19.06.2017 12:30

Das war das Rotkreuz-Jahr 2016

Herausfordernd. Ereignisreich. Erfolgreich – so lässt sich das Jahr 2016 für das OÖ. Rote Kreuz zusammenfassen. Besonders auffällig: Immer mehr Personen nutzen das Angebot der Sozialmärkte. Die Zahl der Einkäufe stieg im Vergleich zum Jahr davor um etwa ein Fünftel. Erfreulich: 33.000 Personen haben einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert – das ist eine Rekordzahl.

Das war das Rotkreuz-Jahr 2016
Exakt 33.020 Personen haben im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. (c) ÖRK/Thomas Holly Kellner

Die Gesellschaft ändert sich – das Rote Kreuz wird immer mehr gebraucht. Aber auch die Bevölkerung will im Ernstfall professionell helfen. Mehr als 33.000 Teilnehmer haben im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. „Im Vergleich zum Jahr davor, in dem wir 32.847 Kursteilnehmer zählten, ist das ein neuer Rekord“, freut sich OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter. Dazu kommen noch die 11.147 Kinder und Jugendlichen, die eine Erste-Hilfe-Einführung oder einen Erste-Hilfe-Grundkurs im Rahmen der Jugendrotkreuz-Aktivitäten abgelegt haben. „Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung“, meint Aichinger, denn: „Jeder kann täglich mit der Situation konfrontiert werden, Erste Hilfe zu leisten. 80 Prozent der Unfälle passieren im eigenen Umfeld. Nur wenige Handgriffe entscheiden oftmals über Leben oder Tod, über schnelle Heilung und Genesung oder bleibende Dauerschäden.“

Sozialmärkte – Zulauf ist weiter ungebrochen
Immer mehr Personen nutzen auch das Angebot der Sozialmärkte, die das OÖ. Rote Kreuz betreibt: „Was vor wenigen Jahren noch als Pilotprojekt initiiert wurde, ist heute fest verankert und für viele Menschen ein unverzichtbares Angebot. 82.452 Einkäufe verzeichneten wir im Jahr 2016 in unseren Märkten. Im Jahr zuvor waren es knapp 69.300. 23 Sozialmärkte betreiben wir derzeit im Bundesland“, führt Aichinger aus.

Rekord bei den Freiwilligen
Besonders erfreulich ist die Entwicklung des freiwilligen Engagements. Brachten sich im Jahr 2015 21.100 Menschen ein, waren es mit Ende 2016 21.892. „Mit Start der neuen Freiwilligenkampagne „Nicht käuflich. Nur freiwillig“ Anfang Juni hoffen wir, noch viele weitere neue Helfende beim OÖ Roten Kreuz begrüßen zu dürfen“, sagt Aichinger. 3,1 Millionen Stunden leisteten die freiwilligen Mitarbeiter dabei im vergangenen Jahr - den Großteil (2,4 Millionen Stunden) im Rettungsdienst. „Dieses Stundenausmaß kommt direkt der Bevölkerung zugute. Etwa 40 % aller Rettungs- und Krankentransporte werden von Freiwilligen erbracht. Die bereits angesprochenen Sozialmärkte, der Besuchsdienst, Essen auf Rädern oder die Katastrophenhilfe werden großteils oder sogar gänzlich von Freiwilligen betrieben“, so Dr. Aichinger.

Ein Blick in die Zukunft
Der Schwerpunkt im Jahr 2017 liegt auf der Jugendarbeit. Die humanitäre Wertevermittlung, der grundlegendste Auftrag des OÖ. Jugendrotkreuzes, spielt dabei eine große Rolle und soll in den Schulen und Jugendgruppen erarbeitet werden. Ein guter Leitfaden ist dabei das neu entwickelte „Buch der Werte“. Darin werden Themen wie Solidarität, Gleichberechtigung, Demokratie und Frieden, aber auf Sicherung und Wahrung von Ressourcen für kommende Generationen. „Wir wollen mit unseren Programmen Pädagogen und sowie Gruppenleiter unterstützen und sie für die freiwillige Mitarbeit gewinnen“, sagt Erich Haneschläger, Landesgeschäftsleiter des OÖ Roten Kreuzes. Besonders das Finden von Gruppenleitern ist eine sehr intensive Aufgabe, die dank der beruflichen Jugendkoordinatoren auf Bezirksebene mittlerweile sehr gut gelingt. Unter dem Titel „Gemeinsam lesen. Gemeinsam entdecken“ sind freiwillige Rotkreuz-Mitarbeiter als sogenannte Lesecoaches mit vielen Schulen im Bundesland in Kontakt. Ziel ist es, lese- und sozial schwachen Kindern unter die Arme zu greifen und so die Bildungsarmut zu bekämpfen. Auch die bewährten Aufgabenfelder des Jugendrotkreuzes sollen weiter ausgebaut werden. „Neben HELFI, Erste Hilfe, Babyfit, Schwimmen und Rettungsschwimmen oder Pflegefit entwickelt sich ROKO, unser Kindergartenprogramm zusammen mit den anderen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sehr gut“, zieht Haneschläger Bilanz. Bevorstehenes Großevent ist das Bundesjugendlager 2017 in Leonding. Dieses geht von 13. bis 16. Juli mit mehr als 1100 Kindern und Jugendlichen aus allen Bundesländern über die Bühne.


Die Zahlen im Überblick:
• 805 Fahrzeuge
• 13.123 Rufhilfeteilnehmer
• 18.522 Betreute Patienten/Klienten im Gesundheits- und Sozialdienst
• 21.892 freiwillige Mitarbeiter
• 26.305 Einsätze der Notarztdienste (ohne Notarzthubschrauber)
• 33.020 Erste-Hilfe-Kursteilnehmer
• 46.613 abgenommene Blutkonserven
• 183.053 unterstützende Mitglieder
• 550.188 Einsätze im Rettungs- und Krankentransport
• 3.100.000 freiwillig geleistete Stunden
• 23.700.000 gefahrene Kilometer

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