Qualitätskriterien für Recherche und den Umgang mit COI:

  • Relevanz: Herkunftsländerinformation ist relevant, wenn sie sich auf rechtliche Konzepte des internationalen Schutzes bzw. menschenrechtliche Instrumente bezieht oder auf die Aussagen des/der Schutzsuchenden.

 

 

  • Zuverlässigkeit & Ausgewogenheit der Quellen: Entscheidungen über internationalen Schutz sollen auf Informationen aus verlässlichen Quellen beruhen. Die Methodologie und Motivation der Quelle für die Berichterstattung sowie der politische und ideologische Kontext sollen bei der Beurteilung der Verlässlichkeit berücksichtigt werden.

    Jede Quelle hat eine eigene Perspektive und einen spezifischen Fokus. Um ein ausgewogenes Bild zu erhalten, ist es nötig, verschiedene und verschiedenartige Quellen (z.B. Regierungsorganisationen, Nichtregierungsorganisation, Medien, Forschungseinrichtungen, etc.) heranzuziehen.

 

 

  • Inhaltliche Richtigkeit & Aktualität der Information: Die Information muss zum Zeitpunkt der Entscheidung aktuell und richtig sein. Durch Gegenprüfen mit mehreren Quellen kann eine Information untermauert und damit Richtigkeit und Aktualität erreicht werden.

 

 

  • Transparenz & Nachvollziehbarkeit der Information: Um Transparenz sicherstellen zu können, muss die Information sorgfältig referenziert werden. Dies ermöglicht die selbständige Überprüfung der verwendeten Information. Die Quelle jeder Information soll nachvollzogen werden können. Die Information soll klar und ohne inhaltliche Verzerrung dargestellt werden.

 

 

Darüber hinaus bestehen grundlegende Prinzipien für die Recherche und den Umgang mit Herkunftsländerinformation:

 

  • Neutralität der Recherche: Die Recherche von Herkunftsländerinformation für Verfahren zur Prüfung des internationales Schutzbedarfs soll ohne Interesse an einem bestimmten inhaltlichen Rechercheergebnis durchgeführt werden.

 

 

  • „Waffengleichheit“ beim Zugang zu Informationen: Herkunftsländerinformation soll allen am Verfahren Beteiligten gleichermaßen zugänglich sein. Schutzsuchende müssen Zugang zu allen Informationen haben, die zur Entscheidungsfindung herangezogen wurden, um Stellung nehmen zu können.

 

 

  • Verwenden von öffentlichen Informationen: Die Nutzung von öffentlich zugänglichen Informationen stärkt ein faires Verfahren. Öffentliche Information steht der Kommentierung und Ergänzung sowohl durch die Verfahrensbeteiligten, durch Expert/innen als auch durch eine breite Öffentlichkeit offen.

 

 

  • Schutz der persönlichen Daten des/der Antragsteller/in: Die persönlichen Daten eines/einer Schutzsuchenden sowie Informationen, die Rückschlüsse auf ihn/sie zulassen, müssen geschützt werden. Sie dürfen weder direkt noch indirekt mit einem möglichen Verfolger geteilt werden.
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