05.05.2017 09:57

Brüssel aus Rotkreuz-Perspektive

Brüssel, das Zentrum des politischen Europa, ist auch für das Rote Kreuz ein wichtiger Ort. Eine ÖRK-Delegation erhielt in der EU-Hauptstadt Informationen aus erster Hand.

Brüssel aus Rotkreuz-Perspektive
Werner Kerschbaum vom Roten Kreuz in Brüssel.
©Poller-Hartig

Das Rote Kreuz ist zwar unparteiisch, die Arbeit in Brüssel ist für eine weltweit agierende humanitäre Organisation dennoch von höchster Bedeutung. Im EU-Bezirk in Brüssel werden Richtlinien verabschiedet, Zukunftsthemen diskutiert und Vorgehensweisen definiert, die Auswirkungen auf die Arbeit des Roten Kreuzes haben. In der vergangenen Woche hat sich eine hochrangige Gruppe von Rotkreuz-Präsidenten und Geschäftsleitern des Generalsekretariats und aus den Landesverbänden darüber in der EU-Hauptstadt aus erster Hand informiert. Es kanmen sowohl Themen wie die Situation in der Türkei und in der Ukraine auf den Tisch als auch die Unterstützung der EU-Kommission für humanitäre Projekte.

"Von Vergaberichtlinien, die das Rettungs- und Blutspendewesen betreffen, über große Fonds, die lebenswichtige Hilfsprojekte für Syrien oder die Ukraine unterstützen, bis hin zu grenzüberschreitenden Abkommen in Fragen der Migration konnten wir in Brüssel viele für das Rote Kreuz wichtige Themen besprechen", resümiert Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer.

Um die Vermittlung humanitärer Anliegen gegenüber den politischen Institutionen kümmert sich das EU-Büro der Rotkreuz-Bewegung. Es vertritt die Interessen der 28 nationalen Rotkreuz-Gesellschaften in der EU sowie Norwegens und der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Der koordinierte Auftritt gegenüber der EU hat zum Ziel, mehr Ressourcen für die Rotkreuz-Arbeit zu erhalten. Das Büro unterstützt seine Mitglieder in allen EU-relevanten Fragen, indem es Information und Wissen teilt, Fördermöglichkeiten evaluiert und Organisationsentwicklung bietet.

"Wir tauschen uns in den Bereichen Katastrophenmanagement, Entwicklungszusammenarbeit, Asyl, Migration und soziale Inklusion viel mit den Experten im Brüsseler Büro aus", erklärt ÖRK-Generalsekretär Werner Kerschbaum, der auch dem Aufsichtsrat des EU-Büros vorsitzt. "Als Lobbyingstelle arbeiten die Kollegen daran, Themen aus Rotkreuz-Perspektive aufzubereiten und den Einfluss der Humanitären in der EU zu steigern."

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