07.12.2017 12:07

Rotkreuz-Mitarbeiter auf dem Weg nach Bangladesh

Im Einsatz für Rohingya-Flüchtlinge.

Rotkreuz-Mitarbeiter auf dem Weg nach Bangladesh

Die Rotkreuz-Mitarbeiter Michael Ploberger und Robert Schmidt machen sich morgen, am 8. Dezember, auf den Weg nach Bangladesh, um dort die Ärmsten der Armen zu unterstützen. Denn die Lage der Rohingya-Flüchtlinge bleibt kritisch: Sie wohnen in Zelten und Hütten aus Bambus und Plastikplanen. Es gibt keine Toiletten und Waschräume – Seuchen drohen jederzeit auszubrechen. Das internationale Rote Kreuz kümmert sich um die geflüchteten Menschen, die in riesigen Camps in Bangladesch leben.
 
Der Telekommunikations-Techniker Robert Schmidt aus Steyr und der aus Enns stammende Trinkwasser-Spezialisten Michael Ploberger werden die bereits vor Ort befindlichen Teams unterstützen. Für Ploberger, der als hauptberuflicher Mitarbeiter beim Roten Kreuz in Bad Vöslau in NÖ und als Freiwilliger beim Team der Trinkwasseraufbereitung (OÖ) tätig ist, wird es der erste Auslandseinsatz. Neben dem Aufbereiten von Trinkwasser untersucht er den Boden des Camps im Labor auf Bakterien und Keime. Die Gefahr, dass Seuchen ausbrechen ist groß. Dazu kommt, dass das Camp schwer zugänglich ist. „Es gibt keine Straßen dort“, erklärt Ploberger. Er stammt aus Enns und wird vom Roten Kreuz Niederösterreich für den Einsatz freigestellt.
 
„Wir sind sehr froh darüber, dass es Menschen wie Michael gibt, die sich so intensiv für Menschen in Not engagieren“, sagt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Internationale Einsätze sind sehr herausfordernd und die Ausbildung – gerade auch im Bereich der Trinkwasseraufbereitung – sehr umfangreich.“ „Die Lage der Flüchtlinge zu verbessern ist einer der schwierigsten Einsätze, die das internationale Rote Kreuz derzeit bewältigt. Helfer aus allen Teilen der Welt leisten dort Hilfe für die Ärmsten der Armen“, erzählt Landesrettungskommandant Werner Kraut, Rotes Kreuz Niederösterreich.

 

Zum Einsatz

Seit 25. August sind mehr als 625.000 Menschen vor Gewalt in Myanmar über die Grenze nach Bangladesch geflohen, nach Cox Bazar im Süd-Osten des Landes, wo sich bereits mehr als 210.000 Personen aufgehalten hatten. Von der Gesamtzahl her ist es das größte Flüchtlingscamp der Welt, das aus geplanten und ungeplanten Ansiedelungen besteht. Seit August ist das Österreichische Rote Kreuz mit zwei Delegierten vor Ort vertreten, die Teil eines Notfall-Teams zur Trinkwasseraufbereitung sind. Auch die Verbesserung der Hygiene und der sanitären Situation zählt zu ihren Aufgaben. Die Gefahr eines Ausbruchs von Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser übertragen werden, ist nach wie vor sehr hoch. 

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