13.02.2017 16:26

Erfolgreiche Bilanz der Rotkreuz - Lenkerausbilung und des ÖAMTC - Simulatortrainings

Etwa 21 Millionen Kilometer legen die Mitarbeiter des OÖ. Roten Kreuzes mit ihren Fahrzeugen pro Jahr zurück. Für die Einsatzlenker bedeutet dies, stets aufmerksam teils mit Blaulicht und Folgetonhorn, im Straßenverkehr sicher teilzunehmen. Die Anforderungen an die Rotkreuz-Lenker sind dabei enorm: Situationen wie unter Zeitdruck so rasch als möglich das Ziel zu erreichen, dabei den Verkehr im Auge zu behalten, Gefahrensituationen richtig zu erkennen, einzuschätzen und dementsprechend zu vermeiden, sind nur einige Beispiele die zu einer brenzligen Situation im Straßenverkehr führen können.

Erfolgreiche Bilanz der Rotkreuz - Lenkerausbilung und des ÖAMTC - Simulatortrainings

Daher werden alle Mitarbeiter, die ein Rotkreuz- Fahrzeug lenken, egal ob Rettungswagen oder Kleinwagen, bestmöglich geschult. Die sehr gute Ausbildung für Rotkreuz-Fahrzeuglenker in Kombination mit dem seit 2014 eingeführten Simulator -Training der ÖAMTC Fahrtechnik zeigen in einer Bilanz, dass Unfallhäufigkeit und Schadenaufkommen erheblich zurückgegangen sind.

„Um einen Rotkreuz-Wagen lenken zu dürfen, muss eine spezielle Lenkerberechtigung absolviert werden. Diese besteht aus einem speziellen theoretischen und auch praktischen Teil. Neben der hervorragenden Lenker Aus- und Fortbildung, die das Rote Kreuz Oberösterreich sowohl in Theorie und Praxis für seine Fahrzeuglenker anbietet, rundet der seit 2014 in Betrieb genommene Fahrsimulator der ÖAMTC Fahrtechnik die Ausbildung zur Lenkerberechtigung perfekt ab. “, erklärt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Walter Aichinger.
 
Trotz steigender Kilometerleistung weniger Unfälle
Im Vergleich zu 2008 ist 2016 die Kilometerleistung aller Rotkreuzfahrzeuge in Oberösterreich um ca. 450000 Kilometer gestiegen. Die Schadenquote konnte jedoch sogar reduziert werden, im Vergleich zu 2008 wurden weniger Unfälle verursacht. Trotz des hohen Schulungsaufwandes lassen sich Unfälle jedoch nicht gänzlich vermeiden: „In Relation zu den gefahrenen Kilometern ist die Unfallquote im OÖ. Roten Kreuz überaus gering. Aber dennoch wollen wir aus den Fehlern lernen und unseren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, diese zu erlernen“, erklärt Aichinger den Hintergrund des Weiterbildungsangebotes. 
Die Anzahl an Verletzten durch Eigenverschulden konnte letztes Jahr somit auf 3 Personen reduziert werden.
"Das Ausbildungsprogramm für Rotkreuz Fahrzeuglenker beinhaltet unter anderem ein Perfektionstraining für neue als auch für erfahrene Einsatzlenker, ein Praxistraining mit speziell ausgebildeten SEF Trainern sowie Workshops und Theorietrainings. Das Know How von langjährigen Einsatzlenkern spielt dabei eine wesentliche Rolle um eine bestmögliche Ausbildung zu garantieren", erklärt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Walter Aichinger.

Einsparung durch sinkende Schadenquote
„Aufgrund der sinkenden Unfallzahl konnte pro Jahr eine Prämienreduktion von ca. 300.000€ erzielt werden. Dies resultiert Großteils aus der professionellen Ausbildung der Lenker sowie dem praxisnahen, risikolosen Training von Extremsituationen mit dem Simulator“, erklärt der OÖ. Rotkreuz-Landesgeschäftsleiter-Stellvertreter Mag. Thomas Märzinger . 

Einzigartiges Trainingsgerät hat sich bewährt
Mit der Firma FOERST wurde der spezielle Fahrsimulator entwickelt, mit dem kritische Verkehrssituationen unter realistischen Gegebenheiten simuliert werden können. „So ein Trainingsgerät steht seit 2014 den Einsatzorganisationen in Österreich zur Verfügung. Die Daten und Informationen stammen aus unserer Unfalldatenbank, die in Szenarien umgewandelt und in das System integriert werden. Das Training wird von einem ÖAMTC-Fahrtechnik-Experten begleitet und analysiert. Jede Situation kann zudem individuell gestaltet und auf die Bedürfnisse des Fahrers angepasst werden“, erklärt Märzinger.

Alle Verkehrsteilnehmer profitieren von dieser Kooperation
„Diese Kooperation ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit“, betont der Landesdirektor des ÖAMTC Oberösterreich Ing. Josef Thurnhofer und ergänzt: „Durch die umfangreiche und qualitativ hochwertige Ausbildung lernen die Einsatzlenker Extremsituationen rasch zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Dadurch können überraschende Fahrmanöver anderer Verkehrsteilnehmer entsprechend korrigiert werden. Im Straßenverkehr ist es überaus wichtig, vorausschauend zu fahren – vor allem für die Einsatzlenker.“

Simulator ersetzt nicht Fahrtechnik Training
Die bereits angesprochenen praktischen Trainings und in weiterer Folge die Fahrt im Simulator sind in der Ausbildung zum „Sicheren Einsatzfahrer“ eng miteinander verbunden:
Im praktischen Training erfahren die Einsatzfahrer kritische Situationen frühzeitig zu erkennen und das Fahrverhalten entsprechend anzupassen. Extremsituationen werden trainiert, um im Falle des Falles richtig reagieren zu können. Zusätzlich werden im Simulator spezielle Situationen aus der Einsatzfahrt dargestellt, um die Sinne der Fahrer zu schärfen und auf spezielle Gefahrensituationen vorzubereiten. Die Kombination der beiden Module ergibt eine bestmögliche Fahrerausbildung, um sicher am Einsatzort einzutreffen und die Patienten rasch und dennoch möglichst schonend in ein Krankenhaus zu bringen, so Thurnhofer.

Immer am neuesten Wissenstand
Um die Rotkreuz-Lenker entsprechend zu schulen, ist es unerlässlich, dass sich sowohl das Umfeld als auch die Instruktoren am neuesten Stand der Technik, Dynamik und Wissensvermittlung orientieren. „Regelmäßige Schulungen und Investitionen in die Infrastruktur der Fahrtechnik Zentren sind für uns selbstverständlich. Nur so ist es möglich, die entsprechende Qualität dieser Ausbildung zu sichern. Aus dieser Kooperation erhalten wir wertvolle Erkenntnisse und Feedback von den Teilnehmern, die wir in anderen Bereichen der Fahrerweiterbildung einbringen“, erklärt der Landesdirektor des ÖAMTC Oberösterreich.

Foto: Abdruck honorarfrei, Credit: OÖRK

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