Zeckenimpfung

Rechtzeitig schützen

2003 erkrankten in Österreich 82 Personen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - das waren mehr Fälle als jeweils in den vergangenen fünf Jahren registriert wurden. Im Vergleich zum Jahr 2002 entspricht diese hohe Opferbilanz einer Steigerung von 36 Prozent. Die meisten Erkrankten waren über 40 Jahre alt.

„Nur eine Impfung bietet Schutz", sagt Dr. Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz

Das Risiko, einer Zecke zu begegnen, ist in Österreich groß. Nicht nur Menschen, die sich berufsbedingt in der freien Natur bewegen, sind gefährdet, sondern auch Spaziergänger, Schwammerlsucher oder Sportler. "Zecken treten besonders am Waldrand auf, sind aber genauso in den städtischen Parks zu finden", so Schunder-Tatzber.

Bricht FSME nach einem Zeckenbiss aus, kann die Krankheit selbst nicht behandelt werden. Nur die Symptome lassen sich lindern. FSME greift die Gehirnsubstanz an und kann auch Lähmungen hervorrufen. Zu den ersten Symptomen zählen Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Genickstarre.

Zu 100 Prozent schützt nur die Impfung. Nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung (bestehend aus drei Teilimpfungen: erste und zweite Teilimpfung in Abstand von 1 - 3 Monaten, dritte Teilimpfung 9 bis 12 Monate nach der zweiten Teilimpfung) ist die erste Auffrischungsimpfung drei Jahre später vorzunehmen und dann alle weiteren Impfungen - bis zum 60. Lebensjahr - in einem Fünf-Jahres-Rhythmus. Ab dem 60. Geburtstag soll dann wieder alle drei Jahre der Impfschutz erneuert werden, da im höheren Alter das Immunsystem geschwächt ist und der Impfschutz somit schneller nachlässt. Diese Impfintervalle werden vom Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates empfohlen.

Schunder-Tatzber: "An der Impfung sollte eigentlich für niemanden ein Weg vorbeiführen. Selbst wenn die Zecke leicht selbst entfernt werden kann, ist eine Infektion nicht ausgeschlossen. Zum Entfernen von Zecken sollte man eine spezielle Pinzette benutzen, die in Apotheken gekauft werden kann. Eine Zecke sollte gerade, ohne zu drehen, herausgezogen werden. Wer nicht geimpft ist, sollte nach einem Zeckenbiss auf jeden Fall zum Arzt. Treten später Rötungen oder Entzündungen an der Bissstelle auf, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen."

Der Impfstoff wird in zwei Dosen angeboten: für Kinder und Jugendliche ist bis zum 16. Lebensjahr und für Erwachsene. Die Krankenkassen leisten einen Zuschuss. Die heurige Impfaktion läuft noch bis 30. Juni 2004.