27.12.2017 14:26

Leben mit Demenz

Aktuell leben rund 130.000 Menschen mit der Diagnose Demenz. Doch was bedeutet das und wie kann man mit demenzerkrankten Menschen bestmöglich umgehen?

Leben mit Demenz
Ein Großteil der demenzkranken Personen wird von ihren Angehörigen gepflegt.

Vor allem betroffen von demenziellen Erkrankungen sind ältere bis hochbetagte Menschen. Aufgrund des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung wird sich die Anzahl an Personen mit Demenz laut Schätzungen bis 2050 verdoppeln. Grund genug, sich genauer mit der Krankheit zu befassen. Denn auch hier gilt: je früher es eine Diagnose gibt, um so besser kann damit umgegangen werden.

 

Die Symptome. Es gibt verschiedene Formen von Demenzerkrankungen. In 60 bis 80 Prozent der Fälle handelt es sich um die Alzheimer-Krankheit. Die Diagnose "Demenz" löst bei den meisten Betroffenen und Angehörigen Verunsicherung und Hilflosigkeit aus. Auch wenn es schwierig ist, diese Diagnose anzunehmen, ist es gut, sich möglichst rasch auf die Lebenssituation einzustellen. Es ist wichtig, zu wissen, dass sich die Umgebung auf den erkrankten Menscheneinstellen muss, weil dieser es mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer weniger kann. Es kann nach und nach zu verschiedenen körperlichen und geistigen Einschränkungen kommen - z.B. Vergesslichkeit, Herumwandern, Wiederholen von Aussagen oder Handlungen, Anhänglichkeit, Misstrauen und Verdächtigungen, Aggressionen, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, Wortfindungsstörungen, Verlust der Mobilität, Harn- bzw. Stuhlinkontinenz, Schluckstörungen: bis hin zur totalen Pflegebedürftigkeit.

 

Die Diagnosestellung. Um genau feststellen zu können, ob es sich bei den auftretenden Problemen um eine Demenz handelt, gibt es zahlreiche Untersuchungen und Tests - z.B. den "Mini Mental Status Test" (MMST)oder den "Uhrentest". Auch Blutuntersuchungen und spezielle Computertomographien können bei der Diagnosestellunghilfreich sein. Je früher eine dementielle Erkrankung erkannt wird, desto besser kann man den Krankheitsverlauf verzögern. Die Diagnosestellung erfolgt durch Neurologinnen und Neurologen oder Psychologinnen und Psychologen.

 

Tipps für den Umgang mit demenzerkrankten Menschen.

 

  • Eine angenehme, respektvolle Art zu sprechen verbessert die Kommunikation
  • Reizüberflutung und Lärm sollten vermieden werden
  • Den Demenzkranken/Angehörigen mit dem Namen ansprechen
  • Kommunikation auf Augenhöhe, Blickkontakt
  • Einfache Worte und Sätze verwenden
  • Einfache, beantwortbare Fragen stellen
  • Falls die Person das Gesagte nicht auf Anhieb versteht, es mit den gleichen Worten noch einmal wiederholen

 

Pflegende Angehörige. Rund 80 Prozent der demenzkranken Personen werden von ihren Angehörigen betreut. Wer für einen pflegebedürftigen Menschen sorgt, erbringt eine sehr wertvolle Leistung und übernimmt eine große Verantwortung. Dass im Laufe der Zeit auch Gefühle von Überanstrengung, Erschöpfung, Reizbarkeit und Frustration auftreten können, ist eine völlig normale Reaktion auf die vielseitigen Probleme der Pflegearbeit. Wer die eigenen Bedürfnisse langfristig ignoriert, riskiert, selbst krank zu werden. Schauen Sie gut auf sich selbst! Denn nur wer gesund ist, kann sich gut um seine pflegebedürftigen Angehörigen kümmern. Pflege und Betreuung von Angehörigen ist ein 24-Stunden Job.

 

Einige Tipps zur Entlastung für pflegende Angehörige:

  • Aktivitäten, die man gerne macht, weiterführen, z.B. Sport, Tanzen, ins Kino gehen, lesen, Musik hören, mit Freunden einen schönen Abend verbringen
  • Auf regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten achten
  • So viel Schlaf wie möglich bekommen, ein kleines Mittagsschläfchen halten
  • Spaziergänge in der Natur sind wertvolle Kraftquellen
  • Austausch mit Gleichgesinnten - Pflegestammtische
  • Unterstützung durch mobile Dienste (Hauskrankenpflege)
  • Tagesbetreuung in Seniorentageszentren
  • Auch einmal "Nein" sagen
  • Das Schreiben eines Tagebuchs wird von vielen pflegenden Angehörigen als hilfreich empfunden
  • Andere Angehörige in die Pflege mit einbeziehen, z.B. Einkäufe erledigen, Organisation von Medikamenten und Pflegebehelfen oder das Erledigen von Behördenwegen.

 

Wollen Sie mehr wissen? Hier gibt es den Demenzfolder zum online Durchblättern

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