese Angaben sind allerdings auch abhängig von Alter und Geschlecht. Frauen haben eine etwas geringere Blutmenge als Männer.

Was ist der Rhesus-Faktor?

Die Bezeichnungen "positiv" und "negativ" beziehen sich auf weitere Merkmale von Blutgruppen. Rh ist die Abkürzung von Rhesus, dem Namen einer Affengattung, mit der Karl Landsteiner und der Serologe Alexander Wiener experimentierten und mit deren Hilfe Landsteiner 1940, drei Jahre vor seinem Tod, die Rhesusgruppen entdeckte. Im Serum von Kleintieren, in die Landsteiner das Blut von Macacus-Rhesusaffen injizierte, wies der Wissenschafter jene Stoffe nach, die bei 85 Prozent der Menschen die roten Blutkörperchen verklumpen lassen.
Menschen, die mit dem Serum positiv reagieren (84 Prozent), werden als "Rhesus positiv", die restlichen 16 Prozent als "Rhesus negativ" bezeichnet. Durch diese Entdeckung wurde noch klarer, welche Menschen welches Spenderblut erhalten dürfen. Besonders wichtig ist die Rh-Formel auch für die frühzeitige Erkennung von Gefährdungssituationen des Kindes bei Schwangeren, die Blutkonserven erhalten.

Was ist Kunstblut?

Blutersatzstoffe zu entwickeln, die in beliebiger Menge billig zu erzeugen und beliebig lange lagerbar sind, zählt heute zu den größten Herausforderungen der Transfusionsmedizin. Noch gibt es kein "Kunstblut", mit dieser Bezeichnung sind künstliche Sauerstoffträger auf Basis des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin gemeint. Versuchen mit Hämoglobin liegt die Annahme zugrunde, dass für den Sauerstofftransport im Blutkreislauf nicht ganze Erythrozyten, sondern bloß das daraus gewonnene "Hämoglobin" nötig wäre. Hämoglobin hat aber eine sehr kurze Halbwertszeit, das bedeutet: Seine Verweildauer im Kreislauf ist kurz, beträgt nur wenige Stunden, dann wird der Blutersatzstoff wieder ausgeschieden. Damit eignet sich Hämoglobin zwar für die kurzzeitige Behandlung von Patienten, die etwa durch einen Unfall viel Blut verloren haben, aber nicht für die Behandlung von Langzeitpatienten mit einem Mangel an Sauerstoffträgern im Blut.

Wer braucht mein Blut?

Jeder kann in die Situation kommen, Blut zu benötigen!
Sei es im Rahmen einer geplanten Operation mit Fremdblutbedarf, aufgrund eines Unfalls oder zur Behandlung einer Krankheit.

Die "klügsten" Blutzellen?

Sind die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Sie zählen zum Abwehrsystem des Körpers und können sich über Generationen von Zellen ihre Feinde merken. Wer als Kind Masern hatte, dessen Lymphozyten haben das Masernvirus kennen und bekämpfen gelernt. Sie finden und bekämpfen es immer wieder, sobald es in den Körper eindringt, und sei es auch nach 90 Jahren, und verhindern so eine Erkrankung.

Was ist Blut?

"Blut, lat. sanguis, kann als flüssiges 'Gewebe' oder Organ des menschlichen oder tierischen Organismus angesehen werden. Im Rahmen des Blutkreislaufs dient es dem Transport des Sauerstoffs aus der Lunge und der Nahrungsstoffe aus dem Darm in die Gewebe und führt Schlackenstoffe, wie Kohlendioxid und harnpflichtige Substanzen, aus den Geweben in die Ausscheidungsorgane (Lungen, Nieren). Es vermittelt die Wirkung der Hormone und ist Träger von Stoffen und Zellen, die Gifte und Krankheitserreger unschädlich machen." (Brockhaus)

Was ist eine Blutsenkung?

Eine alte, aber wenig spezifische Methode zur Feststellung von möglichen Krankheiten (Entzündungen). Dabei wird vom Arzt die Geschwindigkeit (BSG - Blutsenkungsgeschwindigkeit) mit der sich die roten Blutkörperchen absetzen, gemessen. Die Bestimmung der BSG ist jedoch sehr ungenau, bei Männern und Frauen unterschiedlich, altersabhängig und kann auch durch Medikamente verfälscht werden.

Was ist Blutzucker?

Blutzucker, Glukose (besser bekannt als Traubenzucker), ist eine der zentralen Energiequellen unseres Körpers. Um den Treibstoff Glukose verarbeiten zu können, benötigt der Körper Insulin (ein in der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon). Produziert die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin, so kann der Treibstoff Glukose nicht verarbeitet werden, die Blutzuckerwerte steigen an, und ab einem bestimmten Wert (Nierenschwelle) wird der Zucker mit dem Urin wieder ausgeschieden. Der Normalwert für Blutzucker liegt bei 70-100 mg/dl.

Die größten Blutzellen?

Sind die großen weißen Blutkörperchen (Monozyten). Sie gehören ebenfalls zur Krankheits-Abwehr. Die Monozyten bewegen sich sehr rasch, umzingeln Krankheitserreger und verschlingen sie.

Die kleinsten Blutzellen?

Sind die Blutplättchen (Thrombozyten). Die Thrombozyten haben eine unverzichtbare Fähigkeit: Sie helfen bei der Blutgerinnung. Wird ein Blutgefäß verletzt, so kommen die Thromboyzten mit dem umliegenden Bindegewebe (Glykoproteinen) in Kontakt, schütten sofort eine Substanz aus, die andere Thrombozyten ebenfalls zur verletzten Stelle ruft, und gemeinsam wird nun die verletzte Stelle, das Leck im System, geschlossen.

Was machen die roten Blutkörperchen?

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind zuständig für den Sauerstofftransport. Dabei trägt ein solcher kleiner, flacher, beidseitig leicht eingedellter Erythrozyt bis zu 300 Millionen sauerstoffbindende Hämoglobin-Moleküle. Das Besondere dabei ist, dass die Erythrozyten nicht nur bei Bedarf Sauerstoff z. B. an die Muskelzellen abgeben, sondern gleich auch noch das Kohlendioxid zur Entsorgung in der Lunge mitnehmen.

Wie viele Erythrozyten hat man?

Rund 30 Billionen schwimmen im Kreislauf eines erwachsenen Mannes. Würde man all diese Erythrozyten ausbreiten, so entspräche das einer Fläche von zirka 2500 m2.
Die Erythrozyten sind es auch, die dem Blut seine typische Farbe geben: ein helleres Rot für das sauerstoffreiche arterielle Blut und ein dunkleres Rot für kohlendioxidreiches, venöses Blut.

Was sind Granulozyten?

Die Granulozyten sind die häufigsten weißen Blutkörperchen. Sie bilden die erste Abwehrlinie gegenüber Krankheitserregern. Sie gehen sofort daran, die fremden Zellen zu umringen und zu "markieren". Die Granulozyten werden wie alle anderen Blutzellen ebenfalls im Knochenmark gebildet.

Was heißt Blutdruck?

Unser Herz versorgt über ein ausgeklügeltes Hoch- und Niederdrucksystem den gesamten Körper mit Blut. Beim Blutdruckmessen werden zwei Werte gemessen.

1. Der systolische Druck. Dies ist der Druck, der durch die Pumpleistung des Herzens, welcher auf die vom Herzen wegführenden Arterienwände ausgeübt wird.
2. Der diastolische Druck. Dies ist der Druck, der kurz vor dem nächsten Herzschlag entsteht, wenn der Herzmuskel entspannt ist und neues Blut in die Herzkammer strömt.

Was ist ein Blutbild?

Beim Blutbild werden die verschiedenen Zellarten des Blutes gezählt. Das "kleine Blutbild" umfasst die Bestimmung und Zählung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten), Blutplättchen (Thrombozyten), die Menge an Hämoglobin und den Anteil aller Blutzellen am Gesamtblut (Hämatokrit).

Was ist AIDS?

AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) ist eine Infektion mit dem "Human Immunodeficiency Virus" (HIV). Durch HIV kann es zu einer Schwächung bzw. zum Zusammenbruch der körpereigenen Immunabwehr kommen. AIDS wird nicht durch einfachen Körperkontakt oder den gemeinsamen Gebrauch von Toiletten oder Schwimmbädern übertragen und auch nicht durch Insektenstiche oder Haustiere. Beim Blutspenden kann man sich ebenfalls nicht mit HIV anstecken.

Was ist ein Bluter?

(Bluterkrankheit, Hämophilie): Rezessiv-geschlechtsgebundene Erbkrankheit. Daher erkranken nur Männer. Sie tritt meist schon in der Kindheit auf, mit Neigung zu Blutungen oft schon bei geringsten Anlässen. Beim Bluter fehlt ein Faktor der Blutgerinnung, deshalb sind diese Blutungen sehr schwer zu stillen. Die weiblichen Mitglieder einer Bluterfamilie erkranken nicht, vererben aber die Krankheit weiter. Eine Behandlung ist heute durch die Verabreichung von Gerinnungsfaktoren (virussicher präpariert) möglich.

Wo werden die Blutzellen gebildet?

Im blutbildenden Mark der Plattenknochen, wie Becken, Schulterblatt und Brustbein, und einigen kleineren Knochen (in der Jugend auch in den langen Röhrenknochen). Hier bilden die sehr langlebigen "hämatopoietischen Stammzellen" bis zu 400 Milliarden Blutkörperchen. Diese hämatopoietischen Stammzellen allein sind fähig, sämtliche Arten von Blutzellen aus einer (pluripotenten) Stammzelle zu entwickeln.

Was ist ein Blutgefäß?

Blutgefäße sind großteils muskulös-elastische Röhren, die das Blut durch den Körper leiten. Ihre Wände bestehen aus drei Schichten: der innersten (Tunica interna), der mittleren (Tunica media) und der äußeren (Tunica externa oder Adventita). Die vom Herzen wegführenden Blutgefäße heißen Arterien (Schlagadern), die zum Herzen hinführenden Blutgefäße Venen. Das Blutgefäßsystem des Menschen hat insgesamt eine Länge von bis zu rund 96.000 Kilometern!

Was ist ein Blutegel?

Der Blutegel (hirudo) gehört zur Gattung der Kieferegel und kommt in verkrauteten Tümpeln, Mooren und Sümpfen vor. Blutegel durchschneiden mit ihren "Mercedesstern-förmigen" Kiefern die Haut von Säugetieren und saugen deren Blut. Blutegel können mit einer einzigen Blutmahlzeit sehr lange auskommen. Sie haben eine Lebenserwartung von bis zu 27 Jahren. Früher wurden Blutegel (hirudo medicinalis) auch in der Medizin eingesetzt.

Wer war Karl Landsteiner?

Karl Landsteiner (1868-1943), Bakteriologe. Karl Landsteiner war Prosektor am K. u. K. Wilhelminenspital in Wien, wanderte 1919 in die Niederlande und dann weiter in die USA aus und war 1922-43 Mitglied des "Rockefeller Institute for Medical Research". Karl Landsteiner entdeckte/publizierte 1900 das AB0-Blutgruppensystem und zusammen mit A. S. Wiener 1940 den Rhesusfaktor. Landsteiner erhielt 1930 den Nobelpreis für Medizin.

Welche Zellen zählen zu den Leukozyten?

Monozyten, Lymphozyten und Granulozyten. Alle diese Zellen werden im Knochenmark aus einer Stammzelle gebildet und entwickeln sich zu diesen drei Zell-Linien weiter. Alle drei Zell-Linien gehören zur Abwehr und haben hier unterschiedliche Aufgaben.

Welche Viren können unter anderem durch Blut übertragen werden?
"Harte" Infektionskrankheiten:

  • HBV - Hepatitis B-Virus
  • HCV - Hepatitis C-Virus
  • HIV - Human Immunodeficiency Virus


Um die Übertragung dieser Viren zu verhindern, durchläuft JEDE Blutspende mehr als 20 Einzeltests.

Welche Blutgruppen gibt es?

Jeder Mensch gehört einer besonderen, ererbten Blutgruppe an. Für die Transfusionsmedizin wichtig ist das AB0-Blutgruppensystem, das in den Jahren 1901 und 1902 vom österreichischen Arzt und Nobelpreisträger Karl Landsteiner und seinen Schülern Decastello und Sturli entdeckt wurde. Man unterscheidet dabei vier Blutgruppen: 0, A, B und AB. Biochemische Merkmale auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen und Antikörper bestimmen, zu welcher Blutgruppe ein Mensch gehört. Auch die Häufigkeit der Blutgruppen innerhalb der österreichischen Bevölkerung ist sehr unterschiedlich. Die seltenste Blutgruppe ist AB negativ.

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