Allein in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ist das Schicksal von über 10.000 Menschen ungeklärt

karte verschwundene

Der 30. August ist als „Internationaler Tag der Verschwundenen“ hunderttausenden Familien gewidmet, die keine Informationen über das Schicksal vermisster Angehöriger haben. Das Rote Kreuz bemüht sich über sein weltweites Netzwerk diesen Familien das Recht auf Aufklärung zu erfüllen.

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Kriegen, internen Konflikten und Spannungen gewaltsam von ihren Familien getrennt wurden, geht in die Hunderttausende. In Lateinamerika sind zwischen 1966 and 1986 etwa 90.000 Menschen „verschwunden”. Auf dem Balkan gelten zehn Jahre nach Kriegsende noch über 19.000 Menschen als vermisst. In Österreich sind die Schicksale von über 25.000 Zivilisten und Soldaten seit dem zweiten Weltkrieg ungeklärt.

Auch die Familien der Vermissten sind Opfer, deren Leben oft jahrelang in der Ungewissheit stagniert. Die Aufklärung des Schicksals ihrer vermissten Angehörigen erlaubt es den Familien abzuschließen und zu trauern. Vermisste Familienmitglieder bedeuten außerdem rechtliche Ungewissheit, etwa im Bereich des Erbrechts, Eherechts, Sorgerechts für Kinder.

International besucht und registriert das Rote Kreuz Gefangene, um ihr Verschwinden zu verhindern und ihre Angehörigen über ihren Aufenthaltsort zu informieren. In Konfliktgebieten wie dem Irak oder dem Sudan sind so genannte Rotkreuz-Nachrichten oft die einzige Möglichkeit für getrennte Familien miteinander in Kontakt zu bleiben.

 

Anlässlich des Internationalen Tages der Verschwundenen 2006, wurde vom Suchdienst das Buch „Vermisst und Gefunden – ein Schicksal, viele Geschichten“ herausgegeben.

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