13.05.2016 09:43

"Trace the Face" auf Facebook

Die Suchdienst-Plattform "Trace the Face" gibt es jetzt auch auf Facebook. Über die Online-Suche hat der junge Haidari aus Pakistan nach zwei Jahren Trennung seine Brüder wiedergefunden.

"Trace the Face" auf Facebook

Im April 2014 fassten Haidari Shamsullah und seine vier Brüder einen traurigen Entschluss: Sie flohen vor der Gewalt der Taliban, die in ihrem Heimatort Pol-e-Chomie in Pakistan herrschte. Ihr Vater war von den Taliban entführt worden. Der damals 15-jährige Haidari und seine Brüder hatten keine Vorstellung davon, was sie
 auf ihrer Flucht erwartet.


 

Gemeinsam schafften es die Geschwister bis zur 
türkisch-iranischen Grenze zu gelangen. Dort 
wurden sie plötzlich getrennt – ein
 Schuss löste Chaos in der Menge
 aus und im Tumult verloren sich die Brüder aus den Augen. Haidari schaffte es nach Österreich zu kommen und lebte zwei Jahre lang in banger Ungewissheit über das Schicksal seiner Brüder.

 

In seiner Verzweiflung wendete sich der mittlerweile 17-jährige Haidari an das Rote Kreuz in Oberösterreich, mit der Bitte, seine Familie wiederzufinden. Sein Foto wurde auf der Internet-Plattform „Trace the Face“ veröffentlicht – mit Erfolg! Vor wenigen Tagen skypte er erstmals nach zwei Jahren wieder mit seinen Brüdern, die sich an das Indische Rote Kreuz wandten.

 

Trace the Face

 

Bei der Suche nach Vermissten setzt die Rote Kreuz-Bewegung seit dem Vorjahr auf die Webseite  „Trace the Face“ (www.tracetheface.org). Darüber können Flüchtlinge in Europa durch die Veröffentlichung des eigenen Fotos nach vermissten Familienangehörigen suchen. Die Fotos können ohne Preisgabe des eigenen Aufenthaltsortes und ohne Bekanntgabe von Namen veröffentlicht werden.

 

Insgesamt 28 Rotkreuz-Gesellschaften in ganz Europa sind an diesem vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterstützten Projekt beteiligt. Jetzt verstärkt die Facebook-Seite die Suche.

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