Die Gründer des Roten Kreuzes hatten sich zunächst das Ziel gesetzt, in möglichst vielen Ländern Hilfsgesellschaften ins Leben zu rufen. Dank ihrer Tatkraft wird dieser Wunsch rasch verwirklicht, denn in den ersten zehn Jahren werden nicht weniger als 22 nationale Gesellschaften gegründet, wie etwa in Belgien, Dänemark, Preußen und in der Türkei. Bald danach gewinnt das Rote Kreuz auch Japan, Amerika und Afrika für die Idee.

 

Heute gibt es Nationale Rotkreuz- oder Rothalbmond-Gesellschaften in 190 Ländern, daher in fast allen Staaten der Erde. Die Bewegung zählt somit Mitglieder auf allen fünf Kontinenten, geeint durch das gleiche Ideal und "einen für ihren Zusammenhalt wichtigen Faktor" die gleichen Statuten und Leitlinien für ihre Arbeitsweise.

 

In der Tat zeigte sich bald, dass man verhindern musste, dass neue Gesellschaften der Versuchung unterlägen, die Grundsätze der Bewegung ihren eigenen nationalen Identitäten anzupassen. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, wurden auf den Internationalen Rotkreuz-Konferenzen zehn Bedingungen aufgestellt, die jede neue Gesellschaft erfüllen muss, um Mitglied der Bewegung zu werden. Als unabhängige und neutrale Instanz erhielt das IKRK zuerst indirekt, später statutarisch den Auftrag zu prüfen, ob diese zehn Bedingungen verwirklicht sind. Ist dies der Fall, spricht es die Anerkennung der neuen Gesellschaft aus, die darauf als Mitglied der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aufgenommen wird.

 

Ursprünglich gegründet, um an der Seite der militärischen Sanitätsdienste die verwundeten oder kranken Soldaten zu pflegen, entfalten die nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds heute sowohl zu Friedens- als auch in Kriegszeiten vielfältige Tätigkeiten.

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