Bosnien-Herzegowina: The Book of Missing – 10 Jahre „danach“

Frau sitzt vor dem Book of Belongings

Im November 2004 wurde vom IKRK die 6. Ausgabe des Vermisstenbuches herausgegeben. Es enthält die Namen von mehr als 16.000 während des Bosnien-Krieges vermissten Personen, deren Schicksal bis heute noch nicht geklärt ist. Das Buch zeugt damit vom Leiden tausender Familien, die auch zehn Jahre nach Kriegsende nicht wissen, was mit ihren vermissten Angehörigen geschehen ist und auf Nachricht hoffen.

 

Gemeinsam mit dem „Book of Belongings“, das tausende Fotos von Gegenständen enthält, die bei unidentifizierten sterblichen Überresten gefunden wurden, ist es ein wichtiges Hilfsmittel bei der Vermisstensuche. Vor allem verschiedene staatliche Behörden in Bosnien-Herzegowina, internationale Organisationen und das weltweite Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften machen Gebrauch davon. So wird es z. B. von forensischen Experten verwendet, aber auch die Bevölkerung kann in den Büros des IKRKs und der Rotkreuz Gesellschaft von Bosnien- Herzegowina in das Buch Einsicht nehmen.

Zwischen dem Ende des Krieges 1995 und November 2004, erhielt das IKRK insgesamt 21.700 Suchanträge nach vermissten Personen. Mehr als 5.000 dieser Fälle konnten gelöst werden, über 16.000 Menschen sind aber immer noch vermisst. „Die bloßen Zahlen drücken besser als alles andere die Besorgnis der Vielen, die so lange im Ungewissen gelebt haben, aus“, sagt Werner Kaspar, Leiter der IKRK-Delegation in Bosnien-Herzegowina.

Auch für den Kosovo wurde bereits die 3. Ausgabe des Vermisstenbuches herausgegeben. Es enthält die Namen von 3.272 Vermissten.

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