Lawinen

Lawinenabgang in Salzburg, Mandlwände Bergrettung Salzburg

"Zwei Brett'ln a gführiger Schnee" - Was gibt es schöneres, als bei herrlichem Wetter und schönem Schnee die Hänge herunter zu fahren und den Winter richtig zu geniessen?

 

Doch auch im Schnee lauern Gefahren: Trotz der oft sehr hohen Lawinengefahr – diese wird in den Schigebieten auch ausgeschildert und kommuniziert - riskieren nach wie vor sehr viele Alpin- und Wintersportler ihr Leben und verlassen die sichere Piste, oft in Verbindung mit unzureichender Kenntnis des Geländes.

 

„Fehlt zudem noch die notwendige Ausrüstung wie Lawinenpiepser, Lawinenschaufel, Lawinensonde und Lawinen-Verschütteten-Suchgerät, so steigt die Wahrscheinlichkeit des dramatischen Ausgangs derartiger Ausflüge. Beim Fehlen dieser Ausrüstung kann im Unglücksfall meist nicht adäquat geholfen werden und es geht wertvolle Zeit verloren“, erklärt Markus Glanzer, selbst Pistenretter auf der Gerlitzen und Rotkreuz-Notfallsanitäter.

 

Das Österreichische Rote Kreuz empfiehlt daher –  speziell bei verlautbarter Lawinenwarnstufe  - dass die gesicherte Piste nicht verlassen werden sollte. Schitouren im alpinen Gelände außerhalb der gesicherten Pisten sollten nur mit einem erfahrenen Bergführer, ausreichender Kenntnis der Lawinengefahr und der notwendigen Ausrüstung durchgeführt werden.

 

Die wichtigsten Tipps im Überblick:

Wenn  ich eine Lawine von der gesicherten Piste aus beobachte?

 

Versuchen Sie die von der Lawine erfasste Person mitzuverfolgen und prägen Sie sich den Verschwindepunkt ein! (typische Geländemerkmale wie Baumgruppen, Felsen)

 

Rufen Sie den NOTRUF! Sie erhalten die notwendige Hilfe unter dem Alpin-Notruf 140, dem Rettungs-Notruf 144, oder unter dem Euro-Notruf  112

 

Verlassen Sie keinesfalls die gesicherte Piste!


Rasche Bergung von Verschütteten kann nur mit entsprechender Ausrüstung und Know-how durchgeführt werden, welches hoffentlich die Schigruppen-Kollegen, die sich auch während des Lawinenabgangs im ungesicherten Bereich aufgehalten haben, besitzen. Eine  Lawine darf nur zur Ortung, Bergung und Versorgung betreten werden, da eventuelle Atemhöhlen zertrampelt werden und Suchhunde bei ihrer Arbeit beeinträchtigt werden können.

 

Falls Sie eine Lawine ohne Personenschaden beobachten, rufen Sie jedenfalls den Alpin-Notruf 140, und teilen Sie den Lawinenabgang mit.

 

Erste Hilfe bei Verschüttung

 

Bei Verschüttung besteht Lebensgefahr durch möglicherweise tödliche Verletzungen, Erstickung und Unterkühlung.

 

Nach einer Bergung, bei dem sich Bergretter nach Erreichen eines Körperteils erst vorsichtig zum Gesicht vortasten, dann Kopf und Brustkorb freilegen, versucht man Schnee aus den Atemwegen zu entfernen um die Atmung zu gewährleisten bzw. überprüfen zu können.

 

Notfallpatient ist ansprechbar, bei Bewusstsein:

Vor weiterer Unterkühlung schützen (Herstellen windstiller Verhältnisse, Zudecken, eventuell heiße Getränke, aber kein Alkohol),

 

Notfallpatient ist nicht ansprechbar, ohne Bewusstsein:

 

Falls der Verletzte atmet:

Eine stabile Seitenlage versuchen (falls im alpinen Bereich möglich), jedenfalls den Verletzten vor Unterkühlung schützen (zudecken)

 

Falls der Verletzte nicht atmet:

30 Herzdruckmassagen abwechselnd mit 2 Beatmungen durchführen

 

Allgemein gilt:  Lawinenopfer möglichst wenig bewegen!

 

Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Verschütteten sinkt bei Auffinden nach den ersten 15 Minuten drastisch. Grund genug, sich nur äußert vorsichtig und mit ausreichend Know-How und Schutzausrüstung im alpinen, ungesicherten Gelände zu bewegen. Beachten Sie Lawinenwarnungen!

 

Nähere Information erhalten Sie beim Kuratorium für alpine Sicherheit und der Bergrettung:

 

http://www.alpinesicherheit.at/index.php?menuid=2204

http://bergrettung.at/

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