12.09.2017 12:01

Keine Angst, der tut nichts...

Diesen Satz hören die Sanitäter und Notärzte des Roten Kreuzes bei ihren Einsätzen regelmäßig von Hundebesitzern. Grundsätzlich stimmt das auch - die allermeisten Hunde pflegten immer ein friedliches Zusammenleben mit den Zweibeinern.

Keine Angst, der tut nichts...
Fotocredit: Rotes Kreuz/Hürner

Ein Rettungseinsatz ist aber nicht nur für Patienten und deren Angehörige eine Ausnahmesituation, auch für Hunde. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie die Vierbeiner auf Blaulicht, die roten Uniformen, die mitgeführten Ausrüstungsgegenstände oder das plötzliche Eindringen in ihren Schutzbereich reagieren.

Immerhin führen die Uniformierten etwas "Böses" im Schilde - sie wollen ein Familienmitglied (oft das "Frauerl" oder "Herrl") aus der vertrauten Umgebung reissen und in ein Krankenhaus bringen. Aus Sicht eines Hundes ist es also durchaus nachvollziehbar, wenn er gereizt auf diese Situation reagiert und die Rettungsdienst-Mitarbeiter umgehend zum Feindbild erklärt.

Das bestätigt auch Tierarzt Dr. Walter Holzhacker: "Auch Hunde stehen in solchen Ausnahmesituationen unter Stress. Dabei reagiert der sonst so gutmütige und gelassene Familienhund oftmals mit unvermittelter Aggression gegenüber dem Rettungspersonal. Dies kann nicht nur eine signifikante Behinderung der Patientenversorgung nach sich ziehen, auch Verletzungen der Sanitäterinnen und Sanitäter selbst sind dabei nicht auszuschließen.“

Rotkreuz-Pressesprecher Lukas Hürner: "In der Ausbildung werden unsere Sanitäter von Beginn an auf Selbstschutz gedrillt. Ein freilaufender Hund, der vielleicht sogar schon seinen Unmut erkennen lässt, wird zwangsläufig dazu führen, dass die Rotkreuz-Teams ihr schützendes Fahrzeug nicht verlassen. Damit ist aber niemandem geholfen, am wenigsten dem Patienten, der auf ihre Hilfe wartet. Daher appellieren wir an alle Hundebesitzer und ihre Angehörigen, den Einsatzbereich noch vor dem Eintreffen des Roten Kreuzes entsprechend zu sichern. Konkret bedeutet das, dass Hunde bis zum Ende des Rettungseinsatzes in einem eigenen Raum eingeschlossen werden sollen. Vielleicht können sich auch Nachbarn, die mit den Tieren vertraut sind, in dieser Zeit um sie annehmen."

Rückfragehinweis:
Österreichisches Rotes Kreuz, Bezirksstelle Scheibbs
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
T: 059 144 68 000
M: presse.sb(at)n.roteskreuz.at
W: www.roteskreuzscheibbs.at


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