12.01.2017 11:03

Rotes Kreuz: Zugang zu Schutz statt Obergrenzen-Debatte

ÖRK-Präsident Schöpfer ist besorgt über den „Wettlauf des Populismus“

Rotes Kreuz: Zugang zu Schutz statt Obergrenzen-Debatte

Wien (Rotes Kreuz) – Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer fordert die Verantwortlichen zu mehr Sachlichkeit in der Asyl- und Integrationspolitik auf. Derzeit sei die Debatte von populistischen Vorschlägen geprägt.

 

„Abgesehen von rechtlichen Bedenken gegen die Begrenzung der Anzahl von Asylanträgen sprechen zahlreiche humanitäre Gründe dagegen“, sagt Schöpfer. „Erst vor wenigen Wochen erschütterten uns die Schicksale der Menschen in Aleppo. Frauen, Männer und Kinder, die aus solchen Gebieten fliehen müssen, haben Anspruch auf Schutz.“ Wenn eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen für einzelne Länder erreicht werden soll, kann das auf legalem Weg nur durch ein solidarisches Vorgehen der EU geschehen – im Sinne einer verbindlichen Quotenregelung.

Ganzheitliche Integrationsstrategie


Auch die aktuelle Debatte um ein Kopftuchverbot gehe am Kern des Bedarfs in Sachen Integration vorbei. „Arbeitsmarkt, Wohnen, Bildung und Sprache – das sind die wahren Knackpunkte in der Integration“, sagt Schöpfer und fordert eine ganzheitliche Integrationsstrategie von der Bundesregierung, die sich über mehrere Jahre erstreckt und zu erreichende Ziele definiert. „Wie viele Asylberechtigte sind in Sprachkursen? Welches Niveau haben sie erreicht? Welche weiteren Maßnahmen sind zu setzen? Diese Fragen müssen jetzt beantwortet und die entstehenden Herausforderungen gelöst werden. Die populistische Debatte über Obergrenzen und Kopftuchverbote hilft dabei nicht.“


Rückfragehinweis:

Mag. Thomas Marecek
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-151
Mobil: +43/664 823 48 02
mailto: thomas.marecek@roteskreuz.at

socialshareprivacy info icon