05.09.2017 13:30

Wie erste Hilfe das Leben von Werner Gruber rettete

Rekordverdächtige 33.020 Personen absolvierten im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz – es gibt aber noch Luft nach oben. Denn: Es kann jeden treffen, Erste Hilfe leisten zu müssen. Eine perfekt geglückte Rettungskette rettete das Leben von Physiker Werner Gruber, der vor zwei Jahren im Auto einen Herzstillstand erlitt.

Wie erste Hilfe das Leben von Werner Gruber rettete
Erste Hilfe kann Leben retten: OÖ-Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter (l.), der ehemalige Science-Buster und Physiker Werner Gruber und Landesgeschäftsleiter Dir. Mag. Erich Haneschläger (r.). Credit: OÖRK/Hartl

„Ich kann mich an nichts mehr erinnern, sogar der Tag vor dem Zwischenfall ist gelöscht“, erzählt Physiker Werner Gruber über den 26. September 2015. Ein Tag, der sein Leben komplett änderte: Nach einem Bühnenauftritt mit seinem damaligen Science-Buster-Kollege Martin Puntigam fuhr Werner Gruber in der Nacht auf der A1 heimwärts. Plötzlich erlitt er im Auto einen Herzstillstand und verlor das Bewusstsein. Warum? Das kann keiner sagen. Fünf Tage lag der Wissenschaftler im Koma. Dank des beherzten Eingreifens aller Beteiligten konnte das Leben von Werner Gruber aber gerettet werden. „Ich habe am eigenen Körper erlebt, wie richtig angewandte Erste Hilfe ein Leben rettet“, zieht er Bilanz.

 

Jeder kann in die Situation kommen, zu handeln

Erste Hilfe zu leisten kann jeden treffen. Rund 80 Prozent der Unfälle passieren im eigenen Umfeld. Nur wenige Handgriffe entscheiden oft über Leben oder Tod, über schnelle Heilung und Genesung oder bleibende Schäden. Manche Menschen scheuen sich jedoch davor, Hilfe zu leisten wenn es notwendig ist. Zumeist liegt das Zögern in der Angst begründet, etwas falsch zu machen. „Ein Erste-Hilfe-Kurs nimmt die Angst und gibt Sicherheit“, weiß Dr. Aichinger Walter, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes. Das wissen auch die 33.020 Personen, die im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben – eine Rekordzahl. Aktuellen Befragungen zufolge traut sich nur etwa ein Drittel der Bevölkerung zu, im Ernstfall Erste Hilfe zu leisten. Aber: Nichts zu tun, ist das Einzige, das man im Notfall falsch machen kann. Ein Beispiel: „Wenn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Hilfe nicht einsetzt, verschlechtert sich die Überlebensrate mit jeder Minute bis zu zehn Prozent. Bei Atem- und Kreislaufnotfällen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder Kindernotfällen ist es besonders wichtig, rechtzeitig Erste Hilfe zu leisten“, erklärt Aichinger.

 

Kurs lohnt sich zu 100 Prozent

Aus diesem Grund werden ab 27. September wieder flächendeckend Erste-Hilfe-Kurse an den Ortsstellen des OÖ. Roten Kreuzes angeboten. „Mit unserer Kampagne wollen wir darauf aufmerksam machen, dass sich ein Erste-Hilfe-Kurs zu 100 Prozent lohnt, auch wenn in 99 Prozent nichts passiert“, meint Landesgeschäftsleiter Erich Haneschläger. Denn: Es ist doch ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß was man tut. Neben Anfängerkursen werden auch Auffrischungskurse angeboten. Wer denkt, dass ein Erste-Hilfe-Kurs ausschließlich aus einem langweiligen Frontalvortrag besteht, der irrt. Der Großteil der Zeit wird zum Üben genutzt. Von der allseits bekannten Stabilen Seitenlage bis hin zur Verwendung eines Defibrillators, alle möglichen Notfälle werden durchgespielt. Etwa alle vier Jahre sollte das Erste-Hilfe-Wissen aufgefrischt werden. Dazu bietet das OÖ. Rote Kreuz spezielle Kurse im Ausmaß von acht Stunden. Ab 27. September starten deshalb wieder an jeder Dienststelle die Erste-Hilfe-Kurse. Unkomplizierte Online-Anmeldung und das komplette Erste-Hilfe-Kursangebot in ihrer Nähe unter www.erstehilfe.at. Übrigens: Der Kurs kann seit kurzem bequem via Online-Banking bezahlt werden.

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