Bilanz der Menschlichkeit 2011: Jahresbericht des OÖ. Roten Kreuzes
Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen der Freiwilligkeit. Ziel war und ist es, die Bedeutung der freiwilligen Mitarbeit im OÖ. Roten Kreuz noch stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. So gelang es, die Zahl der freiwilligen Mitarbeiter auf knapp unter 18.000 zu steigern – Höchststand in der Organisationsgeschichte. Künftige Herausforderungen sieht die größte humanitäre Hilfsorganisation des Landes vor allem in der demografischen Entwicklung.
Die Zeit-, Geld- und Blutspende in Verbindung mit den Aufgaben des Jugendrotkreuzes stellen die Voraussetzung für eine flächendeckende qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Leistungserbringung sicher. „Eine wesentliche Herausforderung bildet die demografische Entwicklung. Schon im Jahr 2030 wird ein Drittel der österreichischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Der Anteil der hochbetagten Menschen wird besonders stark ansteigen und unter ihnen werden viele einer Pflege oder Betreuung bedürfen. Des Weiteren werden insgesamt weniger junge Menschen für die Betreuung ihrer Angehörigen zur Verfügung stehen. Für unsere Gesellschaft im Allgemeinen und für das Rote Kreuz bedeutet dies, dass wir im Interesse einer sorgenden Gesellschaft und zur Unterstützung institutioneller Hilfe verstärkt auf freiwilliges Engagement bauen werden müssen“, erläutert Aichinger.
Knapp 18.000 freiwillige Rotkreuzler
17.951 Mitarbeiter stellen zum Ende des Jahres 2011 ihre Freizeit unentgeltlich in den Dienst des OÖ. Roten Kreuzes. Das bedeutet eine Steigerung von knapp 3 % im Vergleich zum Vorjahr, aber auch den Höchststand in der Organisationsgeschichte in Oberösterreich: „Freiwilligkeit ist eine der ganz wichtigen Säulen im OÖ. Roten Kreuz. Ohne das freiwillige Engagement gäbe es schlichtweg viele Leistungen nicht bzw. könnten nur eingeschränkt angeboten werden. So setzten wir im vergangenen ‚Jahr der Freiwilligkeit‘ bewusst einen Schwerpunkt auf diese Thematik“, berichtet OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Walter Aichinger. Die Anzahl der freiwillig geleisteten Stunden blieb mit 2,6 Millionen nahezu auf gleichem Niveau: „Dies entspricht dem generellen Trend. Die Stundenleistung pro Kopf nimmt eher ab, da der Beruf und auch die Freizeit einen immer größeren Stellenwert einnehmen. So werden wir auch in den kommenden Jahren verstärkt Freiwilligenarbeit betreiben, um unser Leistungsangebot aufrecht zu erhalten“, so Aichinger weiter. Mit mehr Flexibilität, Lebensphasenkonzepten und speziellen Projektformen will die größte humanitäre Hilfsorganisation des Landes hierbei ansetzen.
Hilfe auf Knopfdruck
Eine deutliche Steigerung verzeichnet erneut die ‚Rufhilfe‘. Setzten im Jahr 2010 noch 10.610 Personen auf die ‚lebensrettende Uhr‘, so waren es im vergangenen Jahr bereits 11.163. Aichinger führt dies zum Einen auf den demografischen Wandel, aber auch auf das ständig zunehmende Sicherheitsdenken zurück. „Viele ältere Menschen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden verbleiben. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein sicheres Umfeld. Hierbei hat sich das Rufhilfe-System seit vielen Jahren bewährt“, so der Rotkreuz-Präsident.
Armutsbekämpfung wird weiter forciert
Einen weiteren merklichen Aufschwung erzielte das OÖ. Rote Kreuz in der Armutsbekämpfung. Nach dem Pilotprojekt in Perg konnten mittlerweile Sozialmärkte in Eferding, Sierning, Linz-Land und Freistadt installiert werden. Ein weiterer Leistungsbereich, in dem freiwillige Mitarbeiter ein tolles und sinnvolles Engagement finden. „Etwa 12 % der österreichischen Bevölkerung sind armutsgefährdet – das entspricht in etwa einer Million Menschen. Mit den Sozialmärkten bieten wir diesen Mitbürger die Möglichkeit, Lebensmittel kostengünstig zu beziehen“, erklärt Aichinger.
Rotes Kreuz ist Vertrauensmarke Nummer 1
Ein höchst erfreuliches Ergebnis erhielt das Rote Kreuz durch eine Studie eines international renommierten Institutes. Dieses bestätigte das OÖ. Rote Kreuz als „Vertrauensmarke Nummer 1“ in Österreich. „Eine für uns wahrlich tolle Aussage. Wir sind ständig bemüht, unseren Einsatz im Zeichen der Menschlichkeit so transparent wie möglich darzustellen. Das Rote Kreuz genießt in der Bevölkerung, bei den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft, aber auch bei Ärzten und Medien ein besonderes Ansehen. Diese Studie bestätigt unser Handeln und freut uns natürlich ganz besonders“, teilt der Landesgeschäftsleiter des OÖ. Roten Kreuzes, Mag. Erich Haneschläger, mit und ergänzt: „Diese Bestätigung ist für uns Auftrag, dass wir unsere Tätigkeiten weiterhin offen und nachvollziehbar darstellen.“
Die wichtigsten Zahlen des Berichtsraumes 2011 im Vergleich mit 2010 im Überblick:
2011 | 2010 | +/- | |
|---|---|---|---|
Freiwillige Mitarbeiter | 17.951 | 17.443 | +2,9% |
Einsätze im Rettungs- und Krankentransport | 515.924 | 515.501 | +0,08% |
Betreute Klienten im Gesundheits- und Sozialdienst | 19.392 | 19.697 | -1,55% |
Anzahl der Teilnehmer an Erste Hilfe-Kursen | 27.044 | 28.443 | -4,92% |
Zahl der Blutabnahmen | 65.579 | 67.031 | -2,16% |
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