22.05.2017 09:38

Somalia: Hunger und Durst

Die Dürre hat die Anzahl der unterernährten Kinder weit mehr als verdoppelt - Ernährungszentren geben Hoffnung.

Somalia: Hunger und Durst
In den Ernährungszentren zeigt sich das Leid der Menschen.

Hunger und Durst heißen die tödlichen Folgen der Dürre in Somalia, die auch Kinder trifft, wie die bedrohliche Situation in den raren Ernährungszentren zeigt. Das Zentrum in Baidoa ist beispielsweise einer der wenigen Orte, in denen mangelernährte Kinder aus Süd- und Mittelsomalia unter fünf Jahren lebensrettende Behandlung bekommen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, hat sich die Anzahl der behandelten Kinder hier mehr als verdoppelt. Ein Video zum Alltag in den Ernährungszentren sehen Sie hier.

Viele Patienten, ausgelaugte Helfer

Das selbe traurige Bild zeigt sich in einem ähnlichen Zentrum in der Hafenstadt Kismayo: Mütter strömen in das Zentrum in der Hoffnung hier mit medizinischer Hilfe das Leben ihrer hungernden Kinder retten zu können. Auch in Krankenhäusern zeigt sich die Not der Menschen: Im Krankenhaus von Baidoa wurden sogar Zelte aufgebaut, da das Krankenhaus aus allen Nähten platzt. Allein 230 unterernährte Kinder unter fünf Jahren werden dort betreut - vor genau einem Jahr waren es rund hundert.

Während immer mehr Menschen Hunger leiden stößt das medizinische Personal an seine Belastungsgrenzen, wie Suuldano, der Leiter des Ernährungszentrums erklärt: "Die Patienten werden immer mehr, aber die Mitarbeiter nicht. Wir sind alle erschöpft". Die Ernährungszentren, die vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) unterstützt werden, sind trotz allen Leides ein Lichtblick wie Suuldano erzählt: "Wenn die Mutter oder der Vater ihr sterbendes Kind zu uns bringt und uns am Ende der Behandlung gemeinsam mit dem Kind lachend verlassen kann, bin ich unglaublich glücklich".

Traurige Geschichte wiederholt sich

Das ICRC und der Somalische Rote Halbmond stellen fest, dass die Anzahl der unterernährten Kinder, die in den Zentren und Krankenhäusern behandelt werden, um rund 80 Prozent gestiegen ist. Spitzt sich die Ernährungssituation weiter zu, wird sich die Gesamtlage für die Menschen zum Schlimmsten wenden. Vor sechs Jahren führte eine Hungersnot in Somalia zum Tod von einer Viertelmillion Menschen. Jedes zweite Opfer war ein Kind.

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