"Family Links Poster" helfen bei der Suche nach vermissten Angehörigen

Family Links Poster web

Kriege und Konflikte trennen Familien. Auf der Flucht vor Gewalt werden sie auseinander gerissen. Aber auch Armut und der damit verbundene Ausweg Migration in ein anderes Land enden oft mit der Trennung von Familienmitgliedern.

 

Der Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes steht im Rahmen seines humanitären Mandats Familien bei, die ihre vermissten Familienmitglieder suchen.

 

„Seit einiger Zeit sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass sich immer mehr Personen nicht nur direkt in Konfliktsituationen, sondern auf den Migrationswegen verlieren“, sagt die Leiterin des ÖRK-Suchdienstes, Claire Schocher-Döring. „Dies führt dazu, dass kein konkreter Suchort ausgemacht werden kann, sondern innerhalb Europa und manchmal auch noch erweitert nach den vermissten Personen gesucht werden muss.“

 

Hindernis Illegalität

 

Oft werden die Familien auch durch die Schlepper getrennt und halten sich dann in verschiedenen Ländern Europas auf.  „Die Illegalität erschwert die Suche zusätzlich. Denn Personen, die sich irregulär in einem Land aufhalten, sind nirgendwo registriert“, erklärt Schocher-Döring.  „Auch die unterschiedliche Registrierung der Namen in den einzelnen Ländern ist ein Hindernis.“

 

Die Bearbeitung solcher Suchanfragen ist aufwändig, braucht viel Zeit und endet oft erfolglos. Das Ergebnis bedeutet viel Leid für Betroffene, die oft über Jahre hinweg in Unsicherheit über den Verbleib ihrer Familienmitglieder leben müssen. „Das Durchstehen solcher Situationen braucht sehr viel Kraft und Energie, bindet viele Ressourcen, die beispielsweise dann bei der Umsetzung der wirtschaftlichen und sozialen Integration nicht mehr zur Verfügung stehen“, weiß die Suchdienst-Leiterin.

 

Family Links Poster

 

Ein neues, grenzüberschreitendes Rotkreuz-Projekt soll nun Abhilfe schaffen: 17 nationale Rotkreuz-Gesellschaften, darunter das ÖRK und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz haben einen Pilotversuch in Europa gestartet:

Poster mit Fotos von Suchenden werden an möglichst vielen Orten, an denen sich Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten aufhalten aufgehängt.  Personen, die Informationen zu der gesuchten Person haben, können die lokalen Rotkreuzgesellschaften dafür kontaktieren.

 

Erste Erfolge

 

Ende November konnte die Initiative "Family Links Poster" bereits erste Erfogle verbuchen. So erkannte ein Mann aus Syrien das Foto seiner Tochter, die als Flüchtling in Deutschland lebt. Die Familie hatte sich auf der Flucht vor den Kämpfen rund um die syrische Hauptstadt Damaskus verloren. Der Kontakt konnte wieder hergestellt werden.

 

Gleichzeitig werden die Fotos der Suchenden auch auf der IKRK Website "Familylinks"  publiziert und bleiben dort für ein Jahr, während die Poster einmal monatlich ausgewechselt werden.

 

"Um möglichst viele Betroffene zu erreichen, ist es äußerst wichtig, die Poster an neuralgischen Orten in Österreich zu publizieren," betont Claire Schocher-Döring. "Das heißt in den Erstaufnahmestellen und Außenstellen des Bundesasylamtes, bei diversen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen oder Hilfsorganisationen. "


Wenn Sie einen Angehörigen suchen oder dessen Schicksal klären lassen wollen, wenden Sie sich bitte an die Kontaktperson in Ihrem Landesverband bzw. an das Generalsekretariat.

Möglichkeiten der Personensuche in aktuellen Kriegs- und Krisengebieten besteht auch über www.familylinks.icrc.org.

 

 

 

 

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