17.05.2017 13:12

Cholera im Jemen

Der Streik der Müllabfuhr in der Hauptstadt begünstigte die Ausbreitung der Krankheit.

Cholera im Jemen
Die 60-jährige Zahraa liegt mit Cholera im Krankenhaus von Sana.
©ICRC

Von insgesamt 27 Millionen Menschen im Jemen leiden über 17 Millionen an Hunger, die Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag dramatisch. Über 462.000 Kinder leiden an Mangelernährung. Nahrungsmittel erreichen nur schwer das seit 2014 vom Krieg geplagte Land. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) ist seit Beginn des Krieges Anfang 2015 vor Ort um möglichst viele Notleidende medizinisch zu versorgen und Nahrungsmitteln und Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Neben der extremen Not, breitet sich jetzt auch noch die Cholera aus. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa trug ein Streik der Müllabfuhr zu der Ausbreitung der Cholera bei. Tagelang lagen verrottende Abfälle in den Straßen, die Müllwerker verlangten die Auszahlung ausstehender Löhne. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht mit Blick auf den Jemen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. Laut dem ICRC sind weniger als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen im Land sind noch funktionsfähig, die Menschen sterben nicht nur durch den Krieg sondern auch durch chronische Krankheiten und Verletzungen, die unversorgt bleiben.

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